Sonntag, 9. Februar 2014

Eigene Pferde - Unsere stolzen Freunde - Teil 25

Der Winter 2012/2013 - Ein Winter voller Angst um die Pferde

Ab ca. November 2012, als die Pferde in Klein-Kühren von den Boxen in den Stall gekommen und von den Moorweiden tagsüber auf das hoch gelegene Maisfeld, das die Familie dort immer als Winterweide nutzte, gestellt worden waren, halfen Jürgen und ich täglich sehr fleißig im Stall mit.

Zu Anfang dieses Winters waren Jürgen und ich zunächst nur recht bestürzt darüber, dass es kaum einen Heulageballen gab, der nicht binnen Stunden anfing zu schimmeln. Wir redeten auch mit den beiden Schwestern und dem Ehemann der einen darüber. Es hieß, das läge am nassen Sommer und wir glaubten das damals zunächst auch. Angst machte es uns dennoch, und das natürlich aus ganz verständlichen Gründen, denn Schimmel im Futter kann für Pferde sehr gefährlich werden.




Die permanente Freundlichkeit dieser Stallbetreiber war der Grund, dass wir viel mit uns haben machen lassen, wo wir vermutlich anderswo längst durch die Decke gegangen waren. Dabei war vieles daran sicherlich nur vordergründig und gar nicht ernst gemeint.
Wir hatten versprochen, in der Woche immer täglich 4 Boxen auszumisten, damit auch die restlichen 11 Pferde, teils eingestellt, überwiegend eigene Pferde der Stallbetreiber,mit versorgt würden. Das war reine Freundlichkeit von uns, denn der Preisnachlass von ganzen 20 Euro im Monat betraf ja nur das Ausmisten unserer eigenen Boxen und wurde, was wir vorher gar nicht wussten, von dem sinnlosen Impfzwang in diesem Stall bei beitem nicht nur aufgefressen, sondern sogar übertroffen, denn das war sehr teuer.

Nach dem Besuch eines Showtages bei der Reitschule Först hatten wir mit Begeisterung begonnen, mit Chiwa und Prima ein flottes Bodenarbeits-Stück nach Fluch der Karibik - Jump Style einzuüben und machten im Herbst zunächst auch noch mit ihnen Bodenarbeit. 







Es gab wie hier hinten auf der Bank sitzend auch noch Miteinsteller, die auch ab und zu mit bei der Stallarbeit halfen und den Reitplatz nutzten, wovon die eine später ging, obwohl sie einmal ein Pferd vom Hof gekauft hatte und eine Freundin von ihr gleich hinterher und die andere Frau dort auf der Bank wegen angeblicher Zahlungsrückstände raus geschmissen wurde, die auch viel misten und füttern geholfen hat.
Da wir inzwischen wissen, was man alles uns anhängt, was einfach gelogen ist, sehen wir das inzwischen alles sehr kritisch.



Dass Chiwa und Prima wie hier noch gemeinsam mit den anderen Pferden auf dem Auslauf auf dem Maisfeld laufen konnten, sollte nicht länger als lediglich 2 Monate dauern.
Uns fiel, da wir ja nun täglich zum helfen da waren und sehr aktiv waren, damals schnell auf, dass die Tiere morgens viel zu wenig Heulage und auch viel zu wenig Wasser in den Auslauf gestellt bekamen und wir begannen, uns auch darum zu kümmern, sie über Tag einmal zusätzlich zuzufüttern und zu tränken, denn sowas geht ja nun gar nicht.


Schon wenige Wochen nach dem Einstellen waren außerdem im großen Stall die Selbsttränken eingefroren. Unsere beiden hatten zwar das Glück, im kleinen Stall zu stehen, wo die Selbsttränken über Winter nachts dann funktionierten, aber alle anderen bekamen abends lediglich einen Eimer Wasser hin gestellt, und das ist viel zu wenig, zumal es schon über Tag nicht genug zu trinken gab. Auch dabei halfen wir viel. Wir halfen überhaupt sehr viel.




Als uns zu Weihnachten 2012 mein Sohn Marius besuchen kam, hatten wir im Stall erstmalig das Gefühl, dass Chiwa bei der Bodenarbeit, die wir an dem Tag kurz mit beiden machten, nicht wirklich taktrein lief, aber waren unsicher, ob wir nicht auch ungenau geschaut hatten. Es war nämlich noch kaum merklich.








Das fröhliche Lachen, das ich hier zu Weihnachten noch an den Tag legte, verging uns beiden spätestens Anfang Januar sehr schnell.

Schon vorher waren wir frustriert darüber, dass wir auch an den Wochenenden ständig alleine am Misten waren, dass die ältere der Schwestern, die früh von der Arbeit nach Hause kam, wenn ihre Schwester nicht gerade abwesend war, gar nicht half, sondern einfach rein ging. Aber da wir so viele Stunden mit der Stallarbeit zubrachten, entging uns auch nicht der Zustand des Raufutters, das durch die Bank wirklich gar nichts taugte und genau genommen hätte weg geworfen und durch anständiges Futter hätte ersetzt werden müssen. Arm war diese Familie nämlich in keiner Weise. Es wurden neue Pferde angeschafft, viele Ausflüge gemacht, die Familie war laufend auf Achse, aber am Raufutter wurde gespart, und das auf die Gefahr hin, dass Pferde daran sterben könnten.
Wir leben in einer Sozialwohnung in einer nicht eben guten Wohngegend und irgendein Schwachmat hatte uns zu Weihnachten zwei Autoreifen zerstochen, die wir erst neu bestellen und darauf warten mussten. Wir fuhren in der Zeit mit dem Taxi oder Bus in den Stall, eben abends zum Füttern. Hatten angerufen und die Auskunft bekommen, man würde sich dann mal selbst um alles kümmern. Aber keiner hat uns Bescheid gesagt, dass Chiwa begonnen hatte zu lahmen, und das stark, was wir erst merkten, als am 5. Januar 2013 unser Auto wieder mit neu aufgezogenen Reifen fahrbereit zur Verfügung stand.
Auch ein eigenes Pferd war schwer krank geworden, war auch um die Weihnachtszeit in ein aufgeschnittenes Fass gesprungen, das dort als Futtertrog in den Auslauf gestellt worden war. Die Behandlung dieses Wallachs dauerte Monate und kostete über 2.000 Euro. An Tierarztkosten hat diese Familie noch nie gespart, nur an der Vorsorge, dass so etwas gar nicht erst passiert, da ja. Verstehen muss man so ein Verhalten nicht.
Chiwa lahmte stark und sonderte sich von der Herde ab. Wir dachten zunächst an eine Trittverletzung, denn wirklich eindeutige Hufrehe-Zeichen zeigte Chiwa im Januar 2013 genauso wenig wie später auf diesem Hof.

Wir vermuten, dass es dort immer zwei Gründe für ihr Lahmen gab, Schimmel-Hufrehe plus einer Selenvergiftung durch Überfütterung mit Holsteinstolz-Pelletts, was wir damals aber noch gar nicht wussten, sondern nur den Schimmel gesehen hatten.


Ich begann, die Beiträge unter dem Titel "Unser kleines Pony ist verletzt" in mehreren Teilen in diesen Blog zu schreiben, weil wir von einer Trittverletzung, Muskelzerrung oder sonstwas, aber nicht eindeutig von Hufrehe ausgingen.

Unserer Bitte, Chiwa doch mit gemeinsam mit Pirma in den freien Auslauf der Jungs zu stellen, wurde nicht entsprochen. Es reagierte einfach keiner darauf, sondern sie stand tagelang trotz des schlimmen Lahmens täglich wieder mit den jungen Pferden, die sie jagten, in der Herde.


Schließlich bestand ich darauf, dass Chiwa über Tag jedenfalls alternativ in der Box gelassen wurde, denn der kleine Auslauf hinter dem Stall war mit Carlos und Leander belegt, die dort zur Gesellschaft für Ceron standen, damit er sie aus dem Fenster sehen konnte. Er musste wegen der schweren Verletzung, die er sich an den durchgeschnittenen Fass zugezogen hatte, ja nun monatelang in der Box zubringen.

Meine Bitte, über Tag doch Chiwa in eine der anderen Boxen in seine Nähe zu stellen, wurde an nur einem Tag erhört, danach nie mehr. Es hat dort keinen interessiert, dass Chiwa vielleicht auch einsam war, da zählten dann doch nur die Gefühle der eigenen Pferde, aber nicht die von denen, die ja nur den Einstellern gehörten.
Damit Chiwa mal Bewegung bekam oder andere Pferde zu Gesicht kriegte, stand uns nur der Reitplatz zur Verfügung, aber der war dort noch nie an das E-Zaun-Gerät angeschlossen und insofern nicht ausbruchssicher, wenn man nicht selbst zur Aufsicht dabei war.
Wie Ihr seht, ging es Chiwa trotz Stallruhe und dann auch Heufütterung, denn darum hatten wir dann schon gebeten und auch welches bekommen, nicht besser, sondern es wurde immer schlechter.




Obwohl Chiwa schon seit Mitte Januar mit keinem anderen Pferd mehr in unserem Beisein zusammen gewesen war und Prima sie über die Boxenwand sicherlich nicht hätte verletzen können, blutete Chiwa Anfang Februar mehrfach sowohl an Stellen am Bein und auch einer an der Brust. Wir dachten logischerweise nach wie vor an Hämatome von alten Trittverletzungen, die sie in der Zeit zwischen Weihnachten und Anfang Januar abbekommen haben musste, aber ganz sicher nicht an Hufrehe oder eine Selenvergiftung.
Salben gegen Zerrungen, Prellungen und dergleichen hatten wir da und behandelten die Maus deshalb zunächst mal selbst. Es half aber nichts.

Es half alles nichts, wir holten schließlich eine Tierärztin, und zwar dummerweise die, die auch die Pferde auf dem Hof behandelte und unsere immer geimpft hatte. Wir kannten sie dadurch ja nun gut und impfen kann sie .. das sehr gut außer Strategien entwickeln, wie man aus jeder Pferdekrankheit so viel Geld wie möglich ziehen kann, das nämlich kann sie auch besonders gut.

Die meinte, es sei Hufrehe. Über ihre Art zu behandeln habe ich ja schon mehrfach berichtet und erspäre mir das jetzt. Nützlich daran war nur, dass sie uns neue Heparinspritzen verkaufte, die man ja leider in der Apotheke nicht kriegt.  Alles andere konnte man echt vergessen.


Prima verkraftete die Zustände im letzten Stall, die hat halt wie man so sagt eine Pferdenatur, und verbrachte die Tage so lange mit den anderen im Auslauf.

Wir stellten allerdings dann durch die Gabe der Heparinspritzen für Chiwa, was früh morgens und spät abends sein musste, etwas Neues fest, nämlich entsetzt, wie viel Hafer und Holstenstolz-Pelletts unseren Pferden zweimal täglich zugefüttert wurden, was wir nie abgemacht hatten und überhaupt nicht gewusst haben .. wirklich kiloweise, auch unserem Pony. Ich rechnete nach, wie viel Selen sie ca. bekommen haben könnte, denn unser eigenes Müsli enthält ja auch etwas Selen und kam auf mindestens die dreifache Menge bei ihrem ja niedrigen Körpergewicht von lediglich ca. 350 kg.

Wir beide stellten durch viel Recherchieren fest, dass Schimmel ein übler Vitamin-B1-Räuber ist und deshalb unter anderem auch Hufrehe, aber auch viel mehr an Krankheiten auslösen kann und versuchten freundlich, diese Familie darauf hinzuweisen, zumal wir mitbekommen haben, dass dort von den anderen Pferden mehrere auch häufiger eine Kolik bekommen hatten und ständig deshalb die Tierärztin da war.
Wie man an den Bildern sieht, waren wir aber nach wie vor so nett, trotz den für uns auch großen Belastung, nun Chiwa ja laufend behandeln zu müssen, weiterhin dabei zu helfen, auch die anderen Pferde mit auszumisten.
Die neue Tierärztin beschimpfte uns übrigens ständig, weil wir Chiwa auf den Reitplatz ließen, wenn wir am arbeiten im Stall waren. Sie kam fast täglich und kostete uns deshalb ein Vermögen, bis ich ihr deutlich sagte, sie soll endlich weg bleiben, weil wir das nicht mehr bezahlten können. Es brachte ja nichts, dass sie laufend vorbei kam, zumal wir ihre Meinung nicht teilten. Sie tat verdutzt, als wir ihr sagten, der Betonboden in der Box sei keinesfalls weicher als der schneebedeckte Reitplatz. Boxenknast schien für sie generell das Nonplusultra zur Pferdebehandlung zu sein.


Unsere Frage, ob kiloweise selenhaltiges Zusatzfutter die Rehe verschlimmern könne vermeinte sie, obwohl man darüber viele Infos im Internet findet, dass das durchaus so sein kann und uns das unser neuer Tierarzt auch bestätigt hat.

Unsere Weigerung, Chiwa Phenylbutazon zu geben, empfand sie als Zumutung, das Zeug wäre so gut .. obwohl unser heutiger Tierarzt dieses Schmerzmittel alles andere als gut findet und für gefährlich hält und unsere persönliche Erfahrung und der Austausch mit anderen Pferdehaltern die Studien, die es darüber gibt und die man auch im Internet findet, durchaus bestätigt.

Dieser Teil ist jetzt einer über einen recht kurzen Zeitraum ... Teil 26 wird ein Bericht werden, wie es Ende Februar 2013 in diesem Stall weiter ging, denn dass Chiwa dort mit verschimmeltem Futter und viel zu vielen Pelletts hinter unserem Rücken gefüttert wurde und trotz viel Reden nichts geändert wurde, das war nochlange nicht alles, was dort geschah .. Chiwa hatte nämlich noch Glück im Unglück und wird es schaffen, weil wir ja nun nicht mehr dort sind und Prima hatte auch Glück. Ein anderes Pferd hatte icht so viel Glück und auch da sah diese Tierärztin, obwohl es augenscheinlich war, noch immer keinen Zusammenhang zum Schimmel im Futter.

Bis bald weiter mit der Geschichte unserer Familienpferde.

LG
Renate

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