Sonntag, 15. Februar 2015

Was ist eigentlich ein Crowdworker?

Ein Crowdworker ist ein Freiberufler, der in einer großen Gruppe mitarbeitet


So in etwa würde ich diesen Begriff definieren.

Begegnet ist mir dieses Wort erst vor einigen Wochen in einem Blog-Beitrag über unsere Arbeit, der im Blog von Content.de steht. Der Begriff war für mich ganz neu. Ich kenne für unseren Job bisher eher Fachbegriffe wie Freelancer oder eben die deutsche Version Freiberufler. Als ich nachsehen war, bin ich auch noch über den Begriff Cloudworker gefallen, der ebenfalls Menschen umfasst, die so wie Jürgen und ich im Internet über Portale, die Aufträge einstellen, mithelfen, diese Arbeiten zu erledigen.

Wir beide arbeiten also als Freelancer, denn wir sind ja Freiberufler und bekommen weder Lohn noch Gehalt, sondern ein Honorar, sind also selbständig, wir arbeiten aber auch überwiegend als Crowdworker, denn mit Einzelkunden haben wir beide eher schlechte als gute Erfahrungen gemacht und haben uns deshalb dafür entschieden, dass es sich bei den beiden Texter-Portalen Textbroker und Content für uns am besten arbeiten lässt. Man wird dabei zwar nicht reich und kommt auch nicht vom Jobcenter ganz weg, aber es ist relativ sichere Arbeit, also ein Nebenverdienst, den man mal höher, mal etwas niedriger, durchaus einplanen kann und auch relativ stresslos, so zu arbeiten. Die Arbeit ist abwechslungsreich und macht Spaß und es entstehen einem anders als bei vielen anderen auch nicht besser bezahlten Nebenjobs im Angestelltenbereich kaum Werbungskosten, denn einen PC hat heute fast jeder, der läuft sowieso .. aber wir können, da wir ihn beruflich nutzen, sogar Strom und Telefon sowie DSL teilweise absetzen. Ich finde das nicht schlecht und es ist außerdem eine wirklich gute Alternative für Menschen, die so wie Jürgen und ich schon fast im Rentenalter sind, denn hier spielt das Alter keine Rolle, sondern ob man seine Arbeit gut macht .. was bei Jobs, wo man angestellt wird, heutzutage ganz anders ausschaut.

Ich möchte Euch nachher in einem weiteren Beitrag aber noch raussuchen, was ich alles an Meinungen, Links und so weiter über das Crowdworking finde, weil mich das selbst einmal interessiert.

Heute Abend, denn jetzt wollen wir Kaffee trinken und danach mal was mit unseren Pferden auf dem Platz tun.

Bis dann
Renate

Kommentare:

  1. Hallo Renate!
    Ich habe mit dem Begriff auch lange nichts anfangen können, ehe ich bei Galileo einen Beitrag darüber gesehen habe. Da ging es allerdings darum, dass man sich auf Plattformen wie Workhub anmeldet und dann kleine Aufgaben erledigt, wofür man auch im Cent-Bereich entlohnt wird. Das ist aber nicht dasselbe, was du jetzt in deinem Beitrag gemeint hast, oder?

    Liebe Grüße
    Marie

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  2. Hallo Marie,

    Workhub kenne ich zwar nicht, kann ja mal gleich rein schauen, würde aber denken, das ist vermutlich schon etwas, das man mit dem, was mein Mann und ich machen, wird vergleichen können.

    Es muss ja nicht texten sein, was man als Crowdworker macht, sondern kann alles mögliche sein, was man gegen ein kleines Honorar auf einer Plattform übers Internet so tun kann.

    Bei uns sieht es so aus, dass wir in so einem Portal .. arbeiten heute nur noch für Textbroker, weil die bei näherer Betrachtung die bessere Plattform sind .. in einer bestimmten Gruppe, in die man eingestuft wird und darunter alles an Aufträgen sehen kann, was die Kunden anzubieten haben. Davon sucht man sich was aus, macht es fertig. Das können bei kurzen Texten kleine Summen sein. Wenn es sehr lange Texte sind, auch durchaus mal 20, 30 oder mehr Euro auf einmal.

    Dann gibt es noch sogenannte Direct Orders, wo sich manche Kunden bestimmte Autoren aussuchen, mit denen einen meistens etwas höheren Preis abschnacken und einem die Aufträge direkt schicken.

    Dann gibt es noch Teams, wo man auch mehr Geld kriegt und in einer größeren Gruppe gemeinsam für einen bestimmten Kunden arbeitet, dessen Aufträge nur diese Gruppe sieht.

    Alles, was bezahlt ist, landet auf einem Zwischenkonto und da kann man es dann abrufen, wann und ab welcher Summe Minimum hängt dann von der jeweiligen Plattform ab.

    Die meisten zahlen ab 10 Euro aus, davon manche monatlich, manche wöchentlich, manche täglich und so.

    Also ich vermute, es ist schon das, was ich meine, was man auch bei Workhub machen kann. Also im Prinzip .. es muss ja nicht texten sein, es kann alles mögliche sein.

    LG Renate

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    1. Hallo Renate!

      Lieben Dank für deine ausführliche Antwort :). Ich hab gestern mal weitergestöbert, auch mit deinen Links aus deinem anderen Beitrag (vielen Dank fürs Posten!). Offensichtlich gibt es mittlerweile schon einige Anbieter, die auf diese Methode des Arbeitens setzen.

      Textbroker und Content.de kannte ich bisher noch nicht, habe aber gleich ein bisschen weiter recherchiert. Unter Journalisten scheinen solche Textplattformen ja eher verrufen zu sein und anscheinend sind auch manche Kunden wieder davon abgekommen - es hängt wohl immer davon ab, was für Texte man nun wirklich braucht. Produktbeschreibungen sind eben etwas anderes als ein längerer und recherchierter Text, denke ich.

      Liebe Grüße und danke!
      Marie

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  3. Hallo Marie,

    ich bin mal von jemand interviewt worden, der eine Studie über diese Form der Arbeit macht ... für die Bundesregierung, soweit ich weiß ... sie beschäftigen sich damit, ob und wie man da einen Mindestlohn festlegen könnte .. halte das als erfahrene Texterin ehrlich gesagt nicht für machbar, weil wir ja sozusagen "international" sind .. ich habe Kollegen in der deutschen Plattform (die gibt es ja weltweit, man macht halt da mit, wo man gut klar kommt und Muttersprache ist eben Muttersparache), die wohnen sonstwo, schreiben aber halt dort, wo wir auch schreiben, brauchen aber zu Hause viel weniger Geld, weil da alles billiger ist.

    Also es gibt da alles mögliche. Die Texterei ist nur ein einzelner Zweig .. Firefox kennst Du sicher .. das sind auch Crowdworker. Es gibt Grafiker und andere Designer, wo das viel gemacht wird, mit Fotos, Videos, aber auch Ecken, wo Leute Dinge gemeinsam entwickeln und sonstwas. In Amerika gibt es bei manchen dieser Branchen sogar schon Gewerkschaften dafür. Also Arbeitskämpfe, weil das eben klar sehr schlecht bezahlt wird.

    Meine letzte Fallmanagerin sagte mir, Bürojobs werden immer weniger .. ich würde sagen, das liegt daran, dass vieles an Büroarbeit so ausgelagert und klar viel billiger erledigt werden kann, sogar Buchführung und dergleichen .. diese Systeme, wo man sich einfach von zu Hause aus einloggen und mitarbeiten kann, machen das möglich.

    Beim Texten würde ich denken, die meisten von uns sind eingearbeitete Laien .. ich bin es zumindest, ich habe das nicht gelernt, bin allerdings Industriekauffrau und war lange in der Textberarbeitung tätig .. aber das ist eigentlich nicht das gleiche, denn Texten ist ja oft ausgesprochen kreativ.

    Produktbeschreibungen sind das eher nicht. Ich habe bei Content in erster Linie deswegen aufgehört, weil Du dort fast nur solche Aufträge findest .. Kunde immer König, egal was der will und ob er nun nett oder sogar total ungerecht ist .. und die Kunden konnten in die noch nicht bezahlten Texte rein, sie selbst ändern und einem dann trotzdem wieder zum erneuten Ändern vorlegen ... das hat mich aufgeregt. Das ist bei Textbroker vollkommen anders. Dort ist der Autor geschützt vor solchen Kunden, kriegt Hilfe. Ich betrachte uns da eher als ein Autorenteam, das aber nicht allzu viel verdient, weil der Markt das einfach nicht hergibt und auch das Haupt-Team, das diese Plattform mal gegründet hat, das nicht wird machen können, so viel Gewinn rauszuschlagen, dass wir alle davon reich werden .. jedenfalls noch nicht.

    Es gibt zur Zeit sehr viel Arbeit, ich würde sagen mehr als Autoren. Schlecht zu bearbeitende Aufträge bleiben oft lange liegen. Kunden mit unmöglichen Wünschen haben halt Pech. Das macht keiner.

    Journalisten ist das, was wir verdienen, logisch zu wenig .. aber es gibt auch welche, die machen es, weil sie halt auch nichts anderes finden. So einfach ist das ja nicht. Es will doch heute kein Mensch mehr viel Geld ausgeben.

    Wir schreiben sonstwas .. Du würdest das nur verstehen, wenn Du gut genug schreibst, um angenommen zu werden (musst nen Probetext hin schicken). Dann fängst Du vermutlich erstmal klein und mit nur Open Orders an, kannst Dich sehr mühsam hoch wuseln ... die Studenten, die die Texte der Neuen und auch von uns Alten lesen und einen später nochmal bewerten, sind so überlastet, das kann Monate, wenn nicht Jahre dauern, bis einer Deine Stufe ändern wird .. die sind momentan so im Stress, haben keine Zeit. Das war früher anders.
    Also generell sind wir verdammt wenig Leute für verdammt viel Textaufkommen, das verlangt wird.

    Also ein Texter-Markt, wo ich hoffe, es schlägt sich mal irgendwann in den Preisen nieder .. nach Angebot und Nachfrage zu vermuten aktuell.



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  4. So .. musste nen Teil davon wieder löschen .. war zu lang geworden.

    Also solltest Du mitschreiben dürfen und das mal testen wollen ... es dauert, bis Du verstehst, was Texten alles sein kann .. Du wirst am Anfang nur die normalen Open Orders sehen, und schon die sind sehr vielfältig. Du kannst da ganz unterschiedliche Dinge annehmen und bearbeiten .. je nachdem, was Dir liegt.

    Irgendwann findest Du sicher auch Kunden, die Dich persönlich toll finden und hast dann die ersten Direct-Order-Kunden.

    Ich habe z. B. eine Immobilienmaklerin dabei, de in Spanien Häuser und Wohnungen verkauft, selbst kein Deutsch kann, aber für ihren Blog auf Deutsch entsprechende Texte braucht ... also Reportagen über alles mögliche, was typisch für Spanien ist .. wo ich dann immer irgendwie fast unmerklich am Rande mit einfließen lasse, dass man genau dort, wo sich z. B. dieser oder jener Künstler hat inspirieren lassen oder dieser oder jener Schauspieler so gerne in Spanien essen ging und sonstwas, klar auch gerade schöne Ferienhäuser kriegt.

    Ich habe andere Kunden dieser Art, die Pferdefutter, Zen-Gärten, teure Füller, Hundefutter verkaufen oder auch einen, wo ich ellenlange Sachen über zoologische Gärten in ganz Deutschland schreibe .. der hat eine Online-Zeitung.

    Ich bin dann auch in allen möglichen sogenannten Teams ..in die wirst Du eingeladen, wenn Du länger dabei bist. Mein Lieblingsteam ist eins über Kochrezepte .. ist eigentlich ein Fernsehsender, der die Seite betreibt, wo diese Texte dann landen. Dafür muss man auch bestimmte HTML-Codes kennen und wissen, wie genau so ein Text aufgebaut sein muss, weil das so, wie Du es dann fertig machst, unmittelbar in diese Seiten eingebunden wird .. direkt von anderen Leuten dieser Teams .. wir texten dann in eine Maske, die extra dafür gemacht wurde. Teamaufgaben können aber auch ganz anders aussehen, kommt auf die Teams an.

    Alles kenne weder ich noch irgendeiner der Texter, würde ich sagen .. wir sind ja zig tausend und jeder kann was anderes gut.

    Darauf basiert es auch.

    Kunden, die nicht gut erklären können, die werden dort nicht alt werden, weil es auch wichtig ist, ein anständiges sogenanntes Briefing zu schreiben (das was der Kunde haben will), damit rüber kommt, was verlangt wird.

    Bei den Teams ist das anders. Da übernimmt das Team solche Aufgaben. Das kostet aber dann klar auch mehr.

    Also so ungefähr geht das bei der Texterei.

    LG
    Renate

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    1. Liebe Renate!

      Vielen Dank für das Teilen deiner Erfahrungen! So einen Text habe ich noch nirgends gelesen, da bin ich mir sehr, sehr sicher :). Vielleicht auch deswegen, weil die meisten "Tester" nicht lang genug dabeigeblieben sind?

      Das sind auf jeden Fall wertvolle Erfahrungen, die du gesammelt hast. Hast du schon mal überlegt, darüber einen Beitrag zu schreiben? Oder hast du das schon und ich habe es nur nicht gesehen? Das dürfte nämlich bestimmt auch andere Leute interessieren :).

      Letztendlich macht natürlich jeder eigene Erfahrungen, das ist auch klar. Jetzt wollte ich mich endlich mal überwinden und Workhub testen und - hurra, was darf ich lesen? Die Seite gibt es nicht mehr ... :D

      Liebe Grüße
      Marie

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  5. Hallo Marie,

    tut mir leid, dass es Workhub nicht mehr gibt.

    Also ich schreibe ab und an mal hier oder in den Blog-Ablegern von diesem Blog, den ich immer unseren Hauptblog nenne, weil er alle Themen beinhaltet (die anderen sind immer auf eins der Themen bezogen spezialisiert und noch neu), wie es mit der Arbeit so läuft. Auf meine private Art halt. Es gibt auch Kollegen, die ab und an darüber was berichten. Unter welchen Suchbegriffen man das nun finden mag, keine Ahnung. Das wird auch gelesen. Ich kriege ja immer eine Statistik darüber, wie oft welche Beiträge angeklickt worden sind. Da das nun inzwischen etliche Tausend sind und ich auch schon mehr als 2,6 Millionen Besucher auf unseren Seiten hatte .. bzw. wir beide, mein Mann macht hier und in den anderen Blogs ja mit ... weiß ich aber meistens nur, was in den letzten Tagen gelesen wurde. Oder die Sachen, die nun schon so viele gelesen haben, dass sie in der Gesamtstatistik ganz oben stehen. Rest geht unter. Ich schreibe auch ab und zu, wie das mit den Werbeeinnahmen beim Bloggen ist .. aber das ist ganz wenig, nur ein Mini-Taschengeld. Beim Texten verdient man besser.

    Toi toi toi, dass Du auch was Schönes an Heimarbeit am PC findest, das Dir liegen könnte.

    LG
    Renate

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