Donnerstag, 26. Juni 2014

Unterschied zwischen Kleinkläffer und Killerhund

Bellende Hunde beißen nicht, zumindest nicht andere tot


Im vorigen Sommer wurden Boomer und ein schwarzer Dackelmix aus einer Reihenhausecke in unserer Nähe beide von der gleichen Rottweiler-Hündin gebissen.

Ich gebe zu, Boomer ist ein Kläffer vor dem Herrn und die kleine schwarze Zicke ist in keiner Weise besser. Ich kenne auch noch mehr sehr aggressiv wirkende kleine Kläffer, die sich vor allen Dingen an der Leine ganz ähnlich verhalten wie unser Terrier. Die bellen nämlich oft wie die Blöden, zerren dabei an der Leine und lassen sich auch selten durch Meckern davon abhalten.

Boomer und die schwarze Kläff-Ziege sind sich vor einer Weile schonmal begegnet, als sie uns lose am Hundespielplatz an einer schlecht einzusehenden Ecke entgegenkam. Es gab eine Rangelei, aber wirklich getan haben die beiden sich nichts.

Heute trafen wir sie auch lose, ihr Frauchen hat uns nicht gesehen gehabt, die sonst immer panisch die Leine dran macht. Es ist auch wieder nichts passiert.

Ich kenne das auch von anderen Kleinkläffern und Boomer, dass es zwar mal Rangordnungsgerangel gibt und dabei fürchterlich laut zugehen kann, weil da gebellt und geknurrt wird wie nichts Gutes, aber wirklich gebissen wird dabei nicht.

Sowas macht Boomer, wenn er spielt, sogar mit Jürgen und mir oder anderen Leuten, die er gut kennt und sie ihn und das zulassen. Wildes Knurren gehört für unseren Terrier zum ausgelassenen Spielen nämlich dazu und man muss den Hund nur kennen um zu wissen, das ist in keiner Weise gefährlich.

Die Deutsche Dogge kam vor ein paar Tagen lautlos an und biss sofort zu.

Wenn Boomer sie sieht oder auch die Rottweiler-Hündin, dann bellt er immer ziemlich panisch. Ich vermute, weil er Angst hat. Ich habe sowas auch früher schon mit meiner Chérie und einer Schäferhündin erlebt, wo später die Schäferhündin unsere Chérie in einem unbeaufsichtigten Moment sehr schwer verletzt hat, und auch da war Chérie nicht der einzige Hund im Dorf, der von dieser Schäferhündin angefallen worden ist.

Ich will nicht sagen, dass nun generell Vertreter bestimmter Hunderassen von Natur aus Killerhunde sind.

Ich weiß auch, dass z. B. die Rottweiler-Hündin aus unserer Nachbarschaft mit manchen Hunden gern spielt, aber wenn die beißt, dann nicht nur um ihren Rang zu demonstrieren, sondern dann um zu töten.

Und bei der Deutschen Dogge weiß ich auch, dass sie mit manchen anderen Hunden spielt, habe aber erlebt, dass sie gezielt auf Boomer los ging, um ihn umzubringen. Sie ist also ein Killerhund, und zwar definitiv.

Was bei beiden Hunden dazu kommt ist die Größe und Kraft, denn es ist sicherlich auch ein Unterschied, ob ein kleiner Hund bewusst angreift und beißt oder ein sehr großer, auch wenn ich denke, dass auch ein kleiner Hund wenn er will, schon sehr heftig wird beißen können. Dennoch wird man sich bei einem kleinen Hund sicherlich besser dagegen wehren können als bei einem großen, der selbst einen Menschen ja ohne Probleme umbringen könnte, wenn er will.

Und wenn ich ehrlich bin, ist mir solange ich lebe, noch nie ein Terrier, Dackel oder sonstiger Kleinkläffer über den Weg gelaufen, der wirklich gefährlich gewesen wäre. Ich habe diese Klein-Jagdhundrassen, die ja auch typische Rudelhunde sind, zwar als unglaublich temperamentvoll und kläffig kennengelernt, aber nie als Tiere, die gezielt andere Hunde umbringen und selbst andere Haustiere, wenn man es ihnen sagt, durchaus in Ruhe lassen, auch wenn die klein und schwach sind wie ein Kaninchen, Meerschwein, eine Katze oder dergleichen.

Vielleicht liegt es daran, dass diese Rassen dafür gezüchtet wurden, laut bellend Wild zu jagen, aber nicht um es umzubringen, und zwar im Rudel. Und natürlich will auch ein kleiner Hund in einem Rudel von der Rangordnung her vorne stehen, er wird aber nicht darauf aus sein, seine Rudelmitglieder umzubringen.

Vielleicht erklärt das die Wesensart kleiner Kläffer recht gut.

Ich hatte in meinem Leben viele Mischlinge dieser Art und in Boomer den ersten Rasse-Terrier.

Der einzige Hund, von dem ich sicher war, sie würde eine andere Hündin töten, wenn ich nicht sehr gut auf sie aufpassen, war unsere Schäferhund-Wolf-Mix-Hündin Cindy. Cindy ließ sich super erziehen und gehorchte gut, sie vertrug sich auch mit den anderen Familienhunden, weil sie in der Lage war zu lernen, dass sie die nicht beißen darf, auch sie ging nicht auf unsere Katzen oder Kleintiere los, aber fremde Hündinnen (nicht Rüden, die waren vor ihr sicher) hätte Cindy ohne zu zögern umgebracht, wenn sie die Gelegenheit dazu bekommen hätte.

Nun war in unserer Cindy ein zur Hälfte ein echter Wolf drin. Und ein Wolf ist nunmal eigentlich ein wildes Tier.

Trotzdem sagt mir meine Lebenserfahrung, dass bestimmte Rassen einfach eher dazu neigen, Killerhunde zu sein als andere, und ich habe das bisher auch schon früher oft gerade bei Rottweilern, aber auch sehr oft Schäferhunden und Staffordshire-Terriern miterlebt. Das mit der Deutschen Dogge war von dieser Rasse her das erste Erlebnis dieser Art.

Einen kleinen Hund, egal ob Pudel, Terrier, Dackel oder eine andere Rasse, der wirklich lebensgefährlich bissig gewesen wäre, habe ich noch nie kennengelernt. Auch unsere beiden eigenen Dackel, die durchaus zum Beißen neigten, waren anders, auch die neigten nur zum Kneifen, wo man natürlich nicht einfach die Leine ablassen kann, aber nicht dazu, jemand schwer zu verletzen. Die kniffen allerdings auch mit Wonne Menschen, weshalb ich habe extrem auf sie aufpassen müssen.

Das musste ich mal loswerden, nachdem ich heute gerade wieder erlebt habe, dass unsere beiden kläffigen Kampfnudeln, die an der Leine immer ein Gebrüll veranstalten, dass man beim Zuhören taub wird, sich genau genommen gar nichts tun.

LG
Renate

Keine Kommentare:

Kommentar posten

Dein Kommentar wird nach Prüfung durch einen Moderator frei gegeben.