Montag, 10. Juni 2013

In Nettelsee hat sich viel verändert

In dem Dorf Nettelsee, das sich zu beiden Seiten Der B 404 erstreckt, die ja nun bald zur Autobahn umgebaut werden wird, habe ich von Frühling 2002 bis Frühling 2008 gewohnt, anfänglich mit meinem Ex-Mann, meiner Mutter und meinem jüngsten Sohn Marius und später noch von Juni 2007 an gemeinsam mit meinem 2. Mann Jürgen und meiner Mama, bis wir dann diese Sozialwohnung hier in Preetz gefunden haben.

PS: Die Sozialblocks hier in Preetz sind übrigens wirklich von der vorherigen Zwangsverwaltung verkauft worden. Wir haben jetzt wieder einen Vermieter mit vermutlich Geld und Bonität und sind gespannt, was nun passieren wird. Aber nun zurück nach Nettelsee.
Jürgen und ich waren lange nicht an diesem unseeligen Ort, an dem wir fast zwangsgeräumt worden sind, weil unser Vermieter, der Familienrichter war, das Haus, in dem wir wohnten, gern verkaufen wollte, nachdem seine Mutter, von der er es geerbt hatte, dann verstorben war. Unsere damalige Strafanzeige gegen den Richter des Amtsgerichts Plön, diesen Familienrichter und meinen Ex-Mann, die in unseren Augen bei der Verhandlung alle unter einer Decke steckten, wurde von der Staatsanwaltschaft Kiel nie bearbeitet. Angeblich ist sie nicht dort angekommen. Wer's glaubt, wird seelig.
Mein Ex hat ja unter anderem viel Schwarzarbeit für diesen Ex-Vermieter von uns gemacht, teils fertig, teils auch nicht, was typisch für ihn war und war Hauptmieter dieser Wohnung gewesen. Generell hat dieser Mann, der einen doch ehrenwerten Beruf ausübt, neben meinem Ex auch noch andere Handwerker grundsätzlich schwarz beschäftigt. Viele reiche Leute tun das und es wäre besser für unsere Wirtschaft, wenn man nicht die Schwarzarbeiter, sondern die Menschen bestrafen würde, die Schwarzarbeit vergeben, obwohl sie nicht in finanzieller Not sind.
Bereits vor uns hat dieser Mann unsere Vormieter und auch eine Familie aus der Dachwohnung erfolgreich per Zwangsräumung raus geklagt. Bei unseren Vormietern weiß ich nicht weshalb, die Mieter aus der Dachwohnung waren plötzlich zu sechst, weil der Mann eine Frau mit vier Kindern kennengelernt hatte und das passte unserem Ex-Vermieter damals nicht, also wurden sie erbarmungslos vertrieben.
Wir selbst hatten teils noch Glück bei der Gerichtsverhandlung, weil wir zufällig über Handwerker, die im Haus etwas im Treppenhaus bauten, herausfanden, dass jahrelang über unseren Stromanschluss auch der Strom über eine Wohnung im 1. Stock gelaufen war sowie der gesamte Strom im Treppenhaus und auch im Keller, zum Beispiel auch der zum Betrieb der Heizungsanlage für das ganze Haus. Außerdem war ständig das Wasser für die Gartenbewässerung und alles, was nicht direkt von uns, sondern für das Haus an sich verbraucht worden war, jahrelang über unsere private Wasserrechnung gelaufen. Da konnten wir noch pauschale Schadensersatzansprüche geltend machen.
Was ich nicht belegen konnte, waren Mieten, die mein Ex-Mann mit Schwarzarbeit verrechnet hatte und wofür es natürlich keine Belege gab.
Unser Ex-Vermieter war so dreist, ihn als Zeugen ins Gericht zu bestellen. Deshalb haben Jürgen und ich damals auch Strafanzeige wegen Falschaussage und Betrug erstattet.
Als mein Ex in Nettelsee auszog, hatten wir uns zunächst noch zusammen gesetzt, weil eine Mauer, für die er Miete abgezogen hatte, von ihm noch nicht ganz fertig gemacht worden war, dass er diese Summe abzahlen sollte. Weil das alles Gemauschel gewesen war, natürlich nicht schriftlich.
Tja .. so wird man als Frau abgezockt, wenn ein Vermieter einen deshalb los werden will, weil er ein Haus lieber verkaufen statt weiter vermieten möchte. Wir hatten nach wie vor keinen Starkstrom und extreme Probleme, in der Küche noch einen normalen Herd zu verwenden, weil man sowas nur noch in Antiquitäten-Läden für alte Elektrogeräte bekommt und die Wohnung war durch längst zur Reparatur fällige Fenster und ein komplett verfaultes Terrassen-Tür-Element so zugig, dass wir im Winter oft trotz Heizung nicht mehr als 10 Grad im Wohnzimmer hatten. Das wollte er alles nicht mehr investieren. Auch keine neuen Rohre, die verhindert hätten, dass ständig Rohrbrüche stattfanden. Wir hatten nämlich zweimal einen Wasserschaden aus den oberen Etagen, auch etwas, was mein Ex-Mann selbst mit Abzug der Miete hatte eben schwarz machen sollen statt dass uns der Vermieter hatte einen Handwerker geschickt, um diese ja extremen Wasserschäden zu beheben .. es gab auch da nichts Schriftliches.
Den Mietern über uns sind nämlich mehrfach die Rohre geplatzt, die einfach zu alt und zu eng geworden waren und ausgetauscht hätten werden müssen.

Na ja .. es hat sich viel getan in Nettelsee, seit wir zum 1. Mai 2008 das Urteil bekamen, noch ein paar Monate die uns zu Unrecht verursachten Strom- und Wasserkosten abwohnen zu dürfen und dann raus zu müssen ... der Richter war übrigens sogar so hinterhältig, das dem Jobcenter zu melden. Wir hatten nichts davon, dieses Geld wiederzukriegen, denn da es von der Miete abgezogen werden durfte, berechnete das Jobcenter, wir hätten ja nun keine Mietkosten (obwohl man Strom ja definitiv selbst vom Regelsatz bezahlen muss und wir auch vorher bereits Hartz IV-Ansprüche hatten und die Nebenkosten für Wasser ja nicht alle über das Jobcenter gelaufen waren, weil wir nicht jahrelang Geld vom Jobcenter erhalten haben, sondern nur vorübergehend).

Wir haben tolle Gesetze und Richter in Deutschland, nicht?

Hier schaut Jürgen übrigens in die Richtung, wo sich früher einmal mein Weideland in Nettelsee befand ..ca. rechts rüber nach der Zone, wo die Bäume und Sträucher zu sehen sind, fing die Weide an und ging dann eine ganz Ecke rüber.

Na ja .. das Haus wurde verkauft und die neuen Käufer haben dann auch die beiden Mietparteien über uns inzwischen aus dem Haus geklagt. Mit einer der Mieterinnen habe ich nämlich Kontakt über Facebook und weiß das daher. Sie haben sich lange gewehrt und hatten auch kein Glück genauso wie wir damals.
In der Straße, wo wir früher gewohnt haben, lebten damals viele alte Leute. Viele gibt es heute nicht mehr. Sie sind gestorben und die Erben bauen gerade alles um.
Die Frau, die einen Teil unseres Weidelandes übernommen hat, ist allerdings noch da.
Auf dem Foto oben sieht man gut, wo mein altes Weideland war. Der Bauer, der das Maisfeld davor nutzt, hat mal wieder den Weg dorthin komplett bis an den Rand gepflügt, was er gar nicht darf. Ist typisch für den Mann. Meine Freundin Sandra wird mit ihren Pferden von der anderen Seite kommen und sich dort einen Trampelpfad angelegt haben. Ich bin früher immer von dieser Seite aus zu unserer Weide gelaufen, die nach der Busch- und Baumgrenze anfing und sich ganz hinter dem Maisfeld entlang zog. Sandra nutzt aber nur einen Teil davon. Der Rest ist aufgrund der geplanten Autobahn nämlich bald Naturschutzgebiet, da Ausgleichsfläche.
Die Autobahn ist noch nicht fertig, aber sie sind schon fleißig dabei, die Unterführungen dafür zu bauen, womit sie damals 2008, als wir aus Nettelsee weg zogen, noch nicht angefangen hatten.
Wir sahen das, als wir zu dem Hof fuhren, wo Allegra ihren Auftritt hatte.

Dieser Hof wurde schon zweimal weiter verpachtet, seit wir es miterleben. Damals kaufte ich Prima für Reno zur Gesellschaft .. ich dachte ja, Chiwa würde nicht überleben ... weil ich bei dem ersten neuen Pächter gefragt hatte, was es kosten würde, wenn ich Reno dort in Pension stelle. Der ist inzwischen pleite gegangen .. er war ja auch irrsinnig teuer und so gut der Hof trotz Reithalle nun auch wieder nicht. Jetzt ist dort eine Barock-Reitschule drin. Es ist offensichtlich nicht einfach, heute mit irgendwas bestehen zu bleiben, mit dem man sich selbständig macht.
Tja .. wir sind ja mit ca. 5 Jahren noch gar nicht lange weg dort, aber trafen nur noch einen der alten Nachbarn wieder .. so schnell verändert sich heute überall alles, vor allen Dingen in Dörfern, die genau genommen fast am Aussterben sind, weil sie aus Menschen bestehen, die fast alle im Rentenalter sind, wie es in Nettelsee ja damals der Fall war. Das Dorf war extrem überaltert und da ist es wohl normal, dass schon nach wenigen Jahren nichts mehr so ist wie es mal war.

LG
Renate

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