Verwirrend, aber schon interessant
Es kommt ja laufend was darüber in den Nachrichten, deshalb habe ich mal einiges über diesen Fall zusammengesucht.
LG Renate
Die eigentliche Story, Teil 1 und 2 zum Nachlesen
http://www.ndr.de/regional/schleswig-holstein/steuer169.html
http://www.ndr.de/regional/schleswig-holstein/steuer169_page-2.html
Wichtige Info .. die ich deshalb auch noch als Kopie rausgeschrieben habe.
http://www.ndr.de/regional/schleswig-holstein/steuer171.html
Das Steuermodell Uthoff
Professor Detlef Uthoff ist eine feste Größe im Kieler Establishment.
Er operiert in seiner Privatklinik berühmte Sportler und ist als Sänger
eine regionale Berühmtheit. Doch es gibt auch die andere Seite von
Uthoff - die des Immobilien-Unternehmers. Und in dieser Rolle wurde der
Mediziner zum Problemfall für die Stadt Kiel und für die
Oberbürgermeisterin.
Die Ausgangslage
Detlef Uthoff muss in den 90er-Jahren Immobilien verkaufen, um
Bankkredite bedienen zu können. Für die Verkäufe soll er Einkommen- und
Gewerbesteuer zahlen. Neben den verbliebenen Bankschulden laufen dadurch
auch noch jahrelang Steuer-Schulden beim Finanzamt und der Stadt Kiel
auf. Die Stadt fordert rund 4,1 Millionen Euro Gewerbesteuer plus circa
3,7 Millionen Euro Zinsen plus Nebenkosten.
Forderungsaufkauf
In der Folge werden Uthoff-Kredite von den Banken weiter verkauft,
obwohl sie offenbar kaum noch einen Wert hatten. Die Forderungen wandern
gegen Geld an mehrere sogenannte Forderungsverwertungsgesellschaften.
Diese Gesellschaften gehörten vor allem Uthoffs Ehefrau und anderen
Personen aus Familie und Umfeld des Arztes. Die wichtigste ist in der
Folge sogar an Detlef Uthoff übergegangen. Der Mediziner hat damit vor
allem Schulden bei einer Gesellschaft, die ihm selbst gehört.
Drohszenarien
Dem Finanzexperten Peter Nippel zufolge hat der Mediziner nun die
Möglichkeit, mit einer Insolvenz zu drohen. Denn ein Großteil der
Konkursmasse würde direkt an Uthoffs Frau und sein persönliches Umfeld
gehen. Das Geld bliebe in der Familie, die Stadt müsste einen Großteil
ihrer Forderungen abschreiben.
Das "Nein" vom Finanzamt
Das Finanzamt lehnt den Antrag Uthoffs auf einen Steuererlass ab. Es
sei unwahrscheinlich, dass Frau Uthoff die Schulden gegenüber ihrem Mann
eintreiben werde. Eine Insolvenz sei deshalb nicht zu erwarten.
Die Eil-Entscheidung
Kiels Oberbürgermeisterin Susanne Gaschke erlässt Detlef Uthoff Mitte
Juni per Eilentscheid die Zinsen in Höhe von 3,7 Millionen Euro. Sie
begründet ihre Entscheidung in erster Linie mit der drohenden Insolvenz
und der Befürchtung die Stadt würde in diesem Fall leer ausgehen.
Noch mehr Infos:
http://www.ndr.de/regional/schleswig-holstein/gaschke123.html
http://www.shz.de/schleswig-holstein/panorama/die-armut-des-reichen-augenarztes-id3630381.html
Daraus:
Aufgelaufen waren die Steuerschulden, weil Uthoff seit Anfang der
90er Jahre nicht nur Geld mit seinen Augen-Operationen verdienen wollte,
sondern auch kräftig auf dem Immobilienmarkt mitmischte. Damals kaufte
er rund 300 Wohnungen in Rendsburg, später dann um die 100 Einheiten in
Flensburg. Noch heute erinnern sich Bewohner, dass Investor Uthoff
kurzfristig Gewinne einstrich und die Wohnungen in kürzester Zeit
verkommen ließ.
Nachhaltig Glück hatte Uthoff mit dem Geschäft nicht. Er geriet in
Schieflage, musste verkaufen und blieb auf Schulden sitzen. Die wurden
später von den Banken weiterverkauft. Allerdings nicht an knallhart
agierende Hedgefonds, sondern an eine Verwertungsgesellschaft, die
Uthoffs Ehefrau Anke gründete. Sie kaufte offenbar die Schuldscheine zu
einem Bruchteil des Nominalwertes auf, setzte die Schulden aber in
voller Höhe in ihre Bücher: Ehemann Detlef konnte also behaupten, dass
es ihm wegen hoher Verbindlichkeiten unmöglich sei, die Forderungen des
Fiskus' und der Stadt zu begleichen. Das Finanzamt hat ihm nach
Informationen des NDR und von „Spiegel Online“ die Behauptung, es drohe
eine Insolvenz, nicht abgenommen und die Steuerschuld – es ging um
Einkommensteuer in Millionenhöhe – eingetrieben. Gaschke sah das bei der
Gewerbesteuer, einer Kommunalsteuer, anders. Ihre Eilentscheidung wird
nun von der Kommunalaufsicht geprüft.
Die Zweifel des Finanzamtes an der offiziellen Armut von Uthoff waren
offenbar nicht unberechtigt. Der Professor, der immer noch gern als
Elvis-Imitator mit seiner Band auf der Bühne steht, besitzt dem
Vernehmen nach auf Sylt ein Sommerhaus, wohnt im Nobelviertel
Kiel-Düsternbrook und pflegt teure Hobbys. Angeblich macht er gerade den
Flugschein, um mit einem neuen Privatjet abzuheben. Insider sprechen
von einem umfangreichen Firmen- und Beteiligungsgeflecht samt Stiftung,
das der Familienclan in Kiel und Hamburg aufgebaut hat. Nur die Banken
machten wegen der unerledigten Steuerschulden Stress.
Für
Rainer Kersten
vom Steuerzahlerbund bleiben viele Fragen. „Der Erlass von
Steuerschulden ist eine Super-Sonder-Spezialausnahme, die nur in einem
ganz seltenen Einzelfall möglich ist“, erklärt Kersten und führt als
Beispiel einen selbstständigen Einzelunternehmer an, der gegen einen
Baum fährt und gelähmt in der Klinik liegt. „Dem kann der Fiskus Steuern
erlassen, sonst niemandem.“ Das erfordere das Gebot der Gleichmäßigkeit
der Besteuerung.
http://www.kn-online.de/Lokales/Kiel/Kieler-Steuer-Deal/Kieler-Steuer-Deal-Familie-Uthoff-besitzt-mehrere-Unternehmen-in-Kiel-und-Osdorf-Augenarzt-verweist-auf-das-Steuergeheimnis
http://www.augenklinik-bellevue.de/unsere-klinik/unser-team/aerztliche-leitung.html