Mittwoch, 9. Oktober 2013

Typischer Abrechnungsfehler der Stadtwerke Kiel

Und zwar passiert das im und nach dem ersten Abrechnungsjahr.


Nachdem wir es damals selbst so erlebt haben und heute bereits von der zweiten weiteren Bekannten gehört haben, dass es ihr auch passiert ist, gehe ich davon aus, dass dieser Abrechnungsfehler typisch für die Stadtwerke Kiel ist und bereits nach dem ersten Abrechnungsjahr so viele Menschen in große Not bringt.

Ich beginne mit dem aktuellen Fall. Wir trafen eben eine Bekannte von uns, die mit Jürgen vor einer Weile in einer Weiterbildungsmaßnahme bei Neuland war. Die Frau ist geschieden, hat zwei Kinder, arbeitet heute zwar als Altenpflegerin, obwohl sie eigentlich eine kaufmännische Ausbildung gemacht hat, da aber keine Arbeit findet, aber der Beruf der Altenpflegerin wird ja so schlecht bezahlt, dass drei Personen davon ohne ergänzende Hartz-IV-Leistungen nicht überleben können. Sie ist, um nicht immer auf ein Auto angewiesen zu sein, von einem Dorf, das sehr abseits lag, mit ihren Kindern nach Preetz umgezogen. Somit wurde sie wie wir auch Kundin bei den Stadtwerken. Sie hat dort, wie sie uns eben bei Aldi erzählte, im ersten Jahr trotz ständigem Fragen nie einen Zahlungsplan erhalten und dann kam Anfang des Jahres der große Schock mit der Stromnachzahlung und gleichzeitig die Neueinstufung für den Abschlag für 2013. Bis jetzt hat sie sich durchhangeln können, aber nun auch ein Schreiben erhalten, dass der Familie der Strom abgestellt werden soll. Wie Jürgen und ich hat sie geglaubt, weil es ja heißt, man hätte einen Rechtsanspruch auf Hilfe vom Jobcenter über ein Darlehen, dass sie da Hilfe erhalten würde, aber genauso wie wir keine Hilfe bekommen. Ich habe ihr erzählt, wie wir durch Verhandeln doch noch bisher mit Strom versorgt sind, weil wir doch noch mit den Stadtwerken haben reden können, aber auch erzählt, dass es verschiedene karikative Vereine seitens der Kirchen und mehr gibt, wo sie um Hilfe bitten könnte, wenn alle Stränge reißen. Wir hatten damals ja auch erste Kontakte mit dem diakonischen Werk und der Caritas aufgenommen und erfahren, es helfen in solchen Fällen schon etliche Hilfsorganisationen. Vor allen Dingen in Kiel gibt es eine ganze Reihe davon, wenn die Not zu groß wird. Ich hoffe, sie kriegt so Hilfe, denn beim Jobcenter kann sie ja lange warten, oder kann wie wir doch noch mit den Stadtwerken verhandeln.

Eine andere Bekannte von uns war einmal in Nettelsee unsere Nachbarin, wohnte dort eine Etage über uns im gleichen Mietshaus. Sie liest häufig unseren Blog und als ich von unseren Problemen mit den Stadtwerken berichtet habe, traf ich sie kurz darauf bei Lidl und sie erzählte uns auch, dass sie ja wie wir aus Nettelsee vertrieben worden wäre und dann in Bredeneek gelandet sei, also so Kundin bei den Stadtwerken Kiel geworden sei. Sie hätte auch mehrmals wegen der Höhe der geforderten Abschlagszahlungen gefragt und nie eine Antwort bekommen und dann auch nach über einem Jahr dann die fette Rechnung und dann nicht wirklich Verständnis bei den Raten erfahren. Es gibt bei dieser jüngeren Frau, die auch zwei Töchter hat und als Erzieherin nicht so viel verdient, dass es für alle drei ohne Hartz IV dazu reicht, noch Eltern zum Überbrücken so einer Notlage, so dass ihr auch nicht der Strom abgestellt wurde und sie es abstottern konnte.

Wir selbst haben mit den Stadtwerken Kiel hier genau das gleiche erlebt, es ist nur schon einige Jahre her, denn wir wohnen ja schon länger ... seit 2008 ... in Preetz. Auch ich habe damals angerufen und geschrieben, und zwar auch mehrmals, was wir denn nun an Abschlag für den Strom zahlen sollten. Am Telefon erreichte man immer nur ein Call-Center, das die Frage weiterleiten wollte, auf Schreiben kam auch nie eine Antwort und dann wie bei meinen beiden Bekannten nach einem Jahr die fette Rechnung. Damals lebte meine Mutter noch und wir konnten durch das Pflegegeld so eben und eben diese Doppelbelastung an Strom über ein volles Jahr verkraften, ohne dass man uns dem Strom abgestellt hat. Es war damals für mich schon schwierig gewesen, die Stadtwerke dazu zu bringen, dass wir diese Riesennachzahlung jedenfalls auf 12 Monate aufgeteilt abzahlen konnten, denn normalerweise machen sie nur 6 Raten.

Also wenn ich das so überdenke, scheint es wohl typisch für die Stadtwerke Kiel zu sein, ihren Neukunden grundsätzlich im ersten Abrechnungsjahr selbst bei mehrfachen Nachfragen keine Auskunft über die Höhe der Abschläge zu geben, bis man es schließlich vergisst oder annimmt, sie wollen kein Geld für ihren Strom haben .. und dann der Schlag in die Magengrube, wenn die Rechnung für ein ganzes Jahr auf einen Schlag kommt.

Ich frage mich, was soll sowas?

LG
Renate

Kommentare:

  1. "Moin" Renate,
    natürlich ist es schon ein wenig ärgerlich, wenn der Stromlieferant, hier die Stadtwerke Kiel AG, keine angemessene monatliche Abschlagszahlung erhebt. Dann muss man als Kunde nämlich selbst "Vorsorge" betreiben. Andererseits finde ich es auch ein wenig "blauäugig", geradezu naiv, in einem solchen Fall keine Rücklage zu bilden, um den von dir sprichwörtlich zitierten "Schlag in die Magengrube - nämlich die Jahresrechnung - wirtschaftlich verkraften zu können. Ein wenig Eigenverantwortung bei erwachsenen Menschen ist doch wohl nicht zuviel verlangt, oder? Denn, selbst wenn das Geld am Monatsende sehr knapp wird, damit, dass der Stromversorger auf seine Bezahlung verzichten würde, war doch zu keinem Zeitpunkt des Jahres zu rechnen.
    Ich hoffe, du nimmst mir diese Zeilen nicht übel. Aber das ist eben meine ganz persönliche Meinung.

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  2. In gewisser Weise hast Du damit zwar recht .. ich habe es damals aber auch irgendwann wirklich vergessen, denn ein Jahr ist ziemlich lang .. ich kann mich also reindenken, dass es anderen Leuten auch so gehen kann.

    Und es scheint ja "normal" dort zu sein, im ersten Jahr nichtmal zu antworten, wenn man fragt, sagt mal wohin soll ich denn überweisen .. hilft nur Sparschwein, weil Du hast ja nichtmal eine Kundennummer und kannst einfach so was überweisen, weiß ja nicht unter welchem Aspekt Du Deine Überweisung ausfüllen sollst und einfach hin schicken, wird garantiert falsch verbucht.

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