Dienstag, 11. September 2012

Montag, 10. September 2012

An unsere Eltern im Regenbogenland

Ich mache mir oft Gedanken darüber, was mit einem Lebewesen nach dessen Tod passieren mag. Ich hoffe, dass sich alle, die sich im Leben gern hatten, dort irgendwie wiederfinden mögen und vielleicht schaut Ihr ja auch irgendwie von dort sozusagen auf uns herab.

Im Moment frage ich mich auch, ob Eltern gemeinsam auf solche Kinder, die gerade zusammen gehören, wie der Jürgen und ich, herab schauen und auch gemeinsam beobachten, wie es uns hier auf der Erde noch lebend so geht.

Die schöne Rose ist nicht vom Friedhof, sondern die habe ich vorgestern auf dem Bauernhof gefunden, wo wir immer mit unseren Pferden unsere Freizeit verbringen. Aber sie ist schön, nicht?

Hallo Mama und Lilo, Ihr beide kennt Euch ja ein wenig aus der Zeit, als Jürgen und ich häufiger bei Lilo in Bad Nenndorf waren und Dich, Mama auch mal mitgenommen haben. Außerdem habt Ihr zwei ja öfter mal telefoniert, als Ihr das noch beide gut gekonnt habt.

Hallo Hans, Dich kenne ich nur von den vielen Geschichten, die Jürgen von Dir erzählt und ich weiß ziemlich genau, dass Du Dir gewünscht hast, im Tod mit Deiner Lilo gemeinsam auf dem Friedhof zu liegen. Das ist nun leider nicht so und weder Jürgen noch ich können nachträglich etwas daran ändern.
Da, wo der Jürgen am Tag von Lilos Beerdigung so ratlos steht und überlegt, dass Dein Grab doch hier gewesen sein muss, Hans, hättet Ihr beide eigentlich Eure letzte Ruhe finden sollen. Aber das Grab wurde aufgelöst. Unser Land ist hart geworden. Es ehrt weder die Toten noch die Alten mehr, aber dass ich mich darüber aufrege, hilft Euch beiden jetzt leider auch nicht. Es ist eben so passiert.
Wenn wir das nächste Mal nach Bad Nenndorf kommen, wird auch dieses Grab, an dem wir Dir Lebewohl gesagt haben, Lilo, nicht mehr da sein. Nur einen Blumengruss werden wir irgendwo dort auf der großen Rasenfläche für Dich hinlegen können, der aber durch die Friedhofsgärtner mit etwas Pech schon wenige Stunden danach wieder weg geräumt werden könnte.
Was ist ein Grab? Was symbolosiert ein Grab? Oder was symbolisierts so eine kleine Geschichte, geschrieben an Euch Verstorbene?
Für mich ist ein Grab ein Ort, der hilft, einen geliebten Menschen nicht zu vergessen und so eine Geschichte wie diese hier ist für mich genau das gleiche, nämlich ein virtueller Ort, um Erinnerungen festzuhalten und ein neues Band zu Euch ins Jenseits zu knüpfen, damit Ihr nicht vergessen werdet und damit Ihr weiterhin zu unserem Leben dazu gehört und wir zu Eurem.
Ich hoffe, dass Euch das so recht ist.
Was ich noch mehr hoffe ist, dass es Euch auch recht ist, wenn wir in Zukunft, wenn wir zum Grab von meiner Mama Lieschen gehen, dabei auch an Lilo und Hans denken und weil die beiden kein richtiges Grab haben, dort in Zukunft auch Blumen für sie pflanzen oder im Winter das Gesteck für Euch alle drei gestalten, als gemeinsames Symbol für unsere Eltern, die nun nicht mehr bei uns sein können.
Noch ist Mamas Grab von uns für sie allein gestaltet worden und sieht im Moment noch so aus. Ich zeige es Euch jetzt mal.
Wusstest Du, dass der Jürgen jetzt einen ganz ähnlichen Beruf hat wie Du früher,Hans? Ich glaube, das würde Dich freuen und Lilo hätte es auch gefreut, dass Ihr Sohn  nicht mehr als Hilfsarbeiter arbeiten muss und Mama hat ja immer gewusst, dass es früher mein Traum war, als Journalistin zu arbeiten.
Nur die Bezahlung könnte besser sein, aber die ist heute in allen Branchen eben nicht mehr so toll und wir tragen mit unserem Blog sicher auch mit dazu bei, so viel zu meckern, dass es sich eventuell in diesem Land irgendwann wieder ändert und auch alte Leute wieder die Möglichkeit haben, auch aus dem Altersheim heraus das Grab ihres verstorbenen Partners zu erhalten, denn dass man sie heute nicht zu ihren Toten auf den Friedhof lässt und sogar deren Gräber auflöst, kann ja wohl kein Dauerzustand bleiben.
Für Euch drei aber muss es jetzt so gehen und ich hoffe, wir können uns auch weiterhin leisten, zumindest ein wenig Blumenschmuck für Euch immer frisch auf diesem Grab zu haben.
Und versprochen, wenn wir im November zum Totensonntag dieses Grab gestalten, wird das für Euch alle drei das Symbol auf der Erde sein, dass wir an Euch denken.
Und hier virtuell sei Euch versprochen, dass dieser Text an Euch nicht der letzte sein wird, ganz sicher nicht.

Ich denke an Euch und passe gut auf den Jürgen auf und er auf mich, was meine Mama mir vor ihrem Tod noch gesagt hat und dass sie das sehr beruhigt.

Eure Renate




Wer schrieb eigentlich die Filmmusik zu "Fluch der Karibik" 

 

He's a Pirate

 The Black Pearl

Barbossa is hungry

One Last Shot

Skull and Crossbones



Die Musik kennt garantiert fast jeder, den Namen kannte bis gestern nichtmal ich.Die Filmmusik der Filmreihe "Fluch der Karibik" stammt von Klaus Badelt. Mehr über ihn könnt Ihr in Wikipedia lesen.

 

Das hier und noch viel mehr ist alles auch von ihm, der Mann war nämlich sehr fleißig beim Schreiben von erstklassiger Filmmusik.





Linda and Jim - Die Vorahnung

Oder die Hintergrundmusik für ein Spiel wie Final Fantasy ist auch von ihm.

Final Fantasy X

Über das Privatleben dieses genialen Musikers findet man leider gar nichts, aber vieleicht ist ja die Musik sein Leben.

LG
Renate




Psychisch krank oder einfach nur selbst schuld?

Kann man jemand retten, der den Kopf einfach in den Sand steckt?

 Mein Freund und ich leben selbst von ergänzenden Hartz-IV-Leistungen und ich weiß genau, wie schwer es ist, so finanziell über die Runden zu kommen. Ich weiß auch genau, wie schlecht in Deutschland heute viele Jobs,die man vielleicht noch machen könnte, bezahlt werden. Genauso wäre ich hilflos, wenn ich heute davor stünde, ganz alleine ohne Hilfe, aber auch ohne Geld für professionelle Hilfe umziehen zu müssen.

Ich weiß außerdem genau über meine eigene Mutter, dass es Menschen gibt, die es schaffen, ihr ganzes Leben lang nicht wirklich zu arbeiten und mit ihrer Hilflosigkeit andere Menschen dazu zu bringen, ständig für sie da zu sein, denn so war meine eigene Mutter, die mir zwar schon im Haushalt half, aber die ich ansonsten mein ganzes Leben lang, bis sie mit 91 Jahren schließlich starb, habe mit durchschleifen müssen ..... oder nein, nicht müssen, aber ich brachte es nicht übers Herz, sie im Stich zulassen, obwohl ich oft dachte, sie hat selbst schuld an ihrem Los, denn das einzige, was sie immer gut konnte war Hilfe fordern und dabei noch wunderbar Kritik austeilen, wenn ihr Leben nicht so verlief, wie sie es sich gewünscht hätte, nämlich sorgenfrei.

Momentan erlebe ich gerade mit, wie eine junge Frau im Alter meiner Töchter dabei ist, sich selbst zugrunde zu richten. Wenn es ganz hart kommt, schreit sie um Hilfe, aber jede Hilfe zur Selbsthilfe, die man ihr zeigt, ignoriert sie immer wieder und meldet sich immer nur dann, natürlich wieder wegen Hilfe, wenn mal wieder eigentlich alles zu spät ist.

Ich bin eine vehemente Verfechterin des BGE, weil ich glaube, unser reiches Land sollte Menschen nicht so viel Not aussetzen, dass sie in Lebensgefahr geraten. Aber in diesem Fall denke ich auch oft, ob es nicht auch im Falle von psychischen Erkrankungen oft Sinn machen würde, solche Menschen einfach dazu zu zwingen, gewisse Aktivitäten an den Tag zu legen statt darauf zu warten, dass sie irgendwann viel zu früh in ihrer eigenen Wohnung oder gar auf der Straße, weil obdachlos, tot aufgefunden werden.

Diese junge Frau könnte das locker schaffen, irgendwann einfach nicht mehr zu leben, weil sie selbst beschlossen hat, sich ohne jede Aktivität in ihrer eigenen Wohnung zu vergraben und zu riskieren, dass man ihr dem Strom abschaltet, ihr die Wohnung fristlos kündigt und ihr den Regelsatz so weit kürzt, das sie einfach nichts mehr zu Essen hat, aber selbst die Aktivität, zur Tafel zu gehen, sich in die Schlange zu stellen und sich was zu Essen zusammenzubetteln, ist für sie in ihren Augen ja schon zu viel.

Allein die Monatsplanung, sich eine Monatskarte zu besorgen, einige Schritte zum Bus zu laufen, um alleine einzukaufen, ist ihr bereits zu viel. Sie verlässt sich darauf, dass immer jemand da ist, der sie fährt oder ihr alles mitbringt, was sie braucht.

Denn ihr Motto ist ja ihr Übergewicht, das sie sicher gar nicht los werden möchte,denn so hat sie geschafft, vom Jobcenter und Hartz IV weg zum Bezug von Soziialhilfe zu gelangen.

Aber das ist nicht genug. Als ihre Tochter auszog, hat sie keinen Versuch unternommen, aus ihrer 3-Zimmer-Wohnung auszuziehen. Inzwischen wird zwar die Miete weiterhin bezahlt, aber das Sozialamt kürzt ihr den Regelsatz. Trotzdem geht sie nicht zur Tafel, um ihre Lebensmittelvorräte zu ergänzen, denn dann müsste sie sich ja körperlich bewegen.

Es gibt ständig Probleme mit unbezahlten Rechnungen. Ich kenne das, bei uns liegt es daran, dass auch unsere beiden Problempferde leben möchten und das ist nicht ganz billig, habe auch schon oft böse Mahnungen wegen des Stroms und anderen wichtigen Dingen bekommen, aber bisher immer noch geschafft, dann doch im letzten Moment zu bezahlen oder mal ein paar Tage Aufschub zu erbetteln.

Dazu muss man aber zum Briefkasten laufen. Auch das tut diese junge Frau oft wochenlang nicht. Unlängst sprachen mich ihre Nachbarn an, ob alles bei ihr okay sei, denn ihr Briefkasten war buchstäblich geplatzt und viele Briefe raus gefallen, von denen die Nachbarn meinten, da könnte nichts Gutes drin stehen. Jürgen rief sie daraufhin besorgt an. Sie war da, schlief aber gerade wieder einmal, obwohl es eigentlich nachts um halb 12 nicht ihre Zeit zum Schlafen war, denn sonst schläft sie immer die ganzen Tage durch, ist aber nachts oft bei ihren Online-Spielen aktiv.

Als man ihr den Strom abgestellt hatte, haben wir ihr geholfen zu telefonieren und sie kriegte wieder Strom. Ich konnte sie überreden, sich auch als Texterin zu bewerben und sie wurde sogar angenommen, aber auch den Job übt sie anders als ich nicht aus.

Sie muss dazu nicht raus gehen, sich nicht viel bewegen. Sie kann schreiben, sie ist nicht dumm, sie kann gut mit dem PC umgehen und selbst Aufträge gibt es anders als über Sommer momentan sogar wieder nachts auf diesem Portal, denn das Sommerloch der Texter ist langsam vorbei.

Sie meinte dann, es fiele ihr schwer und ob sie jetzt, wenn Jürgen seinen 50plus-Kurs übers das Jobcenter machen muss, nicht von mir Hilfe kriegen könnte und an seinem PC arbeiten. Ich war nicht begeistert, aber habe ja gesagt, habe gesagt, ab 8 bin ich hier und sie kann mit mir gemeinsam schreiben, ich helfe ihr auch, wenn sie noch Fragen hat, in diesen Job rein zu kommen.

Am 3.9. hatte Jürgen seinen ersten Tag .. heute ist der 10.9. und sie ist wieder nicht gekommen. Ich bin extra ihretwegen ganz früh mit dem Hund draußen gewesen, damit ich auch da bin, wenn sie klingelt und Hilfe bei der Arbeit brauchen könnte.

Vor einer längeren Zeit half ihr insofern, dass ich ihr eine Mitarbeiterin von der Lebenshilfe-Einrichtung Brücke besorgt habe. Aber auch diese Leute geben eben Hilfe zur Selbsthilfe, die diese junge Frau aber nicht annimmt.

Ich bin sicher, irgenwann schreit sie wieder um Hilfe, weil sie davor steht, keinen Strom, kein Telefon und nichts mehr zu Essen zu haben, aber auch nicht bereit ist, ihre eigenen Füße zu nehmen und sich selbst darum zu kümmern, wie sie weiterhin überlebt. Es wäre auch denkbar, dass sie irgendwann im Obdachlosenasyl dieses Ortes landet.

Genauso würde es mich nicht wundern, wenn sie irgendwann wie eine andere Nachbarin, die wir hier früher einmal hatten, tot in ihrer Wohnung gefunden wird .. weil der Stress, Hunger und Angst sie umgebracht haben.

Was ich mich frage ist, es könnte ihr besser gehen, warum kriegen manche Menschen den Kopf nicht aus dem Sand gezogen?

Und was könnte man tun, um solchen Menschen noch zu helfen?

Hat dieser Typus Mensch unbewusst das Bedürfnis, früh sterben zu wollen und bringt sich auf diese Art und Weise selbst stufenweise um? Aber warum?

Und diese Frau ist sicher kein Einzelfall, es gibt garantiert mehr davon.

Genau genommen müssen unter deren Verhalten viele andere Hartz-IV-Empfänger leiden, denen man unterstellt, ebenfalls zu faul zum arbeiten zu sein, obwohl das die meisten armen Leute ganz sicher nicht sind.

LG
Renate


Sonntag, 9. September 2012

Literatur, um Gräser zu bestimmen


Ich habe mich unlängst über einen Link, den ich fand, mit Frau Dr. Vanselow unterhalten, die diverse Bücher und Broschüren zur Bestimmung von Gräsern und anderes, was nützlich in bezug auf die Pferdeweide sein kann, geschrieben hat. Ich stelle hier einmal einige Links rein, falls der eine oder andere von Euch mal ein Buch kaufen möchte, denn alles findet man im Internet ja oft nicht.




Bei unseren momentann Weiden könnte es sein, dass Rotschwingel beim Bewuchs überwiegt, aber ganz genau werde ich das sicher erst im kommenden Frühling rausfinden können, da jetzt die Weiden abgegrast oder abgemäht wurden und die Gräser nicht blühen.

LG
Renate


Endlich Stop für Waffenexporte!


Schaut Euch dazu mal bitte dieses Video an, danke.

Waffenexporte stoppen


LG Renate

Interessante Ansichten von H. M. Pilartz zum Thema Hufrehe

Über seine Ideen vom Fruktan-Märchen und vieles mehr 

Den Link zu dem sehr langen Text findet Ihr unten. Ich werde nur ab und zu jetzt hier in meinem Blog dazu Stellung nehmen.
Leider steht kein Datum dabei, was ich immer schade finde. Ich glaube aber, der Text kann noch nicht allzu alt sein, was sich aus den Aussagen ergibt.

Zitat 1:
  
"Während man in den U.S.A. und in Australien weitgehend zu wissen scheint, dass nicht Fruktane, sondern Zucker und Stärke insgesamt über den Insulin-Stoffwechsel auch ohne Darmgeschehen Hufrehe auslösen, hängt man in Deutschland immer noch an Fruktanen als Ursache und gibt gefährliche Empfehlungen zur Weidezeit nach Frostnächten heraus.
Aktuell laufen zwei spannende Forschungsvorhaben zum Thema Hufrehe in Deutschland. "

Endlich denkt mal einer ähnlich wie ich, dass man nichtmal in Australien, dem Heimatland von Chris Pollitt Fruktan für besonders relevant beim Ausbruch der Hufrehe hält.

Zitat 2:
"Ursachenstreit
Die weitaus verbreitete Form der Hufrehe ist die Fütterungsrehe. Hierzu gibt es eine Anzahl von sich widersprechenden Lehrmeinungen. Bis vor etwa 10 Jahren war man in Deutschland einhellig der Meinung, der Verursacher wäre zuviel Eiweiß, weil Fütterungsrehen entweder nach einer Plünderung der Haferkiste oder auf frischem, grünem Frühlingsgras auftraten. Auch Histamin wurde schon als Verursacher vermutet.
Der auch in Deutschland bekannte australische Hufrehe-Forscher Dr. Christopher Pollitt wies bereits in 2001 nach, dass man Hufrehe mit der Verabreichung von Fruktanen auslösen kann. Das sind langkettige Zuckermoleküle, die im Gras eine Speicherform des durch die Photosynthese gebildeten Zuckers darstellen. Zucker ist der Stoff, der Pflanzen wachsen lässt. Unter bestimmten Bedingungen wird Zucker gebildet, aber ein Pflanzenwachstum ist nicht möglich. Z.B. weil es zu kalt ist (Frostnächte im Frühjahr) oder weil es an Wasser fehlt. Dann speichert das Gras Zucker in Form von Fruktanen.
Langkettigen Zuckermoleküle sind in der Pferdeverdauung nicht so leicht aufzuschließen, man stellte die Theorie auf, dass zuviel davon im Dickdarm des Pferdes ein sog. „Darmgeschehen“ (Dysbiose) auslöst. Durch das massive Absterben von Darmbakterien und ein Durchdringen von den dabei entstehenden Giftstoffen durch die Darmwand würde das dramatische Geschehen in den Hufen auslöst.
Der Hufreheforscher Pollitt zeichnet sich dadurch aus, dass er im Abstand von wenigen Jahren seine eigenen Theorien – zumeist durch tierschützerisch fragwürdige Experimente untermauert – komplett auf den Kopf stellt.
Seine letzte mir bekannte Kehrtwendung erfolgte mit Unterstützung von Asplin und McGowan, man verabreichte gesunden, schlanken Ponys Insulin und löste damit zuverlässig Hufrehe aus. Und zwar ohne jegliches Darmgeschehen….
Insulin als Auslöser von fütterungsbedingter Hufrehe passt weitaus besser als alle bisherigen, eigentlich veralteten Theorien zur Wirklichkeit.
Denn beim Insulinstoffwechsel spielen Zucker und Stärke eine entscheidende Rolle.
Fruktane gehören auch dazu, sind aber nicht allein verantwortlich. Und das erwähnte Darmgeschehen ist vermutlich oft, aber durchaus nicht immer eine Begleiterscheinung, aber wahrscheinlich kein Glied in der Ursache-Wirkungs-Kette."

Er erklärt das dann auch auf seine Weise oder wie er sich das vorstellt, wozu ich nicht wirklich etwas sagen kann, weil ich die aktuellen Versuche von Chris Pollitt mit Insulin noch nicht übersetzt habe, werde ich wohl einmal machen, um da nicht aus zweiter, sondern erster Hand die Infos zu ziehen.

Zitat Nr. 3:

"Das typische Hufrehe-Pferd ist ein schneckenfettes Pony auf einer ratzegrünen Weide, welches zusätzlich noch täglich reichlich Mueslifutter oder Hafer von seinem wohlmeinenden Besitzer bekommt. Das Tier wird kaum bewegt, weil der Besitzer keine Lust oder keine Zeit hat, ausreichend Bewegung durch eine große Herde und/oder eine große Weide gibt es auch nicht."

Da redet er nun allerdings einen ziemlichen Unsinn. Ich kenne unendlich viele Hufrehe-Fälle, von denen Überfütterung am allerwenigsten die Ursache gewesen sein wird.

Zitat Nr. 4:

"
Ein weiterer Grund für die immer mehr zunehmenden Hufrehe-Fälle ist aber auch grenzenlose Unvernunft der Pferdebesitzer. Viele glauben, Gras und Heu wären für ein Pferd so etwas wie Nudeln oder Kartoffeln für den Menschen. Also müsse da unbedingt noch Getreide – am besten als Muesli-Futter – dazu.
So gibt man den vielen leichfutterigen Import-Rassen, die eigentlich gar nicht auf unsere Weiden mit nährstoffreichen Böden passen und sowieso schon durch moderne Hochleistungs-Grassorten hoffnungslos überversorgt sind, quasi den letzten, oft entscheidenden „Schubser“ Richtung Hufrehe."

Auch diese Äußerung halte ich für gelinde gesagt Schwachsinn. Die Vermutung, Gras und Heu wäre das, was für den Menschen Nudeln und Kartoffeln sind, ist gar nicht so schlecht. Auch beim Menschen reichen Nudeln und Kartoffeln nicht aus, um ihn vollwertig zu ernähren und beim Pferd reichen Gras und Heu, egal ob gut oder schlecht, dafür genauso wenig aus. Ein Pferd braucht auch Vitalstoffe und gerade, wenn es wenig Gras oder Heu bekommt, weil es zu Hufrehe neigt, erst recht. Was allerdings zu bedenken ist, ist in erster Linie, dass das Zufütter natürlich und nicht synthetisch aus der Chemiefabrik ist .. denn gerade das Argument, ein gutes Mineralfutter wäre besser als ein Müsli, ist ein großer Fehler.

Auch Jürgen hat gerade wieder in seiner Weiterbildungsmaßnahme im Fach Ernährungslehre gelernt, keine Chemie ... das schadet mehr als es nutzt, aber Vitalstoffe sind elementar wichtig !!!!
Zitat Nr. 5

"Was tun mit übergewichtigen Pferden? Am wichtigsten ist, dass man sie NIEMALS hungern lassen darf. Die Pferdeverdauung ist auf Dauerbetrieb ausgelegt, lange Fresspausen führen nicht nur zu Frust, auch Magengeschwüre oder Kolik können die Folge sein. Außerdem kann bei plötzlichem Futterentzug der Leberstoffwechsel lebensgefährlich entgleisen (Hyperlipidämie). Man muss also für ausreichend Futter mit möglichst niedriger Energiedichte sorgen (mindestens 1-1,5 kg pro 100 kg Lebendmasse täglich!).
Es mag teuer erscheinen, z.B. im Rheinland das Heu aus der Eifel, dem Hunsrück, oder dem Westernwald über evt. 100-150 km heran zu schaffen. Aber solches sehr arten- und kräuterreiche Heu gewährleistet die Versorgung mit allem, was das Tier braucht. Lediglich einen Salzleckstein und sauberes Wasser braucht es zusätzlich. Man möge kritisch prüfen, wie viel Geld man im Laufe des Jahres für alle möglichen Mittelchen oder teures Mueslifutter ausgibt. Den Tieren bekäme es besser, hätte man dafür gutes Heu aus evt. weiter entfernten Regionen gekauft. Schließlich hat kein Island-Pferd je darum gebeten, im Rheinland leben zu dürfen."

Auch falsch. Laut meinen Tabellen aus dem Buch von Profl Meyer und Prof. Coenen "Pferdefütterung" war keine Heuprobe darunter, die so aussah, dass nur Heu für die optimale Versorgung der Tiere ausgereicht hätte. Zufüttern ist wichtig, es kommt aber darauf an, richtig zuzufüttern.

Zitat Nr. 6

"Nach landläufiger Meinung der Tierärzteschaft ist es völlig unmöglich, eine Hufbein-Rotation oder gar ein komplettes Absinken des Hufbeins in der Hornkapsel zurück zu führen. Das stimmt, aber nur in der Momentaufnahme.
Es gibt inzwischen eine große Zahl von Beispielen dafür, dass eine sinnvolle, immer individuell auf den Einzelfall abzustimmende Behandlung und regelmäßige Bearbeitung auch von sehr stark geschädigten Rehehufen über einen Zeitraum von 8-14 Monaten dem Hornschuh ermöglichen kann, wieder korrekt an das Hufbein heran zu wachsen. Als Ergebnis hat das Tier dann wieder einen voll belastbaren Huf."

In dieser Beziehung gebe ich ihm recht. Ich weiß aus meinem Hufrehe-Forum von vielen Fällen und auch von meinem eigenen Rehe-Pony, dass sich der Huf wieder normalisieren kann, ob das immer so schnell geht, sei dahin gestellt, aber es geht, mal schneller, mal langsamer. Auch in diesem Fall kommt es auf das Pferd an und auch daran, dass man möglichst schnell die Ursache für die Hufrehe heraus findet und so die Heilung auch erfolgen kann.

Was er anschließend über die in seinen Augen richtige Hufbearbeitung sagt, kann ich nicht bestätigen. Ich gebe ihm insofern recht, dass weitere "Reheschübe" biomechanischer Natur sein können. Bei meinem Pony waren die durch meine damalige Tierärztin diagnostizierten "Reheschübe" auch keine Reheschübe, sondern lediglich Hufgeschwüre durch falsche Hufbearbeitung, und zwar nicht durch einen Schmied. Gerade erlebe ich aktuell in meinem Hufrehe-Forum, dass so etwas auch ein normal ausgebildeter Hufschmied schaffen kann, denn eines unserer Patienten lief bereits besser und lahmt nun nach der Hufbearbeitung durch einen ganz konventielell ausgebildeten Hufschmied stark und der kommt mit den gleichen Argumenten wie früher meine Hufheilpraktikerin nach Strasser, dass das sogar eine gute und gesunde Reaktion wäre. Das ist definitiv nicht so. Ich denke allerdings, dass die Wahrscheinlichkeit, einen guten Hufbearbeiter zu finden, auch wenn man sein Pferd gern barhuf belassen möchte, bei einem gründlich ausgebildeten Hufschmied, der anders als bei allen anderen Hufschulen eine Ausbildung durchläuft, die ca. 3 x so lang ist, größer ist als bei jemand von einer andere Hufschule. Dennoch bestätigen sicher Ausnahmen auch in diesem Fall manchmal die Regel.

Mein Rat. Lahmt das Pferd wiederholt nach der Hufbearbeitung, wechselt Euren Hufpfleger oder Schmied, selbst wenn er nett ist. Das Pferd leidet darunter und wem sein Beruf nicht liegt, sollte ihn in diesem Fall besser nicht ausüben, egal wie freundlich diese Person auch sein mag. Mal verschneiden kann jedem passieren, aber die Regel darf das nicht werden, dann hat da jemand seinen Beruf verfehlt, egal ob er es so gelernt hat, nicht in der Lage ist dazu zu lernen oder einfach unpraktisch veranlagt ist.

Viele seiner gegen Ende gegebenen Empfehlungen, ein Rehepferd zu halten, viel Bewegung zu ermöglichen, auch auf gute Hufbearbeitung zu achten, klingen weitgehend recht vernünftig und sollten eher nutzen als schaden.

Zitat Nr. 7

"Ob das häufig einsetzte Heparin, Blutegel oder ein Aderlass sinnvoll sind, soll hier nicht diskutiert werden, sicher ist nur, dass KEINES dieser Mittel die oben beschriebenen Maßnahmen am Huf ersetzen kann. Jeder Zeitverzug bei den beschriebenen Maßnahmen am Huf bedeutet die Gefahr einer Lageveränderung der Hufbeine und verlängert bzw. erschwert eine vollständige Heilung der Hufe.
WICHTIG: Gute Arbeit am Rehehuf kann ein Hufhandwerker nur leisten, wenn er die möglichst exakte Lage des Hufbeins kennt. Es gibt zwar äußere Anzeichen an chronischen Rehehufen, die Rückschlüsse auf die Position des Hufbeines zulassen, aber niemand hat Röntgen-Augen. Daher ist es die wichtigste Aufgabe des Tierarztes, hierfür gute, aussagekräftige Röntgenbilder – am besten erstellt mit einem digitalen Gerät – zu liefern. Unter Umständen sollte man die Aufnahmen zum Nachweis des Therapieerfolges in einigen Wochen oder Monaten wiederholen lassen.
Die Arbeit an Rehehufen ist eine äußerst schwierige und oft frustrierende Aufgabe. Sie gleicht dem sprichwörtlichen Ritt auf der Rasierklinge. Macht der Huf-Fachmann (oder -Fachfrau) zuviel, hat das Pferd – zumeist – sofort Schmerzen, macht er zu wenig, kommen die Schmerzen evt. in 1-2 Wochen. Es ist definitiv NICHT angestrebt, dem Tier möglichst schnell zu völlig schmerzfreiem Laufen in allen Gangarten auf jedem Untergrund zu verhelfen. Im Gegenteil sollten die Hufe eines Pferdes in Rekonvaleszenz nach Hufrehe gerne etwas empfindlich bleiben, damit das Pferd die noch kranken, sich aber nun wieder „gesund wachsenden“ Hufe nur in Maßen belastet, z.B. im Schritt auf der zumeist weichen Weide. Daher darf das Tier auch nicht von Weidekumpeln gejagt werden!"

Ich finde es sehr verantwortungslos, die wichtigen Hilfsmittel Heparin, Bluegel und Aderlass hier einfach runter zu spielen. Alle drei Maßnahmen können einem Rehepferd das Leben retten und sind sehr wichtig. Für solche Äußerungen könnte ich den Mann eiskalt ohrfeigen, wenn er vor mir stünde!

Genauso falsch ist die Äußerung, die Hufe des Rehepferdes absichtlich empfindlicher zu halten und ich sollte einmal suchen, ob besagter Autor Hufpfleger ist und nach welcher Schule er ausgebildet wurde, mir schwant nämlich, es könnte so sein.

Da wir gerade wieder ein Rehepferd im Forum haben, das Opfer von so einem "Schmied" wurde, der möglicherweise gar keiner ist, bin ich, wenn ich sowas lese, generell sehr skeptisch.

Abschließend vermisse ich die Ankündigung von Herrn Pilartz zu Anfang, in diesem Text etwas über zwei, wie er wörtlich angab, "spannende Forschungvorhaben" zu berichten.

Ich habe den Text nun durch und die beiden spannenden Forschungsvorhaben leider nicht darin finden können.

http://www.vfd-rheinland-pfalz.de/component/content/article/67-frontseite/255-das-fruktan-maerchen

LG
Renate

PS: Nach etwas Recherche schreibt Herr Pilartz zwar viel für den vfd, hat aber auch über Kunststoff-Hufschutz eine wirtschaftliche Verbindung zur Hufschule BESW. Habe ichmir beim Lesen irgendwie gleich gedacht, dass es so einen Ursprung haben könnte.

http://besw.de/hufakademie-testcenter-duplo.php

Zitat aus dem Angebotstext:

"Hubert Frank, staatlich geprüfter Hufbeschlagschmied, machte schon vor etlichen Jahren mit eigenen Ideen auf dem Gebiet des Hufschutzes von sich reden. So entwickelte er zunächst Frank’s Gewindestollen und den Arktis Aufstollschutz. Seit 2001 setzte er sich systematisch mit der Entwicklung eines neuartigen Kunststoffhufschutzes auseinander. Dabei ging er eine Partnerschaft mit Hanno Pilartz ein. Selbst ein überzeugter Befürworter von Kunststoffhufschutz und Ansprechpartner für alle Hufschutzfragen bei der Vereinigung der Freizeitreiter und -fahrer Deutschland e.V.. Zusammen entwickelten sie den Duplo.."