Sonntag, 15. September 2013

Personalkosten als Betriebsausgaben

Leiharbeiter lassen sich nicht besser von der Steuer absetzen als fest angestelltes Personal


Durch eine Diskussion, warum wohl Firmen 40 Euro die Stunde an Firmen bezahlen, die ihnen Leiharbeiter schicken, wenn sie so doch vermutlich mehr ausgeben als beim Festeinstellen der Mitarbeiter, bin ich darauf gekommen, mich schlau zu machen, welche Vorteile es für Firmen haben kann, Leiharbeiter zu beschäftigen.

Es kommt vermutlich auf den Steuersatz an, also auf den Gewinn, den ein Unternehmen macht, ob es für sie besser sein kann, Leiharbeiter zu beschäftigen als fest angestellte Mitarbeiter.

Beide, fest angestellte und auch Leiharbeiter oder auch Honorarkräfte oder Freiberufler, die für eine Firma tätig sind, lassen sich von den Lohnkosten her insgesamt voll von der Steuer absetzen, sofern eben genug Steuern gezahlt werden müssen.

Ein gut laufendes Unternehmen zahlt ja recht viele Steuern.

Insofern können sie alle Formen von Lohnkosten voll absetzen. Das wäre nur dann nicht so, wenn sie kaum Steuern zahlen würden, aber dann wäre das Unternehmen auch nicht solvent und am Untergehen.

Wenn Leiharbeiter teurer sind als normales Personal und genug Geld rein kommt, ist das egal. Die Firma kann das voll absetzen.

Wer dabei verliert, ist der Staat, der von so einer Firma, weil ihre Lohnkosten aufgrund der Beschäftigung von Leiharbeitern, deren Verleihfirmen ja viel mehr Geld von denen kriegen als fest angestelltes Personal verdienen würde, dann ja weniger Steuern ans Finanzamt bezahlen muss.

Leiharbeit ist also für den Staat sehr schädlich, denn der Staat hat so weniger Einnahmen.

Normalerweise zahlt eine Firma für eine Leiharbeiterstunde 40 Euro. So viel verdient selten jemand, der dort angestellt wäre.

Der Vorteil ist für Firmen ein anderer:

Leiharbeiter werden ersetzt, wenn sie krank werden.
Leiharbeiter können auf Wunsch, wenn sie nicht mehr gefallen, da rechtlos, einfach von heute auf morgen raus geschmissen werden.
Leiharbeiter können jederzeit entlassen werden, wenn man sie nicht mehr braucht, die haben keinen Kündigungsschutz und dergleichen.

Unternehmen unterlaufen mit der Beschäftigung von Leiharbeitern nur viele soziale Vorteile, die durch Tarifverträge für fest angestellte Mitarbeiter geschaffen wurden.

Sparen tun sie dadurch nichts, aber das ist denen, wenn sie genug Steuer zahlen müssen, ja egal, denn diese Kosten können sie ja absetzen.

Es geht bei Leiharbeit nur darum, den Mitarbeiter, der ja rechtlos ist, besser ausbeuten zu können, nicht darum, was an Lohnkosten einzusparen.

Auch darüber sollte der Staat mal nachdenken.

LG
Renate

Keine Kommentare:

Kommentar posten

Dein Kommentar wird nach Prüfung durch einen Moderator frei gegeben.