Mittwoch, 8. August 2012

 Mamas letzter Ausflug mit uns zu den Karl-May-Festspielen ins Kalkberg-Theater Bad Segeberg

Es ist jetzt fast ein Jahr her, dass wir kurz vor dem plötzlichen Tod meiner Mutter Anfang September noch mit ihr einen schönen Familienausflug gemacht haben. Das Foto von dem Weißkopfadler oben ist nicht von mir, sondern von der Homepage der Karl-May-Spiele aus der Galerie vom letzten Jahr. Ich habe ihn auch, aber nicht so nah, fotografieren können und der Adler flog direkt über Mamas Kopf hinweg, was sie sehr beeindruckt hat. Trotz ihrer starken Demenz hat sie noch tagelang immer wieder davon erzählt, wie der große Adler so über sie hinweg geflogen ist. Ich möchte deshalb heute einmal ein bisschen in die kürzere Vergangenheit zurück gehen und Euch von diesem Tag erzählen. Es lief der Ölprinz .. in diesem Sommer läuft auch wieder eine Winnetou-Aufführung wie in jedem Sommer, und dieses Mal ist es Winnetou II, Link siehe unten.
Hier stehen Jürgen, sein Schwiegersohn und meine Mama noch draußen vor dem Eingang. Nach mehr als 18 Jahren hatte sich plötzlich Jürgens Tochter bei ihm gemeldet und uns Jürgens bisher einzigen Enkel vorgestellt, der schon 4 Jahre alt war, als Jürgen ihn das erste Mal sah. Er war so glücklich und begeistert planten wir alles mögliche, bis sich seine Tochter dann aus nicht nachzuvollziehenden Gründen kurz vor Weihnachten schon wieder zurück zog. Kinder sind so. Ihr Mann unterhält sich ab und zu mit uns über Facebook, immerhin etwas und wir wissen so, wie es allen geht. Egal wie egoistisch Kinder auch sein mögen, als Elternteil liebt man sie, selbst dann wenn man genug Grund hat, wirklich wütend über ihr Verhalten zu sein. Na ja, an diesem Tag war noch alles eitel Sonnenschein und wir machten einen Ausflug, zu dem wir auch Mama mitnahmen.
Es geht weiter mit Fotos von drinnen, wo wir wegen Mamas Rollstuhl ganz oben sitzen mussten, aber gerade dort kam dann auch der Adler eben lang, weil er da oben in Empfang genommen wurde, was Mama gut sehen konnte und sich so gefreut hat.
Es folgen jetzt ein paar Fotos von der Vorstellung, recht weit weg, denn ich saß ja mit der Kamera ganz oben.
Ich weiß, die Karl-May-Festspiele sind natürlich einfach Indianerromantik-Kitsch, aber ich liebe sie seit meiner Kindheit. Früher wurden die Spiele immer noch in Schwarz-Weiß im Fernsehen übertragen und wir Kinder, die hinfahren damals gar nicht gekonnt hätten, haben es geliebt, sie im Fernsehen zu sehen. Damals ritten in Bad Segeberg noch Lex Barker und Pierre Brice. Heute haben wir einen Nachbarn, der viele Jahre mit Pierre als Stuntmen durch die Welt gereist ist. Der war schon früher Stuntmen in Bad Segeberg und ging dann mit dem Filmteam mit, bis nach Frankreich und Südafrika. Heute ist er alt und krank und wieder hier und hat uns erzählt, dass der allererste Iltschie und auch sein Pferd Fire noch bei Pierre Price in Frankreich leben und ihr Gnadenbrot bekommen. Werner Schuld spielte als junger Mann in Bad Segeberg immer einen Schurken und musste schon damals immer vom Pferd fallen.
Mit dem Wetter hatten wir, obwohl wir ja auch im vorigen Jahr so einen verregneten Sommer hatten, wirklich Glück und es war trocken, sonnig und schön, als wir in Bad Segeberg waren.
Wenn die Darsteller durch die Zuschauer-Ränge reiten, das ist immer herrlich.
Meine Mama, die im Alter eigentlich selten viel Geduld hatte, war offensichtlich gut beschäftigt damit, die Vorstellung zu verfolgen, zwischendurch mit uns zu picknicken und war gar nicht nervig, sondern schaute ganz gespannt zu.
Jürgens kleiner Enkel als Cowboy verkleidet.
Auf diesem Foto sieht man den Adler auf der Hand seiner Trainerin sitzend die Treppe hochkommen. Im Flug habe ich das Tier leider nicht so erwischt wie ich gewollt hätte.
Der Winnetou-Darstellen reitet durch die Zuschauer-Ränge. Vielleicht lieben die Menschen ja diese Geschichten so, weil sie von Blutsbrüderschaft und Treue und Zusammenhalt erzählen, alles Dingen, die wir uns alle wünschen und leider oft im realen Leben vermissen.
Zuletzt folgt ein Foto von meiner Mama, Jürgen und der Familie seiner Tochter.

Schade, dass an diesem Tag nicht auch die Urenkel meiner Mama von meinen Kindern und meine Kinder alle dabei waren. Es wäre für Mama sicher so kurz vor ihrem Tod noch einmal ein herrliches Erlebnis gewesen.

LG
Renate

http://www.karl-may-spiele.de/frontend/index.php

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