Dienstag, 29. Januar 2013

Bericht Nr. 18 über die Fortbildungsmaßnahme ProVil 50plus

Gestern hatte Jürgen das erste Mal Sport und hat sich dabei das Knie verrenkt ... smile. Eigentlich gar nicht witzig, denn er kann deshalb momentan schlecht laufen. Sie haben wie erwartet in Winterstiefeln und Jeans geturnt, schon mit Aufwärmtraining, hat er gesagt und dann mit so einem Gymnastikgummiband eine Art Stretching gemacht. Jürgens Knie ist das gar nicht bekommen und seinem Rücken auch nicht so gut. Er meinte, sie waren nur zu dritt, die anderen beiden waren noch steifer dabei als er.
Insgesamt denke ich, wenn man schon Sport mit älteren Leuten macht, sollte der doch schon in geeigneter Sportbekleidung stattfinden. So kann das ja nichts werden.
Jürgen ist eigentlich nicht unsportlich und war sogar mal Leistungssportler und ich kenne ihn ja gut.
Vielleicht hätte mir da passieren können, dass mir beim Turnen die Jeans geplatzt wären, was ich sicher nicht witzig gefunden hätte, da man sowas nunmal zumindest in Jogging-Kleidung oder so machen sollte.
Es gibt keinen Umkleideraum und auch nicht wirklich einen Plan, wann genau diese Turnstunden nun stattfinden.
Ansonsten sind sie mit ihrer Pressearbeit nicht weiter gekommen. Es ist wohl keiner aus der Gruppe wirklich motiviert, irgendwas zu schreiben .. was denn auch? Negativ soll es nicht sein, und passiert ist dort ja eigentlich nichts.
 Mein Blog wird wohl inzwischen auch von der FAW gelesen.

Moin Leute .. sollte ich zu Euch kommen, zieht Euch warm an. Ich war immer eine gute Schülerin und gehöre eigentlich nicht zu den Leuten, die Unterricht boykottieren, nichtmal beim Arbeitsamt oder der ARGE, aber es gibt Dinge, die zu weit gehen und dann kann ich auch zeigen, dass ich zur 68iger Generation gehöre, die in Deutschland mal eine Jugendrevolution angefacht hat. Ich war damals dabei und ich bin auch heute wieder dabei, mich gegen die Willkür in unserem Staat zu wehren, auch wenn ich verstehe, dass die einzelnen Maßnahmeträger gar nichts dafür können und die Leute in den Jobcentern unter einem extremen Druck von oben arbeiten müssen .. selbst schuld, sie haben den Job angenommen und müssen diesen Spagat eben so lange durchziehen, wie sie es aushalten können. Ich könnte das sicher nicht, dazu habe ich zu viel von der Eigenschaft, die man Gewissen nennt.

In meinem Studium Psychologie habe ich einmal gelernt, dass nicht viele Menschen in der Lage sind, einem Gruppendruck standzuhalten. Jeder von uns hat gesagt, er könnte das. Ich hoffe, ich kann das. Zumindest habe ich mir das damals fest vorgenommen, denn es nicht zu können, hat uns Staatformen wie die EX-DDR und die Hitlerzeit beschert.

Ja zurück zu Jürgens Erlebnissen.

Am Donnerstag hatte Jürgen ein Vorstellungsgespräch. Es war Leiharbeit, nur zeitlich begrenzt, da Aushilfe, allerdings was für einen Chemisch Technischen Assistenten, was ja Jürgens Beruf ist.

Ich wäre die Letzte, die dagegen wäre, wenn Jürgen sogar als Leiharbeiter auch nur für einige Wochen oder Monate wieder in seinem einmal gelernten Beruf arbeiten könnte.

Er wird aber wohl nicht klappen, denn es wurde jemand mit Berufserfahrung in der Abfallbranche gesucht, und die hat Jürgen nicht.

Ich hätte also, wenn ich das gesehen hätte, nicht die Idee gehabt, dass es sich lohnt, dass Jürgen sich darauf bewirbt.

Da er sehr spontan nach Kiel musste, sieht es wieder so aus, dass wir das Fahrgeld für dieses Vorstellungsgespräch nicht erstattet bekommen.

Bevor ich begann, Texterin zu werden, habe ich sehr intensiv nach Arbeit gesucht und mich sehr oft irgendwo vorgestellt oder auch teure schriftliche Bewerbungen abgeschickt oder aber lange und teure Gespräche mit Handy-Nummern geführt. Ich habe nicht einen Cent dieser Kosten erstattet bekommen. Handy-Gespräche bekommt man nicht erstattet. Schriftliche Bewerbungen nur nachdem man ein Antrags-Formular mit bekommen hat, wo man sie eintragen kann. Vorstellungskosten in Form von Fahrkarten oder Benzingeld nur für die Vorstellung auf sozialversicherungspflichtige Tätigkeiten, nicht bei 400-Euro-Jobs und auch dann nicht, wenn man nicht vorher um Erlaubnis gefragt hat, sich überhaupt dort vorstellen zu dürfen.

Da das in der Praxis selten möglich ist, in der heutigen Zeit bei einem Vorstellungsgespräch nicht sofort ja dazu zu sagen, werden sicher auch solche Kosten so gut wie nie jemand erstattet werden, denn wer da zu lange wartet, kriegt so einen Job garantiert nicht mehr.

Man bekommt ohnehin nur Fahrgeld für die absolut kürzeste Entfernung und keine tatsächlichen Kosten für ein Vorstellungsgespräch erstattet.

Nach einem Parkplatz suchen, sich womöglich verfahren, ist da nicht drin, obwohl das ja in der Realität ganz anders aussieht.

Jürgen hat sich natürlich komplett verfahren und mich mehrmals angerufen, so dass ich erstmal zigmal google maps fragen musste, wo er denn eigentlich steckt.

Es rief dann noch ein anderes Leiharbeits-Unternehmen wegen des gleichen Jobs bei uns an und am nächsten Tag kam für dieselbe Stelle noch ein drittes Schreiben vom Jobcenter selbst.

Nun ja, es wird sicher nichts werden, denn die erste Leiharbeits-Firma sagte gleich, Jürgen hätte da gar keine Chance.

Es hat also nur wieder sicherlich 20 Euro sinnlos Benzin verplempern bedeutet, dass er sich dort vorstellen war.

Aber nun ja, die Leute von der FAW haben versucht, ihm etwas zu vermitteln, das zumindest in etwa seinen Fähigkeiten entsprach und können es so genau wie ich das als seine Frau kann, sicher nicht wissen, was er wirklich genau gemacht hat und wo er eine Chance hätte.

Ansonsten hat Lars extrem viel Arbeit für uns und genau genommen hätte ich kaum Zeit gehabt, das hier zu tippen .. aber da es wichtig ist, das alles festzuhalten, habe ich sie mir dennoch genommen.

LG
Renate



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