Sonntag, 15. September 2013

Demenz im Krankenhaus

Gründe, warum meine Mutter nach ihrem Beinbruch früher sterben musste


Ich hatte gestern bei einem Kaffeeklatsch wegen des Geburtstags einer Nachbarin ein sehr interessantes Gespräch mit einer ehemaligen Krankenschwester, die früher im Krankenhaus in Preetz gearbeitet hat und wie ich viel Erfahrung in häuslicher Pflege, weil sie ihre Eltern bis zum Tod gepflegt hat und nun ihren Ehemann pflegt, der schon 3 x einen Schlaganfall hatte.
 Wir kamen aufgrund vieler gemeinsamer Erfahrung ins Gespräch und mir wurde so klar, warum meine Mutter im Preetzer Krankenhaus aus dem Bett gefallen ist und sich den Trümmerbruch zugezogen hat bzw. warum das so vermutlich passiert sein wird, sagen wir mal so.
Ich hatte aufgrund der Demenz meiner Mutter um Bettgitter gebeten, als ihr Oberschenkelbruch operiert werden musste, weil mir klar war, sie würde aufgrund ihrer Demenz vergessen, dass sie nicht aufstehen soll und versuchen, zur Toilette zu gehen. Es ist mir bei der Aufnahme meiner Mutter in die Klinik aber nicht gesagt worden, dass das nicht erlaubt sei, weil das nur mit Zustimmung eines Amtsarztes gemacht werden darf, aber bis der kommt und so etwas bestimmen kann, da vergehen Tage. Vorher aber gelten Bettgitter als Freiheitsberaubung und sind nicht zugelassen.


Hätte man mich über solche Zustände informiert, hätte ich darauf bestanden, dass meine Mutter ambulant operiert wird und ich sie sofort nach der OP wieder mit nach Hause nehme, damit ich auf sie aufpassen kann.








Auch die Mutter dieser Krankenschwester fiel bei einem Klinikaufenthalt aus dem Bett .. sie brach sich dabei etwas beim Übergang vom Becken zum Oberschenkel und war danach auch nicht mehr in der Lage zu gehen .. gar nicht .. schlimmer als meine Mutter, die ja vor ihrem Tod noch einmal am Gehwagen mit unserer Hilfe laufen gelernt hat. Auch sie hatte keine Bettgitter bekommen, weil das als Freiheitsberaubung gilt. Die Schwestern dürfen es nicht.




Sie bestätigte mir, dass viel zu wenig Personal da sei, um dann demente alte Menschen so zu beaufsichtigen, dass sie nicht aus dem Bett fallen könnten .. wie ich es auch erlebt habe, zwei Schwestern für eine ganze Station, die ständig hin und her rennen würden und ja gar nicht nach jedem dementen alten Menschen schauen.

Sie bestätigte mir auch, dass die Pflegezeiten seitens des medizinischen Dienstes nichts mit der Realität zu tun haben und die Probleme in den Kliniken deswegen.

Interessant war auch ihre Erfahrung, dass ihre Mutter im Alter entwässernde Mittel bekommen hat und oft klar und dann wieder komplett verwirrt gewesen ist und man sie immer gefragt hat, ob ihre Mutter einmal Alkoholikerin gewesen sei .. genauso wie bei meiner Mutter ohne zu wissen, dass Entwässerungemittel die Leber genauso schädigen wie Alkohol, wenn man sie regelmäßig einnimmt.

Können Ärzte eigentlich nicht denken?

Wenn es solche Gesetze gibt, warum werden die Verwandten denn nicht informiert?

Ich hätte meine Mutter nicht dort gelassen, wenn mir klar gewesen wäre, sie können nicht auf sie aufpassen, dürfen aber auch keine schützenden Bettgitter verwenden.

Weiterhin bestätigte mir diese Krankenschwester, dass durch die Katheter Entzündungen in der Blase und dann als Folge eine Krampfblase an der Tagesordnung seien, das läge an mangelnder Hygiene, auch wegen des Zeitmangels beim Pflegepersonal.

Sie meinte, Opiate, die zu einer Verstopfung führen, zum Beruhigen zu geben, sei allerdings unüblich.

Nun Mama hat auch die bekommen. Ich vermute, um sie am Schreien zu hindern und geschrien hat sie, weil man sie da wochenlang gequält hat.

Die Folgen davon waren ihr viel zu früher Tod.

Auch wenn Mama 91 war ... hätte man sie mir mit dem frisch operierten Bein nach Hause gebracht, wäre vieles nicht passiert und ich denke, sie würde dann noch heute leben können, denn ihre Nieren wurden ihr in den 6 Wochen Klinikaufenthalt kapputt gemacht, woran sie später qualvoll starb.

LG
Renate

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