Sonntag, 2. Februar 2014

Schrieb ans Jobcenter

Wegen der verbummelten Kontoauszüge usw.


LG Renate

Abs.: Renate Hafemann und Jürgen Gilberg
Die Textritter GbR
Breslauer Str. 1 – 3, 24211 Preetz

30.01.2014

Jobcenter Kreis Plön
Leistungsabteilung
Behler Weg 23

24306 Plön

Nr. BG 13106BG0000064
Aufforderung zur Mitwirkung, bearbeitet von Frau Kxxx, mit Datum vom 16.01.14 raus geschickt

Sehr geehrte Damen und Herren,

Ihr Schreiben haben wir einige Tage nach dem o. a. Datum erhalten und zunächst einmal zur Kenntnis genommen.
Wir weisen darauf hin, dass die von uns mit der abschließenden Anlage EKS eingereichten Kopien der dazu gehörenden Kontoauszüge sehr persönliche Daten enthalten wie Name, Anschrift, Bankleitzahl und Kontonummer und es zu einem ernst zu nehmenden Missbrauchen kommen kann, wenn die in die falschen Hände geraten. Es müssen hier allerdings mindestens zwei von uns eingereichte Kopien der Kontoauszüge in Ihrem Hause abhanden gekommen sein. Solche Anlagen dürften dem Datenschutz unterliegen und sollten sorgfältig behandelt werden.
Warum man uns ausdrücklich mitteilt, dass wir verpflichtet seien, sämtliche Einahmen mitzuteilen, verstehen wir nicht. Wir haben Ihnen immer sämtliche Einnahmen, die wir haben, mitgeteilt, und zwar jeden Cent, auch wenn das bei einem 6-Monats-Bericht bei Einnahmen als Werbetexter bedeutet, ein ganzes Paket an Kontoauszügen einzureichen, denn wir bekommen ja alle paar Tage Geld in sehr kleinen Beträgen auf unserem Konto gutgeschrieben.

Für uns ist es auch viel Arbeit, das alles zu verbuchen, zu kopieren, nochmal extra in der für normale Buchungsvorgänge ungeeigneten Anlage EKS auf andere Weise einzutragen als in unserer ordnungsgemäß geführten Buchführung und dann für Sie alles fertigzumachen.

Zunächst einmal ist bei Ihnen offensichtlich der Kontoauszug über 90,50 Euro abhanden gekommen, bei dem es sich um eine Überweisung an die Stadtwerke Kiel für Strom handelt.

Diesen Kontoauszug reichen wir Ihnen hiermit zum zweiten Mal ein.

Ihre Vermutung, dass wir damit die Kfz-Versicherung bei der Provinzial meinen könnten, ist nicht richtig. Versicherungen dieser Art sind nach telefonischer Aussage Ihrer Frau Schröder ohnehin in den 100 Euro Freibetrag enthalten und wir können das gar nicht extra absetzen. Wozu also angeben. Wir haben deshalb darauf verzichtet und müssen Ihnen für Kosten, die wir nicht absetzen wollen, weil es unsinnig ist, auch keine Versicherungspolice mitschicken.

Sie teilen uns des weiteren mit, dass Sie zur Zeit ja noch unsere Mietkosten in Höhe von 490 Euro monatlich voll übernehmen. Sie überweisen Sie auch immer direkt. Solange das so ist, ist es uns egal, wie sie das verbuchen. Laut Absprache mit Herrn Naeve können wir ein Büro in der eigenen Wohnung nur dann absetzen (vorausgesetzt Sie würden die Mietkosten nicht voll übernehmen), wenn wir den ganzen Raum als Büro nutzen. Das haben wir bisher immer getan, nur hat uns einmal auf Nachfrage jemand in der Leistungsabteilung vorgeschlagen, doch nur 10 Quadratmeter abzusetzen, woraufhin Herr Naeve dann meinte, so kann er das nicht anerkennen. Darüber liegt uns eine schriftliche Vereinbarung mit Herrn Naeve vor.

In dieser Abmachung wurde auch festgehalten, dass wir reine Bürokosten zu 100 %, unsere Stromkosten zu 25 % und unsere Telefon-DSL-Internetkosten zu 50 % absetzen können.

Da wir Ihnen nur Kontoauszüge mit 100-%-Zahlungen einreichen können, denn wir bezahlen unsere Rechnungen und Stromabschläge sowie Stromnachzahlungen in Raten logischerweise immer ganz, haben wir Ihnen extra unsere Buchungen so eingereicht, dass Sie alles gut nachvollziehen können sollten.

Wir haben hier Eigenanteile am Strom sowie an der Rechnung für Telefon/Internet extra für Sie ausgeworfen.

Wegen der Mieterhöhung haben Sie recht, das bezieht sich noch nicht auf die in der letzten Abrechnung gemachten Angaben.

Wir haben nur vorsorglich darauf hingewiesen, dass der Kreis Plön erstens die Mietobergrenzen durchgängig für alle Sozialwohnungen über die kalten Nebenkosten gesenkt hat und unsere bisher voll anerkannte Miete schon jetzt nicht mehr voll anerkannt würde und wir haben deshalb auch dieser Mieterhöhung zunächst nicht zugestimmt und versuchen uns zu wehren.

Das könnte klappen, weil in der Ostlandstraße die Nebenkosten viel niedriger sind, aber das muss nicht klappen. Wir wissen da bisher nichts Genaues, brauchen aber den 3. Raum als Büro. Das haben wir Ihnen nur für die Zukunft schonmal mitgeteilt.

Unser Gewerbe ist für uns kein Nebenerwerb, wir beide machen das Vollzeit. Wir haben nur keinen besser bezahlten Job finden können. Wir sind alte Leute, da ist das schwer.

Wenn Sie mit Nebenerwerb meinen, dass es bei uns Monate gibt, wo wir unter 400 Euro Umsatz machen, ist das richtig. Es hat auch schon Monate gegeben, wo es mehr war, das kommt eben immer drauf an. Unser Job ist ein hartes Brot und die wenigen guten Aufträge hart umkämpft, die man als Texter bekommen kann.

Unsere Anlage EKS muss nicht nochmal neu ausgefüllt werden, wir haben ja alle Angaben schon bei der ersten Version richtig gemacht.

Sie haben lediglich 2 Kontoauszüge wegkommen lassen, die wir mitgeschickt hatten.

Der 2. Kontoauszug über 17,94 Euro bezieht sich auf die Zahlung an gmx, die wir laut Absprache mit Herrn Naeve zu 100 % als Bürokosten absetzen können. Auch dafür schicken wir Ihnen noch einmal eine Kopie des dazu gehörenden Kontoauszugs zu und weisen darauf hin, dass abhanden gekommeme Kontoauszüge sensible Daten enthalten und es wirklich nicht gut ist, wenn die jemand findet, für den sie nicht bestimmt sind.

Eine Berichtigung müssen wir deshalb gar nicht machen, es war ja alles richtig.

Sie müssen uns auch nicht darauf hinweisen, dass wir die Kfz-Kosten nur extra absetzen können, wenn es mehr als 100 Euro wären und wir ohnehin mehr als 400 Euro Einnahmen pro Person hätten. Deshalb haben wir die Kfz-Versicherung gar nicht erst eingereicht, hat ja sowieso keinen Sinn. Das spart uns und Ihnen unnötige Arbeit.

Das Merkblatt für Selbständige werden wir Ihnen nur dahingehend unterschreiben, dass wir nicht bestätigen, das auch verstanden zu haben.

Wir unterschreiben Ihnen, dass wir es erhalten und gelesen haben.

Wie die Leistungsabteilung des Jobcenters arbeitet, ist für uns als ALG-II-Empfänger nur schwer nachzuvollziehen und oft gar nicht mehr zu verstehen.

Wir geben uns nur alle Mühe, trotzdem alles so zu machen, wie Sie es brauchen und für Sie auch in verständlicher Form zu verbuchen, damit Sie es so leicht wie möglich haben, es auch nachzuvollziehen.

Für uns ist das alles nämlich auch schwer. Wir waren bis zu dieser Tätigkeit noch nie selbständig und haben mit Buchungen dieser Art und überhaupt so schwer zu verstehenden Formularen noch nie etwas zu tun gehabt.

Mit freundlichen Grüßen

Kommentare:

  1. ah, so etwas kenne ich auch - Krampf hoch10 und zeitraubend bis zum wahnsinnig werden! :/

    AntwortenLöschen
  2. Dann können wir uns ja die Hand reichen ... ich buche immer erstmal alles voll, denn sonst würden sie ja gar nicht begreifen, was ich da als Kosten absetze, weil auf den Kontoauszügen ja die vollen Beträge zu finden sind ... danach buche ich dann unsere Eigenanteile aus. Dann schreibe ich immer dabei, dass ich es so gut es geht in die Anlage EKS übertrage und falls die Endsumme sich um einige Cent unterscheidet, liegt es daran, dass ich es da anders eintragen muss als ich es verbuchen kann. ... aber meistens kapieren sie es trotzdem nicht .. und jedes Mal hast Du eine andere Sachbearbeiterin .. wenn es eine begriffen hat, ist nächstes Mal eine andere da, die es wieder nicht versteht .. ist das bei Euch auch so? Hier im Kreis Plön ist das eine Vollkatastrophe .. ich hocke normalerweise einen ganzen Tag gemeinsam mit Jürgen davor .. und wir haben alle Kontoauszüge verglichen, zu zweit und extra auf einen Stapel geheftet .. die waren absolut sicher dabei, das weiß ich genau. LG Renate

    AntwortenLöschen
  3. Ich bin auch durch diese " Schule " mit dem Jobcenter.Hatte mir auch ein Kleinunternehmen aufgebaut,mühselig, was dann von seitens des Jobcenters als Nebentätigkeit betitelt wurde,ich aber auch den ganzen Tag auf der Strasse lag mit dem Auto und ich mir aber zweidrittel meines Geldes selber verdiente, im nachhinein dann festgestellt wurde,das die eingesandten EKS-Anlagen ungeöffnet in den Müll wanderten......unser eins wäre im Unternehmen fristlos rausgeflogen

    AntwortenLöschen
  4. Tja ... ich kenne inzwischen über die Bloggerei viele Leute, die nicht nur als Texter oder Freiberufler, sondern alles mögliche versuchen, selbständig durchzukommen und alle ähnliche Dinge erleben.

    Die Sachbearbeiter können nicht immer was dafür .. die haben ja ihre Auflagen, manche aber schon, kommt immer drauf an.

    Ich finde, die Art und Weise der Vorgaben schon schlimm .. muss immer lachen, wenn ich dann mal wieder einen Termin habe und an der Tür dann wo ein Plakat prangt, gerade ältere Leute sollten doch versuchen, was selbständig zu machen, das Jobcenter fördert das auch .. das ist Humor pur, nicht?

    LG
    Renate

    AntwortenLöschen

Dein Kommentar wird nach Prüfung durch einen Moderator frei gegeben.