Donnerstag, 25. Oktober 2012

 Auch arme Kinder sollten gesund essen können


Ich habe ja nun neulich etwas über die Kinderarmut in Schleswig-Holstein und auch die in ganz Deutschland geschrieben.

Wer immer mit dem langen Finger auf andere Länder zeigt, wo es noch schlimmer sein mag mit der Armut als in unserem Land oder auch nicht,der will nur davon ablenken, wie schlimm es mit der Armut per Gesetz in unserem eigenen Staat ist, der aufgrund seiner Wirtschaftslage global gesehen durchaus in der Lage wäre, das viele Geld, was ja vorhanden ist, gerechter zu verteilen.

Ein Thema, das mir schon lange am Herzen liegt, sind die hoch gepriesenen Tafeln in Deutschland.

Wenn man die Tafeln nicht aus persönlicher Erfahrung kennt, mag man denken, das wäre eine gute Sache, weil so Lebensmittel, die sonst weg geworfen werden, an die Armen verteilt werden.

Wenn man seinen Obulus an Pfandgeld bei Lidl und so weiter an die Tafeln spendet, denkt man sicher wie ich früher auch, dass dafür Lebensmittel für die Armen gekauft werden, aber das ist gar nicht so. Dieses Geld und auch die unzähligen Spenden, die viele Leute an die Tafeln überweisen und denken, sie helfen so den Armen, fließt in ganz andere Töpfe und kommt den Armen direkt gar nicht zugute, sondern lediglich der Organisation.

Die Tafeln sind inzwischen längst Orte, an die viele große Ladenketten wirklich nur noch ihren Müll liefern, der nicht kurz vor dem Verfallsdatum, sondern längst weit über dem Verfallsdatum ist. Das Brot, was zu den Tafeln kommt, ist steinhart und alt, das Obst und Gemüse welk, oft verfault und schimmelig und enthält unter Garantie kaum noch Vitamine und Vitalstoffe.

Aber gerade Kinder brauchen für ihre Entwicklung gesunde Nahrung, die genug Vitamine und Vitalstoffe enthält. Das ist nicht mehr gewährleistet, wenn die Familien, in denen sie leben, häufig einen Teil ihrer Nahrung von den Tafeln in Deutschland holen, weil sie es aufgrund von Geldmangel dort einfach holen müssen.

Generell werden bei den Tafeln ohnehin nur bestimmte Lebensmittel verteilt. Wenn es nicht gerade leicht verderbliche Lebensmittel wie Brot, Kuchen, Obst und Gemüse sind, die grundsätzlich, wenn sie dort landen uralt und qualitativ von lebensgefährlich vergammelt bis zu im besten Fall noch so eben und eben genießbar sind, dann sind es meistens Sachen, die auch nur deshalb bei den Tafeln landen, weil die Firmen sie sonst kostenpflichtig entsorgen müssten.

Das sind dann Waren über dem Verfallsdatum wie oft schon tagelang abgelaufene Milchprodukte, manchmal auch uralte Wurst, Salate und dergleichen. Manchmal Kekse wie zu Ostern welche von Weihnachten oder umgekehrt und so auch Süßigkeiten, die so alt sind und die die Läden selbst runter gesetzt einfach nicht mehr los werden.

Viele Dinge, die nicht so schnell schlecht werden, bekommt man bei den Tafeln gar nicht oder ganz selten und man kann auch dann davon ausgehen, wenn es mal Konserven oder Getränke gibt, dass die dann Jahre alt sind, denn sogar Dosenfraß oder Saft in Flaschen kann irgendwann ein Alter erreichen, wo es nicht mehr erlaubt ist, diese Sachen in einem Geschäft zu verkaufen.

Diesen Müll geben die Firmen an die Tafeln und dieser Müll wird dort so verteilt, dass man ihn sich noch nichtmal aussuchen kann, sondern wahllos eingepackt bekommt, egal ob man es mag oder nicht und ob es möglich ist, davon irgendeine sinnvoll zusammen gestellte Mahlzeit zuzubereiten.

Dafür zahlt man in Deutschland je nach Tafel pro Besuch übrigens mindestens 1 Euro dazu und maximal bis zu 8 Euro. Der Müll wird also sogar noch verkauft, wenn auch billig.

Die Läden setzen ihre Müll-Spende als Spende von der Steuer ab statt dafür, da es ja Müll ist, kostenpflichtig etwas für die Entsorgung bezahlen zu müssen.

In die Armenstatistik fließt die Möglichkeit der Armen, in der Not eben zur Not den Müll von den Tafeln zu essen, bevor man ganz verhungert, dergestalt ein, dass ja Umfragen gemacht werden, wie viel eine Familie ausgibt.

Der Regelsatz beim Hartz IV wird ja so berechnet, dass man ermittelt, wie viel haben die Menschen denn ausgegeben.

Geben sie weniger aus, weil sie mangels Geld dann diesen Müll holen, um sich zu ernähren, wird der Regelsatz auch nicht erhöht.

Wie will jemand, der nicht mehr Geld kriegt, denn mehr ausgeben.

Ein Hartz-IV- oder Sozialhilfeempfänger kann sein Konto ja nicht überziehen.

So entstehen solche Statistiken.

Und die Familien mit Kindern sind besonders oft betroffen, denn vom Kindergeld kann man ein Kind ja nicht groß kriegen und das wird bei Sozialhilfe oder Hartz IV ja anders als in anderen Familien auch noch voll gegen gerechnet. Die Kinder der Armen haben also gar nichts vom Kindergeld, es wird der Familie ja zu 100 % wieder abgezogen.

Die Kinder haben nicht nur kein Geld, um irgendwo dabei zu sein, um anständige Kleidung zu erhalten, die Kinder haben auch mit Mangelernährung zu kämpfen und können sich so gar nicht gesund entwickeln.

Ist sowas richtig?

In meinen Augen gehören Institutionen wie die Tafeln verboten.

Erdacht wurden sie mal für Menschen, die gar nichts haben, weil obdachlos, Geld gestrichen wegen irgendwelcher Sanktionen oder so.

Heute sind sie Massenanlaufstellen für Millionen von ganz normalen Menschen, die einfach nur auf ergänzende Hartz IV-Leistungen angewiesen sind.

Sie sind noch nichtmal so viel wert wie eine Suppenküche für Arme .. denn in einer Suppenküche wird kein Müll verteilt, sondern wirklich etwas zu Essen.

Armes Deutschland.
Renate

Hier noch zwei Links zum Thema Tafeln:



 Link zum Beitrag über die Kinderarmut hierzulande.

http://pferde-tiere-gesundheit-soziales-zeit.blogspot.de/2012/10/kinderarmut-in-schleswig-holstein-war.html

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