Sonntag, 25. Januar 2015

Der Arbeitgeber Jobinitiative50Plus

Habe gestern ein höchst mysteriöses Job-Angebot bekommen - und zwar über das Jobcenter !!!!


Gestern flatterte mir ein Jobangebot von der Jobbörse ins Haus, und zwar obwohl sie Jürgen und mir wegen unserer Selbständigkeit, mit der wir jedenfalls keine extremen Unkosten haben, weil es ein Job online am eigenen Computer ist und kein Klinkenputzen im Außendienst, der auch noch viel Geld kosten würde, eins über eine selbständige Tätigkeit im Außendienst mit eigenem PKW und auf reiner Provisionsbasis !!!!

Der Arbeitgeber ist eine Firma, die sich Jobinitiative50Plus nennt, also gezielt auf die Arbeitnehmer losgeht, die in den 50Plus-Projekten der Jobcenter ja gezwungen sind, auf so einen Mist einzugehen, da ihnen sonst Sanktionen drohen.

Habe das dankend abgelehnt. Begründen konnte ich das gut. Ich darf ja laut Amtsarzt nur 3 - 4 Stunden täglich überhaupt arbeiten, also ist mir eine deutschlandweite Fahrerei auf der Autobahn gar nicht mehr zuzumuten. Außerdem habe ich kein Auto mehr und kann mir auch keins leisten.

Habe dem guten Mann aber auch geschrieben, dass ich Außendienst über meine Ex her von früher kenne und es schon schwer genug war, da was zu verdienen, wenn man mit einem gestellten Firmenwagen und 5.000 DM Grundgehalt plus Zusatzprovision bei einem bereits bestehenden Kundenstamm gestartet ist, denn die Kosten, die man bei Außendienst durch die Fahrerei und Übernachtungen und pi pa po hat, sollte keiner unterschätzen.

Man muss bei denen erstmal Seminare besuchen. Dass man die Kosten dafür wieder kriegt, steht nicht dabei. Angeblich würden sie eine "angemessene Aufwandsentschädigung" bezahlen, über die Höhe, wie sie einem die Kosten für die Reisetätigkeit vergüten, steht nichts dabei. Man hätte auch Anspruch auf ein "interessantes Provisionssystem" .. auch da keine Zahlen wie viel Prozent vom Umsatz man denn kriegen würde und wie viel Umsatz statistisch gesehen denn Kollegen da so machen ... und hätte so ja eine "Basis für ein attraktives und leistungsbezogenes Einkommen".

Die Tätigkeit ist reines Klinkenputzen im Außendienst für einen Verein der Steuerzahler, für den man neue Mitglieder anwerben soll, sich so einen Kundenstamm aufbauen und über den dann ein Netzwerk mit Netzwerkkontakten aufbauen.

Also ne .. ich bin bereits selbständig und habe erlebt, wie mir gerade die Abteilung 50plus in keiner Weise geholfen, sondern uns nur das Leben schwer gemacht hat und immer noch schwer macht. Ich habe das auch nicht nur selbst so erlebt, sondern kenne das auch von anderen Menschen, die sich selbständig was dazu verdienen, die vom Jobcenter gerade wegen der Selbständigkeit laufend schickaniert werden, wenn sie nicht das ist, was man von vornherein tragfähig nennt .. und das kann sowas wie dieses Angebot gar nicht sein.

Das habe ich echt abgelehnt und meinem Fallmanager, dem ich ja ständig Rechenschaft darüber ablegen muss, was ich so mache und bei so einem Scheiß ja auch noch machen müsste, obwohl ich dann Geld ausgebend irgendwo in ganz Deutschland in irgendwelchen Hotels rumschwirrend gar keine Zeit mehr dazu hätte .. was das Jobcenter, wenn man bei der Arbeit nicht genug verdient, ja noch nie interessiert hat ... dann mal in meiner Bewerbungsliste genau aufgeschrieben, was einem über das Jobcenter eigentlich so an automatisch erzeugem Mist über deren Computer ins Haus flattert.

Eine Sanktionsandrohung, wenn ich mich da nicht bewerbe, war nicht dabei .. immerhin was.

Hier ist der Link zu der Seite dieses "Arbeitgebers", den ich mehr als mysteriös finde, zumal der sich gezielt an Menschen über 50 wendet, die auf dem Arbeitsmarkt keine Chance mehr auf einen anständigen Job haben.




Da lobe ich mir doch die Texter-Portale, wo ich kein Vermögen, aber bei jedem Text immerhin was verdiene.

Man kann über die Anlage EKS des Jobcenters nur von Einkommen was absetzen, was über der Freibetragsgrenze liegt, und die ist nicht hoch und würde eine Fahrerei deutschlandweit überhaupt nicht ansatzweise abdecken können. Was man sonst zum Fenster raus schmeißt, kriegt man von keiner Seite erstattet.



Würde Ihr Euch auf sowas bewerben ???? Kommis von Euch hier in diesem Blog oder sogar Erfahrungsberichte würde ich interessant finden.

LG Renate

Kommentare:

  1. Hallo habe vorgestern auch so ein jobangebot per post bekpmmen fand es auch sehr merkwürdig habe am dienstag einen termin bei meiner reha beraterin werde sie auf jeden fall drauf ansprechen habe wie du einen vermerk in meiner akte auch vom arbeitsamtsarzt das ich nicht so lange fahren kann mal sehen was sie mir erzählt ?

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  2. Hei .. danke für die Rückmeldung .. ich würde mich freuen, wenn Du in einem nächsten Kommentar hier noch erzählst, was Deine Reha Beraterin dazu gesagt hat. Bin echt gespannt.

    LG Renate

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  3. Ich habe gestern das 2. Mal über das Jobcenter ein entsprechendes Angebot erhalten. Bereits vor ca. 2 Jahren hatte ich über das Jobcenter von diesem "Unternehmen" einen Vorschlag bekommen und mit meinem Berater darüber gesprochen. Auch er war entsetzt über diese Firma, die bewusst mit der Namensähnlichkeit zur Perspektive50plus spielt und so um Seriösität buhlt. Gerade jemand der jenseits der 50 und lange arbeitslos ist, sollte sich hüten auf solche dubiosen Angebote einzugehen. Besonders ist zu erwähnen, dass, wer mit über 55 Jahren privat versichert ist, keine Chancen mehr hat in eine gesetzl. Krankenkasse zu wechseln. Zudem ist zu bedenken, dass der Start in eine Selbständigkeit immer mit langem Atem und Kostenaufwand verbunden ist. So etwas sollte man nicht in einem Alter starten, in dem der Ruhestand abzusehen ist. Für seine Rente tut man damit eh nichts mehr und Einkommen im Bereich des kalkulativ erforderlichen Stundenlohns erreicht man damit garantiert nicht.
    Als junger Mensch kann man solche Experimente vielleicht wagen, als 50plus-ler sollte man die Finger davon lassen - vor allem, da man damit lediglich die ohnehin geschönten Arbeitslosenzahlen beeinflusst.

    LG "Eine gelernte Bankkauffrau und ehemalige selbständige Mittelständlerin"

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  4. Hallo, die Firma ist leider immer noch umtriebig und das schlimmste; das kam als ernstgemeinter Vermittlungsvorschlag von der ARGE. Sind die da eigentlich zu blöd um das mal zu checken, was das für ein Laden ist? Zumal hier komplett an meiner Qualifikation vorbei angeboten wurde. Hallooo... Hauptsache, weg aus der Statistik. Es wird immer ärgerlicher mit den sogenannten Betreuern, selbst hier auf dem Land. Gruß, eine hochqualifiziert Innendienstkraft mit Fremdsprachen-Bonus

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  5. Hei .. danke für die Rückmeldung. Es ist gut zu lesen, dass das Jobcenter offenbar nach wie vor immer wieder diesen Müll als vermeintliche Jobangebote verschickt.

    Ich bin zwar 62 Jahre alt, aber eigentlich auch hochqualifiziert, bin gelernte Industriekauffrau mit jahrzehntelanger Berufserfahrung .. kam nur über 11 Jahre Pflege meiner Mutter dann aus dem Beruf raus und war 59, als sie starb, kam dann natürlich nicht wieder rein.

    Als ich vorgeschlagen habe, uns doch zu erlauben, Equipment wie PC und Software usw. abschreiben zu können und auch Rücklagen zu bilden, damit wir als freiberufliche Texter etwas besser davor sind, wurde das abgelehnt.

    Sie erkennen nur Dinge als Ausgaben an, wo man auch geschafft hat, es von den paar Freibeträgen abzuzwacken, die sie einem lassen, und das ist ja nicht viel.

    Man könnte bei dieser Vorgehensweise gar nicht schaffen, im Außendienst auf die Beine zu kommen.

    Wie sie dazu kommen, einem solche Jobangebote zu schicken, ist mir komplett unverständlich.

    Ich habe übrigens mal weg von diesem Thema unter anderem auch vom Jobcenter ein Jobangebot in einer Sex-Hotline bekommen .. bin damals nach einem Vorstellungsgespräch dort wütend zu meinem Fallmanager, wie er dazu käme, mich als Telefon-Nutte vermitteln zu wollen. Der .. oh oh .. er hätte angenommen, das sei ein normales Callcenter, er hätte das ja nicht gewusst .. es stand auch nicht dabei und ich bin da vollkommen ahnungslos hin gegangen, um mich vorzustellen.

    Ich frage mich, wer eigentlich sowas prüft.

    Ich finde es ja schon schlimm genug, dass jeder ohne kontrolliert zu werden, in der Jobbörse jeden noch so fragwürdigen Job einstellen kann und sowas dann in der Statistik als Arbeitsangebot mitläuft.

    Aber noch schlimmer finde ist, wenn sowas ohne Kontrolle auch noch als vermeintlich seriöses Jobangebot an Arbeitssuchende verschickt wird, die ja gezwungen sind, darauf zu reagieren, da sonst Sanktionen drohen.

    PS: Ein guter Freund von uns hat die Idee, sich als Dachreiniger selbständig zu machen. Er hat sowas früher schon einmal in Bayern gemacht und Erfahrung, hätte hier auch schon erste Kunden, bräuchte aber vom Jobcenter ein Darlehen, um sich einen Firmenwagen kaufen zu können ... die Sachen zum Dachputzen hat er alle noch, die müsste er gar nicht kaufen, es fehlt nur das entsprechende Auto, wo sie auch rein passen. Seit Wochen wartet er darauf, dass sie ihm dieses Darlehen bewilligen .. seine Freundin ist schwanger ... aber keine Reaktion.

    Das könnte zumindest ein Nebeneinkommen werden, vielleicht sogar mal tragfähig .. da helfen sie nicht.

    Aber so einen Mist, der gar nicht tragfähig sein kann, den schicken sie uns immer wieder zu und keiner merkt, was da ist.

    LG Renate

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  6. Hallo ich habe heute von dieser Firma auch eine Stellenanzeige bekommen.
    Die Stellen dieser Firma sind ja alle auf Selbstständigen Basis und ich hab da kein gutes Gefühl Auch wegen dem Namen "Job initiative 50 plus" kommt mir alles eher unseriös vor.

    Ich habe eine kurze allgemeine Bewerbung hingeschickt.

    Eigentlich will ich mich nicht Selbstständig machen wie sieht das aus kann das Jobcenter verlangen das man sich selbstständig macht?

    Laut Jobcenter ist man ja verpflichtet alles zu tun um seine Arbeitslosigkeit zu beenden.

    Wie ging das bei euch weiter mit diesen Stellenangeboten hat die Firma sich mit euch in Verbindung gesetzt?

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  7. Hallo ich habe heute von dieser Firma auch eine Stellenanzeige bekommen.
    Die Stellen dieser Firma sind ja alle auf Selbstständigen Basis und ich hab da kein gutes Gefühl Auch wegen dem Namen "Job initiative 50 plus" kommt mir alles eher unseriös vor.

    Ich habe eine kurze allgemeine Bewerbung hingeschickt.

    Eigentlich will ich mich nicht Selbstständig machen wie sieht das aus kann das Jobcenter verlangen das man sich selbstständig macht?

    Laut Jobcenter ist man ja verpflichtet alles zu tun um seine Arbeitslosigkeit zu beenden.

    Wie ging das bei euch weiter mit diesen Stellenangeboten hat die Firma sich mit euch in Verbindung gesetzt?

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  8. Hei .. also ich habe mich da nicht beworben, weil ich mir dachte,das könnte mich eher Geld kosten statt dass ich welches verdiene. Das Risiko war mir zu groß. Das habe ich dem Jobcenter so auch mitgeteilt.

    Ich bin ja selbständig, aber als Texterin, wo ich keine großen Ausgaben habe, zwar auch kein Vermögen verdiene, immerhin aber schon Gewinne erziele.

    Das wäre da ja vollkommen fraglich gewesen und ein Minus würde einem das Jobcenter ja nicht erstatten .. Du kannst nur Ausgaben vom Gewinn absetzen .. sofern Du denn Gewinne erzielst.

    Ich glaube deshalb auch nicht, dass man vom Jobcenter gezwungen werden kann, sowas anzunehmen.

    Meine Fallmanagerin hat gesagt, das käme automatisch durch den Computer .. nicht wirklich von ihr und man darf sowas ruhig als unzumutbar ablehnen.

    LG
    Renate

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