Mittwoch, 9. Mai 2012

Am Sonntag ist Schwiegermuttertag

Ich weiß von vielen Berichten, dass ich nicht der einzige Mensch bin, der im Alter kaum noch weiß, wie es den eigenen Kindern geht.

Nein .. ich habe meine Kinder nicht verlassen, nie geschlagen oder sie mißhandelt. Ich war verheiratet und meine Ehe war nicht sonderlich glücklich, habe aber durchgehalten, bis alle groß waren, und zwar in erster Linie den Kindern zuliebe, denen ich nicht habe zumuten wollen, mit mir alleine bereits als Kinder in einem Asozialenviertel leben zu müssen.

Meine Mama hat geholfen und musste leider sterben, ohne dass wir am Ende ihres Lebens viel Kontakt zu ihren geliebten Enkeln gehabt hätten.

Muttertag .. ach ja, ich erinnere mich vage, dass man mich da mal irgendwann, als die Kinder noch Kinder oder Jugendliche waren und keine festen Partner hatten, auch hofiert hat und mir gezeigt hat, ich werde als Mutter geliebt.

Ich glaube übrigens nicht, dass meine Kinder mich nicht mehr lieben.

Es ist auch nicht so, dass ich meine Kinder nicht  mehr liebe. Kinder liebt man immer und egal was sie tun, man will, dass es ihnen gut geht.

Heute hat meine jüngere Tochter Geburtstag, sie wird 31 Jahre alt. Ich weiß nicht, wie es ihr oder meinem Enkel von ihr geht.

Genau genommen weiß ich nichtmal, ob meine Kinder und Enkel noch alle am Leben sind, denn ich soll das auch nicht wissen.

Ich habe oft zu allen gesagt, ein vager Kontakt würde mich schon glücklich machen, mal eine kleine e-mail oder Postkarte, paar Fotos und die Info, wie es ihnen geht, und ich wäre ein glücklicher Mensch.

So quält es mich, dass ich nichts weiß und auch nichts wissen soll.

Das haben meine Schwiegermonster nunmal so beschlossen und die haben zu sagen. Und zwar alle.

Ich konnte mich nie gut durchsetzen, nicht in meiner Ehe und überhaupt.

Vielleicht habe ich das vererbt oder erzogen ... wer weiß.

Vielleicht haben meine Kinder auch nur das verdammte Pech, alle Partner zu haben, die ausgewachsene Muttersöhnchen oder die weiblichen Pendants dazu sind.

Ein kleines Beispiel soll das mal verdeutlichen:

Seit Jahren suchen Jürgen und ich eine Wiese in Preetz. Vor Jahren habe ich mal 3 Pferde hinter unser Haus gestellt, als ich noch verheiratet war. Zwei dieser Pferde hat meine jüngere Tochter einfach hinter meinem Rücken verkauft, aber keins davon an ihre Schwester, die sich offensichtlich jetzt ein neues Pferd gekauft hat.

Das zu dem Thema, als ich früher einmal sagte, bitte lasst uns alle gemeinsam dafür sorgen, dass die Pferde zusammen bleiben können und es ihnen gut geht, denn Pferde werden alt.

Jürgen und ich sorgen heute leider nur noch für die beiden Gnadenbrotpferde, was uns sehr schwer fällt, die anderen zwei .. ich weine um sie, weil ich auch da nicht weiß, ob es den Tieren gut geht, die für mich irgendwie auch fast wie Kinder waren und die ich als Fohlen mal gekauft habe, damit sie immer in unserer Familie bleiben.

Nun rief uns jemand an, der uns eine Wiese verpachten möchte und die liegt direkt neben der Wiese einer Bekannten von Jürgen. Der Mann ist erstmal in Urlaub gefahren, dann treffen wir uns um zu sehen, ob es gehen wird. Es ist nämlich größtenteils Sumpfland und ich weiß es eben nicht genau, ob man das Land wirklich gebrauchen kann, muss es mir dazu ganz genau anschauen und auch die Umgebung usw.

Wir fuhren also diese Bekannte besuchen, die Jürgen schon jahrelang kennt, es ist sozusagen fast eine Freundin und eins ihrer Pferde hat auch Hufrehe.

Und zu unserem Erstaunen stellten wir fest, dass meine Große, mein Schwiegersohn und ihre Tochter .. vielleicht auch mein Enkel, aber den haben wir nicht bewusst gesehen .. dort waren.

Ich kenne ja die Konflikte .. auch besser als der Jürgen .. und so haben wir auch so getan, als ob wir uns gar nicht kennen würden. Was wohl meine Enkel gedacht haben mögen, die ja sonst auch oft dabei sind, wenn wir ihre Mutter auf der Straße treffen und dann immer fröhlich lange plaudern, denn natürlich freut sich meine Tochter immer, wenn man sich mal zufällig sieht, auch wenn sie nicht kommen, schreiben oder anrufen darf, weil ihr Mann ihr das verboten hat.

Wegen des Sumpfschachtelhalms habe ich sie dann sicherheitshalber angerufen, um sie zu warnen, denn der wird auch auf der Weise nebenan wachsen und ist für Pferde in großen Mengen sehr gefährlich.

Ein Pferd dort ist tot und ein anderes hatte gerade schwer Hufrehe, und das nicht zum ersten Mal. Das mit der Hufrehe liegt sicher am Sumpfschachtelhalm. Woran das frühere Einstellpferd dort starb, weiß ich noch nicht.

Die größte Sorge meiner Tochter aber war, dass ihr Mann wie sie wörtlich sagte, mal wieder auf 180 gewesen sei, weil wir nun dort aufgetaucht sind.

Ja nichtsahnend, denn woher hätte ich wissen sollen, dass sie ihrer Tochter ein Pferd kauft und es ausgerechnet dort unterbringt, wo Jürgens alte Bekannte ihre Weide hat.

Das habe ich ihr auch so gesagt.

Ich habe gesagt, also wenn diese Wiese nichts taugt, dann suchen wir weiter. Sollte man sie gebrauchen können, dann sagen wir dazu ja, was ich einfach nur dann sagen kann, wenn ich mit dem Eigentümer geredet habe und mir vor allen Dingen das Weideland wirklich genau angeschaut habe und alles abgewogen.

Schließlich muss ich dort ein Pferd unterbringen, dass zu Hufrehe neigt und empfindlicher auf Gifte reagiert als gesunde Pferde.

Dann habe ich gesagt, sollte ihr Mann dort sein, werden wir so tun, als ob wir keinen kennen und falls nicht, sind wir eben nett wie immer. Sie soll das einfach ihren Kindern und Jürgens Bekannter klar machen.

Es ist ihr Mann ...und wenn sie meint, mit so einem Mann glücklich zu sein, dann muss sie auch die Konsequenzen tragen.

Ein bisschen gefällt mir diese paradoxe Situation sogar .. so haben meine Enkel endlich mal gesehen, wer eigentlich hier der Böse ist und wer das Opfer.

Wenn ein Partner dem anderen aufzwingt, nur noch die Schwiegereltern zu lieben und die eigene Mutter zu verleugnen, die der andere ja vorher weder gehasst hat noch keinen Kontakt wollte, sollte man sich da nicht fragen, ob so ein Kind mit so einem Partner wirklich glücklich sein kann?

Liebt man jemand, dem man den Kontakt zu der eigenen Mutter unterbindet eigentlich???

Ich glaube kaum.

Deshalb ist für mich am Sonntag Schwiegermuttertag.

Und weil ich meine Kinder wirklich liebe und immer geliebt habe, mache ich mir als Mutter natürlich große Sorgen um sie, denn sie können unter solchen Umständen gar nicht wirklich glücklich sein und meine Enkelkinder wahrscheinlich auch nicht.

LG
Renate

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