Samstag, 9. November 2013

Heu von Extensivweiden

Vorsicht bei Binsen, Schilf und überaltertem verpilztem Gras


Lignin ist für Pferde in großen Mengen sehr ungesund und kann schlimme Koliken auslösen. Das wissen die meisten Pferdehalter von Strohfütterung. Weizenstroh z. B. hat einen Ligningehalt von ca. 18 - 25 % und ist nur zum Knabbern aus der Einstreu geeignet, aber nicht zum Sattfüttern eines Pferdes.

Viele Landwirte nutzen heute günstig gepachtete Extensivweiden zum Heumachen. Dort darf erst nach dem 15. Juni im Jahr gemäht werden, was genau genommen schon zu spät ist, denn die Verkeimung von überständigem Gras nach der Blüte nimmt rasend schnell zu, was zu Schimmmelbildung und Bakterienbelastung führen kann.

Aber nicht nur das ist ungesund für Pferde. Zu spät gemähtes Gras ist nicht mehr viel besser als Stroh für Pferde. Überbieten kann das allerdings noch eine Mischung aus Schilf, Binsen und anderen Sumpfpflanzen, die häufig in großen Mengen auch auf Extensivweiden zu finden sind. Schilf zum Beispiel hat nur einen Futterwert zwischen 1 und 2 und besteht grundsätzlich zu ca. 22 - 24 % aus Lignin und kann noch unverdaulicher für Pferde sein als Stroh.

Viele Landwirte bieten es aber nicht als ergänzende Einstreu an, sondern deklarieren dieses minderwertige Futter, das in großen Mengen sehr ungesund werden kann, sogar als vermeintliches Heu.

Hier droht Kolikgefahr.

Hier ein Link zu der Pflege von Extensivweiden, um Verunkrautung vorzubeugen.


Hier findet man eine Menge Infos darüber, dass man Extensivweiden mit Rindern beweiden muss, damit sie nicht verunkrauten und sie nicht einfach ohne Tierbestand verwildern und ständig nur zum Heumachen nutzen darf.


Etwas über Stroh, das man in schlechten Zeiten bei Heumangel zwar bedingt mit verfüttern kann, aber es niemals übertreiben sollte, da sonst Koliken drohen .. und das gilt natürlich auch für schlechtes Heu von Extensivweiden, das zu spät gemacht wurde oder überwiegend aus Schilf besteht.


Geht zwar um Schafe, aber auch hier wird vor zu vielen Sumpfpflanzen wie Schilf und Binsen usw. im Futter gewarnt.


Über die Futterwertzahlen .. auch Schilf.


Schilf eignet sich laut dieser Quelle lediglich als Einstreu .. passt zu Stroh, das ja auch.


Wenn man Schilf früh abmäht, geht das Zeug zurück.


Das von B
RIEMLE
(1997) beobachtete kontinuierliche Absinken der F-Zahlen kann also
nur von der Umschichtung im Pflanzenbestand – verursacht durch die Pflegeschnitte – her-
rühren. Bekanntlich haben alle hochwüchsigen und schnittempfindliche Arten (Schilf, Mäde-
süß, Gilbweiderich und Sumpfsegge) gleichzeitig sehr hohe F-Zahlen. Gerade diese Nässe-
zeiger wurden aber durch die Pflegegänge besonders stark zurückgedrängt und durch
schnittverträglichere Arten wie z. B. Gemeine Rispe, Giersch, Gundelrebe, und Quecke (alles
Arten mit scheinbar geringerer Nässeverträglichkeit) ersetzt. Somit wird – vor allem durch
den relativ frühen ersten Schnitt Ende Juni – ein Austrocknen der Flächen vorgetäuscht; im
Übrigen eine Tatsache, durch die die Kriterien Schnittverträglichkeit und Schnittzeitpunkt
größte Bedeutung bei der Biotoppflege bekommen!
 
 
6
Anwendung der Nutzungswertzahlen
Die Nutzungswertzahlen sollten bei der Begutachtung von Pflanzenbeständen und Nut-
zungsmöglichkeiten nicht isoliert gesehen werden. Vielmehr kann gerade eine Kombination
der Wertzahlen zu mehr Erkenntnissen über die Möglichkeit der Steuerung von Pflanzenbe-
ständen führen.
Bei der Betrachtung von extensiv genutzten Weiden fällt auf, dass viele Arten mit einer
geringen Trittverträglichkeit (TV 1 bis TV 3) in größeren Beständen vorkommen (z. B. Dis-
teln, Brennnesseln, Binsen, Goldrute u. ä.), obgleich sie doch beweidet werden. Bei gleich-
zeitiger Berücksichtigung der Futterwertzahl kann dieser scheinbare Widerspruch geklärt
werden: die trittempfindlichen Pflanzen werden vielfach nicht niedergetreten, da sie beim
W
eiden gemieden werden (Futterwertzahl 1 bis 3), besonders wenn es sich um bewehrte
Arten handelt. Eine hohe Weideverträglichkeitszahl (W7–W9) berücksichtigt diesen
Zusammenhang. Wenn ein Zurückdrängen dieser Arten aus Gründen der Weidepflege oder
des Naturschutzes erfolgen soll, können die Arten, die gleichzeitig eine geringe Mahdver-
träglichkeitszahl (M1–M3) haben, durch eine ein- oder zweimalige Mahd in einem frühen
Entwicklungsstadium geschwächt und verdrängt werden, bei einer hohen Mahdverträglich-
k
eitszahl (M7–M9) durch mehrmaligen Schnitt in mehreren aufeinander folgenden Jahren
(punktuelle Pflegemahd auf Weiden)
 
 Es gibt unzählige Dokumente, wo man sich noch weiter schlau machen kann, ist alles nur eine Fleißarbeit.

Als Fazit bleibt eines festzuhalten:


Die Bauern nutzen heute aus, dass es Extensivweiden günstig zu Pachten gibt und machen darauf Heu statt wie es eigentlich vorgesehen ist, bestimmte Rinder oder Isländer dort weiden zu lassen. Dadurch vermehre sich bestimmte im Heu unverträgliche Pflanzen immer mehr.

Das wird noch schlimmer, wenn das Heu zu spät gemacht wird und nicht rechtzeitig schon im Frühling zurück geschnitten wird.

Man kann vieles bekämpfen, indem man Heuweide pflegt .. sowohl durch Beweidung mit Rindern als auch durch vernünftiges Mähen und einen gewissen Fleiß .. auch Sumpfschachtelhalm und Adlerfarn und auch sowas noch relativ Harmloses wie Schilf und Binsen usw.

Tut man das nicht, vermehrt sich das Zeug ungebremst.

Es wird dann passieren, dass sowohl die Behörden, die solche Weiden verpachten, das nicht dulden werden, weil die Pflege nach deren Vorgaben zum Pachten dazu gehört .. aber solche Landwirte schädigen auch das Vieh, dass mit dem Heu solcher Weiden gefüttert wird.

Mit Pech sind das Eure Pferde.


LG
Renate


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