Montag, 6. Mai 2013

Tasso e.V. - ist sowas wirklich Tierschutz?

Wir fanden, als wir vom Einkaufen bei Aldi in unser Auto stiegen, eine höchst befremdliche Karte an unserer Windschutzscheibe. Dazu gleich mehr .. wer sie uns an die Scheibe geklemmt hat, wissen wir nicht, aber was aus solchen Aktionen entstehen kann, werde ich Euch auch nachher anhand der Erlebnisse einer meiner Freundinnen aus Kiel berichten. Die Karte stammte aus einer Aktion der vermeintlichen Tierschutzorganisation Tasso e.V.

Tasso finanziert sich ja ausschließlich durch Spenden und begann seine Karriere mal mit einer im Prinzip guten Idee, dem chippen von Hunden und Katzen, damit sie entlaufen besser wieder gefunden werden könnten. Ich habe früher auch einmal einen Hund chippen lassen, der anders als alle meine Hunde übrigens mit 8 Jahren sehr jung starb, weil plötzlich seine Hinterbeine gelähmt waren .. laut unserem Tierarzt Folge des Cushing Syndroms. Alle anderen Hunde, die Jürgen und ich hatten, sind mindestens 13 oder älter geworden.

Da Rassepferde neuerdings auch gechippt werden, habe ich gerade unlängt von unserer Stallbetreiberin bezüglich ihrer neuen Ponys die Befürchtung gehört, das Chippen könnte den Tieren schaden, denn diese Chips können im Körper wandern und an den falschen Stellen unter Umständen nach Jahren sonstwas anrichten. Um nur einmal ein Beispiel zu nennen, hier eine Diskussion in einem Katzenforum. Diese einmal im Prinzip gute Idee hat nämlich durchaus ihre Schattenseiten und auf ein Haustier gut aufzupassen ist sicher nach wie vor die bessere Lösung als sich darauf zu verlassen, dass es irgendwann gefunden und nur anhand dieses Chips auch zu seinem Eigentümer zurück kommen könnte.


Nun einmal zu Tasso an sich.


Gegen Tierschutzvereine, die Spendengelder für ihre Ideen sammeln, ist ja generell nichts einzuwenden.

Als nächstes erzähle ich Euch das schreckliche Erlebnis meiner Freundin aus Kiel.

Es war im letzten Sommer. Meine Freundin, die ihren kleinen Hund immer überall hin mitnimmt, war nur kurz zum Einkaufen gegangen und hatte ihre Hündin wie immer im Auto gelassen. Als sie nach nur kurzer Zeit wieder aus dem Laden kam, hatte jemand das Auto aufgebrochen und ihre Hündin war weg. Jemand war dann mit dem Tier zur nächsten Polizeidienststelle gelaufen und hatte meine Freundin angezeigt, hatte ihre Hündin dorthin mitgenommen. Nur nach einer umständlichen Prozedur und einem Heidentheater, weil die Polizei ihr nicht glauben wollte, dass die Hündin nicht stundenlang in einem überhitzten Auto gesessen hatte, konnte sie ihre Hündin wieder mit nach Hause nehmen. Den Schaden an ihrem Auto hat ihr keiner ersetzt.

Es war ja ein angeblicher Tierschützer, der da einen Hund hat retten wollen.

Ob der auch durch die neuerliche Tasso-Aktion dazu animiert worden ist, so zu handeln, weiß ich nicht.

Ich denke nur, die meisten Tierhalter gehen sicherlich verantwortungsvoll mit ihren Vierbeinern um. Dazu gehört auch, dass viele Leute genauso wie wir ihre Hunde fast überall hin mitnehmen und sich auch um Katzen verantwortungsbewusst kümmern. Dazu gehört auch, Haustiere ab und zu oder auch häufiger im Auto mitzunehmen.

Jürgen und ich sind noch nie ohne unsere Hunde in Urlaub gefahren, ich habe früher auch unsere Hauskatzen mitgenommen, wenn ich in Spanien ein Ferienhaus gemietet hatte, natürlich im Auto, wie denn sonst?

Momentan nehmen wir unseren Hund Boomer fast immer überall hin mit. Der bleibt nämlich nicht gern alleine in der Wohnung. Unser Hund ist schließlich ein Rudeltier. Wenn wir einkaufen fahren, machen wir das fast immer nach der Zeit, wenn wir uns um unsere beiden Pferde gekümmert haben.

Im Stall ist Boomer sehr gern. Schließlich kann er dort frei und ungehindert oft stundenlang toben und spielen, weil das auf einem Bauernhof ist. Er trifft dort auch oft die Hunde der anderen Einsteller und tobt dann mit denen.

Auf dem Rückweg halten wir häufiter dann bei Lidl, Aldi oder Sky an, um noch ein paar kleine Einkäufe zu machen. Da Jürgen und ich täglich unmittelbar an diesen Geschäften vorbei kommen, sind das nie Großeinkäufe. So ein Einkauf dauert in der Regel 10 - 15 Minuten und wäre selbst im Hochsommer bei Hitze, weil unser Auto schließlich Fenster hat, die man auch ein Stück runterkurbeln kann und es in dem Einkaufszentrum sogar Bäume gibt, wo man sich in den Schatten stellen kann ... wenn es denn wirklich heiß ist, was es heute nicht war ...würde unser Hund ganz sicher nicht im Auto am Hitzetod sterben oder auch nur schlimm leiden.

Jürgen und ich haben nun seit unserer Kindheit Hunde, die immer mit uns einkaufen gefahren sind oder aus anderen Gründen im Auto mitgefahren sind .. es ist noch nie !!!! einem unserer Hunde im Auto etwas passiert.

Als ich nach dem Auffinden dieser Karte an unserer Windschutzscheibe heute nach Hause kam, habe ich bei gmx nachgeschaut, wie viel Grad wir gegen Abend denn wirklich hatten ... das waren ganze 16 Grad, und zwar bei ziemlich bedecktem Wetter mit nur gelegentlichen Auflockerungen, wo die Sonne durch kam. Es war heute den ganzen Tag über eher bedeckt, auch wenn es durchaus schönes Wetter war. Wir haben auch verdattert auf das Innenthermometer unseres Autos geschaut, das zu der Zeit 23,4 Grad anzeigte.

Als ich im Auto saß, sah ich zunächst eine Aufschrift "Hitzschlag beim Tier", stieg wieder aus und fand auf der anderen Seite der Karte folgendes stehen:

"Hund im Backofen

Hunde gehören im Sommer nicht ins Auto! Tasso e.V.

Schon ab 20 Grad Außentemperatur droht der Tod!
Denn das Autoinnere kann sich bei steigenden Temperaturen schnell auf über 50 Grad aufheizen!

Leider werden auch diesen Sommer wieder viele Hunde durch Hitzschlag qualvoll im Auto sterben.

Lassen Sie es nicht soweit kommen!
Helfen Sie mit, andere Hundehalter zu informieren. Fordern Sie kostenlos dieses Karte zum Verteilen an.

Tierschutz geht uns alle an!"

Wer sich das von den vermeintlichen Tasso-Tierschützern ausgedacht haben mag, hat vielleicht ja durch einen durchgemachten Hitzschlag irgendwann seine Hirnfunktionen eingebüßt.

Solche Aktionen sind ein gefundenes Fressen für Hundehasser, die Hundehaltern noch mehr Probleme machen als man sie ohnehin schon oft durch Hundehasser hat.


Hier findet man diesen Schwachsinn, der offensichtlich schon viele Jahre kursiert und wo viele Leute sich dann auch noch als tolle Tierschützer fühlen, wenn sie ahnungslose Hundehalter wie meine Freundin im vorigen Jahr drangsalieren, die nur eben kurz einkaufen war.

Falls unser Hund im Auto heute unruhig war, sicherlich deshalb, weil sich einer an unserem Auto zu schaffen gemacht hätte und wenn der gewagt hätte, die Hand durch das Fenster zu stecken, hätte er vermutlich zugebissen, weil er unser Auto logischerweise beschützt, was viele Hunde tun, wenn Herrchen und Frauchen mal eben was einkaufen gehen.

Ich will nicht behaupten, dass es nicht vorkommt, dass Menschen ohne zu überlegen, ihre Haustiere stundenlang im Auto einsperren.

Vor einem Supermarkt wie Aldi wird das aber selten der Fall sein, denn da gehen die meisten Leute genauso wie wir eben mal kurz was zu Essen kaufen, was doch nicht lange dauert und wo garantiert kein Hund einen Hitzschlag kriegt, wenn er die 10 Minuten im Auto wartet.

Wir Menschen ersticken ja auch nicht gleich im Auto, wenn wir mal im Sommer irgendwo länger im Stau landen und auch nicht die Hunde, die dann vielleicht dabei sein sollten, weil man unterwegs ist.

LG
Renate

Kommentare:

  1. Thema Chippen : meine erste Katze 1992 wurde noch im Ohr tätowiert, da konnte kein Chip hin und her wandern, auf einem Chip stehen vllt mehr Daten , aber anhand der Nummer im Ohr kann man auch immer wieder den Beistzer finden . Wenn das Tier krank ist und auf dem Chip steht das und welche MEdikamente das Tier dann braucht , wäre das nicht die schlechteste Idee , aber wenn der tatsächlich wandern kann , ist das doof .
    Thema 2 : An sich ist es nicht schlecht , die MEnschen für das Thema Tier im Auto über längere Zeit zu sensiblilisieren , aber ich denke kein Mensch ausser der Polizei hat das Recht ein Auto aufzubrechen deswegen , von daher hätte deine Freundin doch ihren Schaden ersetzt bekommen müssen. Angebliche " Tierfreunde " sind hier nämlich auch gefordert mal auf die Uhr zu schauen und mal kurz zu warten ob der Besitzer nicht nahc 5 min wieder da ist .

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  2. Hei Bea ... ich wusste bis neulich auch nicht, dass diese Chips wandern können, bis unsere Stallbetreiberin mir das erzählte. Bei Pferden ist das nämlich neuerdings Pflicht statt den Brennen .. was ich mir allerdings auch schlimm vorstelle, weil ich mir mal die Hand verbrannt habe und das waren grauenvolle Schmerzen .. also muss ne Nummer auf den Hintern brennen ganz sicher tierisch weh tun, die man bei meinen beiden Pferden ja immer noch gut lesen kann.
    Bei Monti .. der wurde nur 8 und ganz plötzlich sackten ihm immer die Hinterbeine weg .. der Tierarzt meinte damals, er hätte das Cushing Syndrom und gab ihm was für die Nebennieren, dann wurde es noch schlimmer und er konnte gar nicht mehr aufstehen und dann meinte der Tierarzt, das Cushing Syndrom würde wohl von der Hirnanhangdrüse kommen, was bei Hunden fast nie so ist und da sei das Medikament falsch gewesen .. er ist daran gestorben.
    Ich musste nur daran denken, als ich das von der Chipperei und das diese Chips Nerven lahm legen können, gehört habe .. den sowas könnte das mit Montis Hinterbeinen auch durchaus erklären, weil komisch war das damals auf alle Fälle.

    Klar soll diese Aktion Menschen wohl sensibilisieren eben aufzupassen .. aber die schreiben auf ihrer Homepage eiskalt ja nicht, dass man einen Hund nun nicht den ganzen Tag ins Auto einsperren sollte .. das womöglich in der Sonne, wenn man mit der Familie in den Zoo geht .. auf dem Parkplatz oder so .. sondern die schreiben tatsächlich, auch mit Fenster ein Stück auf vorm Laden würden Hunde qualvoll sterben .. das steht da eiskalt zu dieser Zettelwerbung und insofern sollte man nicht den Leuten die Schuld geben, die so reagieren, sondern den Leuten, die diese Zettelaktion anleiern und das mit solchen Infos.

    Das ist doch Unsinn .. ich bin nun fast 60 und habe immer unsere Hunde mit einkaufen genommen .. klar nicht zum Klamotten-Shoppen nach Kiel oder so, wenn ich nun stundenlang neues Outfit suche, aber doch so, wenn man nur was zu Essen holt.

    Wenn es richtig heiß wird, sucht man sich nen Baum oder eine andere schattige Ecke und beeilt sich doch auch.

    Klar kann man mit Hund drinnen das Fenster nun nicht ganz aufmachen, sondern nur so weit, dass er nicht raus springen kann.

    Und die Härte 10 heute war .. es war endlich mal halbwegs schön, aber doch noch nicht wirklich heiß und dann war das ja auch abends schon.

    Unser Boomer ist ja z. B. ein Fundhund .. und reinrassig .. aber ne Nummer haben wir nicht an ihm gefunden und so hat sich auch keiner gemeldet und wir wissen nicht, wo er mal weg gelaufen sein mag und wie weit er vielleicht gerannt sein könnte, bis ihn einer fand. Eigentlich setzt doch keiner nen reinrassigen jungen Hund aus, den er auch verkaufen könnte .. aber nun ja.....

    Maggi war garantiert nicht lange weg ... ihr Hund ist doch ihr Einundalles .. ist doch solo und hat nur das Tier .. ich kann mich noch dran erinnern, wie sie mir das damals erzählt hat .. war voll geschockt und dann noch die Anschuldigen von der Polizei damals wegen Tierquälerei. Sie ist aus Kiel und wir kennen uns persönlich, haben uns schon getroffen ... das ist so ein Blödsinn gewesen und daran dachte ich, als ich heute bei uns an der Scheibe diesen Zettel fand .. ob das man nicht auch einer war, der sowas gelesen hat und dann dachte, er tut ein gutes Werk und rettet Luna.

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  3. Bea, die schreiben auf der Seite, über die sie diese Zettel verteilen, folgendes wörtlich:

    Aktion: "Hund im Backofen"
    Unwissenheit oder Gedankenlosigkeit vieler Tierhalter führt dazu, dass immer noch Hunde im Sommer im Auto sterben müssen. Sie werden im verschlossenen Auto zurück gelassen, während Herrchen oder Frauchen „mal eben schnell“ einkaufen gehen oder sich im Freizeitpark vergnügen. Den wenigsten Tierhaltern ist bewusst, dass schon wenige Minuten bei 20 Grad Celsius Außentemperatur ausreichen: das Auto wird zur tödlichen Falle! Das Argument „nur kurz“ zählt ebenso wenig wie das zwei Zentimeter geöffnete Fenster Kühlung bringt.

    Sehen Sie hier den Film zur Aktion:

    Dann kommt son reißerisches Video ...

    Helfen Sie mit, Tierleben zu retten!

    Unter dem Motto „Hunde gehören im Sommer nicht ins Auto“ hat TASSO vor vier Jahren eine deutschlandweite Aufklärungsaktion gestartet. Bis heute haben sich unzählige Tierfreunde bei uns gemeldet. Bereits 10.000 Menschen sind im Einsatz. Sie verteilen unsere kostenlosen Informationskarten und Plakate in Hundeschulen, Supermärkten, Geschäften, Freizeitparks. Wir hoffen, so gemeinsam vielen Hunden ein grauenhaftes Schicksal ersparen zu können. Die Aktion ist in jedem Sommer wichtig. Helfen Sie mit, Hunden einen qualvollen Tod im Auto zu ersparen.
    ...

    Das führt doch eiskalt dazu, dass manche Menschen glauben, sie retten nem Hund das Leben, dessen Herrchen oder Frauchen kurz was einkaufen ist .. und sei es nur paar Minuten.

    Und sowas wie Maggi passiert ist, ist da doch regelrecht vorprogrammiert.

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