Samstag, 8. März 2014

Gedanken zum Weltfrauentag

Was hat uns die Emanzipation denn eigentlich gebracht?


Heute ist ja der Weltfrauentag. Gestern kam schon was dazu im Fernsehen. Eine Sendung über früher und mehrere Frauen und wie das so war mit deren Leben von früher vor der Emanzipation bis heute.

Also ich persönlich habe meine erste 15-Punkte-Klausur in Deutsch mal in der 11. Klasse im Jahr 1988 über einen Text der Simone de Beauvoir geschrieben, wo ich sehr kritisch geworden bin, ob die Emanzipationsbewegung Frauen wirklich befreit oder nicht eher noch mehr versklavt hat.



Ein bisschen zitieren muss ich sie einfach, schreiben kann sie ja, die Lebensgefährtin von Sartre, der es genauso gut konnte, dass will ich nicht abstreiten:

"Mit Sicherheit ist die Frau wie der Mann ein Mensch: Aber eine solche Behauptung ist abstrakt. Tatsächlich befindet sich jeder konkrete Mensch immer in einer einzigartigen Situation. Die Begriffe vom Ewigweiblichen, von der schwarzen Seele, vom jüdischen Charakter abzulehnen, bedeutet ja nicht zu verneinen, dass es heute Juden, Schwarze, Frauen gibt: Diese Verneinung wäre für die Betroffenen keine Befreiung, sondern eine Flucht ins Unauthentische. Selbstverständlich kann keine Frau, ohne unaufrichtig zu sein, behaupten, sie stünde jenseits ihres Geschlechts. (...)"

Noch ein Zitat, denn das finde ich auch herrlich .. und ich kann das beurteilen, weil ich als im Alter zunehmend zu meiner Intelligenz stehende Frau von meinem damaligen Mann genau deshalb schließlich verstoßen wurde, der mich auch nur so lange liebte, wie er noch ohne meine Gegenwehr gezielt meine gesamte Persönlichkeit hat unterdrücken und mich nicht nur auf die Mutterrolle, sondern auch gleichzeitig noch die der Ernährerin der Familie reduzieren konnte, aber nicht auf die Rolle einer Frau, die sich gegen diese Doppelbelastung zu wehren begann.

" Die Frau muss eine spontan dargebotene Beute sein. Die Intellektuelle aber weiß, dass sie sich darbietet, sie weiß, dass sie ein Bewusstsein, ein Subjekt ist. Man kann nicht beliebig den eigenen Blick abtöten und seine Augen in ein Stück Himmel oder Wasser verwandeln. Ein auf die Welt hin strebender Körper lässt sich seinen Schwung nicht einfach nehmen, lässt sich nicht auf Anhieb in eine von dumpfer Erregung bebende Statue verwandeln. Die Intellektuelle versucht dies um so eifriger, je mehr sie einen Misserfolg befürchtet. Aber ihr bewusster Eifer ist wiederum Aktivität, und er verfehlt sein Ziel.
Sie macht die gleichen Fehler, wie das Klimakterium sie oft mit sich bringt: Sie sucht ihre Intellektualität zu verleugnen wie die alternde Frau ihr Alter. Sie kleidet sich im Kleinmädchenstil, überlädt sich mit Blumen und Tand, trägt grelle Farben, gebärdet sich niedlich und täuscht kindliche Freude vor. Außer Rand und Band hüpft sie herum, plappert, spielt die Vorlaute, die Leichtsinnige, die Kurzentschlossene. (...)
So verkrampft sich die Intellektuelle, wenn sie Hingebung vortäuscht. Sie spürt es, sie ärgert sich darüber, und plötzlich flackert eine verräterische Intelligenz in ihrem vor Naivität ganz verlorenen Gesicht auf. Die verheißungsvollen Lippen werden schmal. Wenn es ihr Schwierigkeiten macht zu gefallen, so weil sie nicht wie ihre hörigen kleinen Schwestern ein reiner Wille zu gefallen ist. Der Wunsch, verführerisch zu sein, steckt ihr, so lebhaft er auch sein mag, nicht tief genug in den Knochen. Und sobald sie sich unbeholfen fühlt, ärgert sie sich über ihre Unterwürfigkeit. Sie will Rache üben, indem sie den Spieß umdreht und männliche Waffen benutzt. Statt zuzuhören, redet sie, sie breitet kluge Gedanken, unerhörte Empfindungen aus. Statt ihrem Gesprächspartner beizupflichten, widerspricht sie ihm, sie versucht, die Oberhand über ihn zu gewinnen. (...)
Es gibt einen Weg, der für die Frau sehr viel weniger dornenreich erscheint: den des Masochismus. Wenn man den ganzen Tag arbeitet, kämpft, Verantwortung trägt und Risiken übernimmt, ist es eine Entspannung, sich nachts kraftvollen Liebesspielen hinzugeben. Ob verliebt oder naiv, oft kommt es der Frau entgegen, sich zugunsten eines tyrannischen Willens auszulöschen. Aber dafür muss sie sich real beherrscht fühlen."

Sie sieht das dennoch alles ein wenig falsch, auch wenn es sicherlich auch heute nach wie vor nicht leicht ist, sich zu emanzipieren und trotzdem Frau zu bleiben .. vielleicht sollte ich sagen, Emanzipation bedeutet, sich als Frau zu emanzipieren, aber das hatten die Frauen damals noch nicht begriffen.

Ob sie es heute begriffen haben?

Als heute 60jährige kam ich auf die Welt, als die Emanzipationsbewegung noch nicht wirklich begonnen hatte, aber sich anzubahnen begann.

Ich erlebte, dass es einfacher für die Frauen der damaligen Zeit war, sich nur um den Haushalt und die Kinder kümmern zu können und auch vor der rabiaten Veränderung durch die Antibabypille Männer, die Frauen schwanger sitzen ließen oder frühzeitig zu Sex drängten, von der Gesellschaft noch geächtet wurden.

Später war eine Frau, die nicht sofort bereit war, sich zum Sex-Objekt zu degradieren, sondern zunächst Liebesbeweise forderte, eine Spießerin ... ein ungewolltes Kind? .. konnte man ja abtreiben, ohne darüber nachzudenken, dass es sich dabei um einen Mord am eigenen Fleisch und Blut handelte ... dem Mann dafür noch eine Verantwortung geben ??? Aber warum denn, durch die Emanzipationsbewegung hatte sich diese Denkweise radikal geändert. ..... Frauen gingen arbeiten, aber Frauen bekamen trotzdem Kinder .. und mit Pech durften sie die dann alleine aufziehen, während sich ihre Erzeuger von dannen trollten.

Aber auch die verheirateten Frauen hatten es schwerer ... Job und Haushalt, Kinder und Verantwortung, wie packt man sowas eigentlich???

Das bei den Öffnungszeiten unserer Kindergärten und Omas, die zunehmend auch berufstätig waren.

Wenn man bedenkt, dass ein Mensch täglich 8 Stunden schlafen sollte, um gesund zu bleiben, sind in der Woche noch 102 Stunden übrig, die es zu verteilen gilt.

Gestern in dieser schönen Fernsehsendung wurde gesagt, dass eine Frau, die den Haushalt für eine 4-köpfige Familie erledigt, damit 60 Stunden beschäftigt ist. Job dazu und diese 102 Stunden sind fast weg und selbst bei einem Teilzeitjob, der eine Frau nicht mehr wirklich von ihrem Mann befreit, bleibt kaum noch Raum für Freizeit .... Zeit für die Kinder, die ja so wichtig ist, damit sie sich gut entwickeln können.

Und wo hat sich nun für Frauen etwas verbessert?

Es ist nicht nur gut für die Kinder, wenn die Frau Zeit für sie hat, es ist auch gut für sie selbst.

Ich weiß das, denn meine Kinder kümmern sich heute so gut wie gar nicht mehr um mich. Ich ging ja arbeiten, um sie zu ernähren und wenn ich zu Hause war, erledigte ich händeringend die Teile des Haushalts, die meine alternde Mutter nicht hatte schaffen können, die mit unseren vier Kindern zunehmend überfordert war.

Und was tat mein Mann damals? Nichts. Sein Geld gab er für Huren aus, half mir nicht im Haushalt, nichtmal beim Einkaufen oder im Garten. Aber genug Zeit, um mit den Kindern zu spielen, für die ich sorgen musste, die hatte er.

Also besuchen sie heute ihn, mich nicht.

Danke schön, lieber Mann.

Und natürlich warf er mir im Alter vor, intellektuell zu sein .. denn er hasste meinen Verstand und er hasste es, dass er begriffen hatte, dass ich ihm vom Verstand her haushoch überlegen war.

Ich habe im Alter eine andere Art von Mann gefunden, jemand der nicht ganz so despotisch ist wie es der erste im meinem Leben war und zumindest im Ansatz begriffen hat, dass Frauen und Männer sich Job und !!!!! Haushalt teilen sollten.

Den Löwenanteil am Haushalt mache dennoch immer noch ich, aber das sei ihm verziehen, denn er versucht es jedenfalls.

LG
Renate




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