Samstag, 10. August 2013

Insulinresistenz durch zu viel L-Thyroxin

Für eine Freundin


Ich würde sagen, dass eine Insulinresistenz nicht durch zu wenig, sondern durch zu viel L-Thyroxin entstehen kann, obwohl das sich im ersten Moment paradox anhören mag, weil Thyroxin ja als Schlankmacher gilt, die Insulinresistenz später aber dazu führt, dass man zu dick wird.

Werde versuchen das zu erklären.

Erstmal ein Link und daraus in Stück Text, der wichtig ist.


"Missbrauch Schilddrüsenhormone Diverse Internetforen preisen Schilddrüsenhormone als ideales Schlankheitsmittel an. Tatsächlich beschleunigen Schilddrüsenhormone wie L-Thyroxin den gesamten Stoff- und so auch den Energiestoffwechsel. Untersuchungen weisen in „Abnehmpillen” aus dubiosen Internetquellen immer wieder Schilddrüsenhormone nach. Von diesem Missbrauch ist aufgrund der Nebenwirkungen einer Schilddrüsenhormonüberdosierung, wie Unruhe, Hitzeintoleranz, Atemnot, Muskelschwäche, Gefahr einer Insulinresistenz und insbesondere einer lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörung, dringend abzuraten."

.....
L-Thyroxin bewirkt mehr TSH, TSH bewirkt eine Zunahme von cAMP und cAMP ist ein Gegenspieler, der die Wirkungsweise von Insulin verhindert. Um dennoch funktionieren zu können, schüttet der Körper dann in seiner Not immer mehr Insulin aus und schließlich werden die Rezeptoren dafür vollkommen unempfindlich und es wirkt nicht mehr .. die Insulinresistenz ist dann da. Es kann passieren, dass die Bauchspeicheldrüse so vollkommen kapputt geht.

Dazwischen muss noch was passieren, dass die vermehrte Ausschüttung von ACTH und dadurch dann Cortisol bewirkt .. denn das erst besirkt die Ausschüttung von zu viel cAMP, also ständig.

Auch Dauerstress bewirkt das, deshalb ist Dauerstress so lebensgefährlich.

Auch das Cushing-Syndrom bewirkt das, aber das hat nichts mit der Schilddrüse zu tun.


Schöner Link .. bilder sicherlich weiter, ob er Klarheit bringt, mal schauen.

Hypothalamische Freisetzungs-
und Hemmhormone
 
meistens Peptide (Ausnahme: Dopamin)
TRH→TSH→Schilddrüse
CRH→ACTH→Nebennierenrinde
GHRH/Somatostatin→GH→Wachstum
GnRH→LH / FSH→Gonaden
Dopamin→Prolactin→Laktopoese, 
 
......
 Thyreotropes Hormon (TSH, Thyreotropin)
 
Regulation der TSH-Sekretion
• Stimulation der TSH-Sekretion durch TRH
• Hemmung der TSH-Sekretion durch Somatostatin
und Dopamin
• Glukokortikoide, Östrogene und GH verändern die
Sensitivität des HVL auf TRH
TSH reguliert die Funktion der Schilddrüse
über Bindung an G-Protein gekoppelten Rezeptor
• die Regulation erfolgt über einen negativen
Feedback von T3
auf Hypothalamus- und
Hypophysenebene
 
 
Stoffwechsel
Stimulation von Glukoneogenese
Glykogenolyse
Lipolyse
Insulin-antagonistischer Effekt!
Hemmung der Proteinsynthese
 
 Therapie der Hypothyreose: Schilddrüsenhormone
 
 
L-Thyroxin (T
4
) L-Triiodthyronin (T
3
)
Kombinationspräparat (z. B. Novothyral)
therapeutisch zumeist reine L-Thyroxin-Präparate
hohe orale Verfügbarkeit
Dosisanpassung anhand Klinik
+ Labor (TSH-Bestimmung)
 
 
Interaktionen
Verstärkung der Wirkung oraler
Antikoagulantien
verminderte Insulinwirkung
TSH-Freisetzung sinkt
.
...
Es lohnt sich, sich  alles mal anzuschauen.

Es ist leider trotzdem nicht rauszukriegen, warum genau die Insulinwirkung durch zu viel Thyroxin gesenkt wird.

Ich hoffe, es hilft trotzdem ein wenig.

LG
Renate

Kommentare:

  1. Hallo,

    ein doch sehr interessantes Thema.
    Bei mir wurde eine Hypothyreose festgestellt, dahinter steckt laut Untersuchungen aber weder Hashimoto, noch ein Jodproblem.
    Jetzt ist natürlich die Frage ob der TSH nur kurzfristig leicht erhöht war.
    Und jetzt stehe ich auch noch vor dem Problem, Unterzuckerungen und Herzprobleme zu haben, die mich sogar bis ins Krankenhaus geführt haben. Danach wurde die Thyroxin Dosierung verringert.
    Beim Diabetologen wurde Insulinresistenz festgestellt, hatte davor noch nie sowas.
    Was soll man da nun tun, Weiterhin Thyroxin nehmen oder absetzen.

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  2. Hei .. das ist Jahre her, dass ich das mal zusammengesucht habe .. ich glaube für meine Freundin Andrea aus Bayern, aber bin nicht ganz sicher.

    Die Insulinresistenz an sich ist etwas, womit Andrea und ich uns früher über 10 Jahre in Bezug auf die Krankheit unserer Ponys beschäftigt haben ... weil das kommt nicht nur bei Menschen, sondern auch oft bei Pferden vor und führt bei denen auch zu lebensgefährlichen Stoffwechselentgleisungen.

    Bei einer Insulinresistenz kannst Du Glück haben und mit einer vernünftigen Lebensweise noch davon wieder runterkommen .. also genug Sport treiben, Dich so ernähren, wie das die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt (schau mal in die Ernährungspyramide von denen rein, da sind grobe Vorschläge drin, wie das aussehen sollte), genug schlafen gehört auch dazu und nach Möglichkeit viel Stress zu vermeiden .. wenn denn möglich.

    Du kriegst mit Chance so die Blutfettwerte, den Blutzuckerspiegel und alles andere wieder in den Griff.

    Aber wovon ich jetzt überhaupt keine Ahnung habe, ist Dein Problem mit der Schilddrüse.

    Meine Freundin wurde damals an der Schilddrüse operiert .. die kommt deshalb ohne diese Hormone natürlich nicht aus, weil der Körper sie selbst ohne Schilddrüse gar nicht mehr bilden kann.

    Bei Dir ist das, was sie festgestellt haben, eine Unterfunktion der Schilddrüse. Du wirst sicher eine gewisse zusätzliche Menge Thyroxin brauchen ... aber es wird jemand Deine Werte nicht richtig eingestellt haben und Dir zu viel davon gegeben, wenn ich das richtig verstehe.

    Ich war mal in Wikipedia nachlesen und fand da die Information, dass das öfter vorkommt, dass Ärzte dann zu viel verordnen und es so öfter zu kompletten Entgleisungen des Stoffwechsels kommt.

    Ich kann Dir nur die Daumen drücken, dass Du jetzt Ärzte hast, die das besser machen als die vorher.

    Toi toi toi

    LG
    Renate


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