Sonntag, 10. Juni 2012

Weidepflege - Vorsicht bei Jakobskreuzkraut und anderem giftigen Zeug!


Wir sind im Moment dabei, unsere Weiden nach Jakobskreuzkraut und eventuell sonstigem für Pferde giftigem Zeugs abzulaufen. Ich berichte also mal sehr individuell jetzt auf das Weideland bezogen, wo unsere beiden Pferde momentan leben, nämlich Dinghorst. Fotos im Text und unten kommt noch ein Link der speziell noch weitere Infos über das fiese Jakobskreuzkraut enthält, das sich leider über mangelnde Pflege der Straßenränder immer weiter ausbreitet und wenn man es nicht vernichtet, bei Pferden irreparable Leberschäden hervorrufen kann.
Mittags wurden also erstmal unsere beiden Fress-Säcke von der üppigen Weide geholt, damit es nicht überhaupt zu viel des Guten wird.
Dann gab es wie immer ballaststoffreiches Müsli .. denn das ist nach dem grünen Gras sehr wichtig.
Noch ein Blick auf die Blumen... ich liebe Blumen. Heu holen und Pferde abfüttern, dann konnte es los gehen. Es ist immer gut, wenn man Schadpflanzen auf der Weide ausreißen will, wenn es vorher geregnet hat und der Boden feucht ist, dann kriegt man sie besser mit der Wurzel raus und reißt nicht nur die Blätter ab.


Auf ging es dann mit der nun leeren Schubkarre bewaffnet auf die Suche nach Jakobskreuzkraut, denn ich war sicher, irgendwo welches gesehen zu haben.
Bevor wir das Jakobskreuzkraut fanden, gab es dann erstmal an dieser Ecke was zu tun, denn hier war etwas Farnkraut unterm Zaun durch auf den Weiderand gewuchert. Ob das nun der berüchtigte Adlerfarn ist, weiß ich nicht, aber Farn ist generell nicht gesund, also wurde der erstmal mit Stock und Stiel ausgerissen, denn Farnkraut hat auf einer Pferdeweide nichts zu suchen, da Adlerfarn zumindest sehr giftig sein kann und der andere auch bedingt giftig ist.
Die Ecke werden wir im Auge behalten, denn da der Farn draußen wächst, wird er wieder irgendwann auf die Weide rüber wachsen, da bin ich sicher.
Das hier ist Weißklee in der Blüte. Jede Sorte Klee, auch der rote oder der mit den kleinen gelben Blüten, sollte nicht zu reichlich auf einer Weide sein. Klee löst bei empfindlichen Pferden zu reichlich genossen oft Hufrehe aus, kann auch zu einer Kolik führen, wenn Pferde zu viel davon fressen. Ob alles, was ein Pferd von zu viel Klee bekommen kann, auf den recht hohen Gerbsäuregehalt oder aber auch Blausäure in manchmal nicht unerheblichen Mengen, zu viel Eiweiß oder Stärke zurückzuführen ist, weiß ich nicht genau .. alle diese Sachen sind reichlich in Klee und auf einer Weide sollte nach Möglichkeit das Gras überwiegen und Klee nur ab und zu dabei sein. Wenn das nicht so sein sollte, sollte man die Tiere auf einer so kleereichen Weide nicht zu lange weiden lassen und eventuell mit gutem Heu zufüttern.

Klee kriegt man am besten weniger, wenn man die Weide düngt und das Gras dann hoch wachsen lässt, das immer wieder. Klee braucht viel Sonne und so hat er im hohen Gras zu viel Schatten. Da Klee zu den Leguminosen gehört und sich den Stickstoff über Knöllchenbakterien aus der Luft holen kann, ist er auf stark abgegrasten nährstoffarmen Wiesen dem Gras überlegen. Deshalb hilft dagegen am besten reichlich Dünger für das Gras und dann Wachsen lassen, um den Kleeanteil zu verringern.

Disteln wie diese hier stechen zwar, sind aber nicht schädlich. Pferde knabbern sogar ab und zu davon. Besonders gesund sind Mariendisteln. Das da oben ist aber eine andere Art, deren genauen Namen ich nicht kenne.
Dieses so hübsch gelb blühende Kraut ist Hahnenfuß. Auf der Weide ist der, wenn die Pferde generell genug zu fressen haben, nicht allzu schädlich, denn Pferde fressen ihn normalerweise nicht, es sei denn, sie sind halb verhungert. Hahnenfuß ist leicht giftig und ist wesentlich schädlicher, wenn er in Heulage oder Silage drinnen ist. Im Heu geht es, denn Pferde lassen ihn auch dann liegen, aber beim Silieren lösen sich die Giftstoffe und sind dann im gesamten Heulage- oder Silageballen verteilt im Futter. Deshalb ist beim Heulage-Machen besonders darauf zu achten, dass man das nicht auf Weiden mit einem hohen Hahnenfuß-Anteil machen sollte.
Hahnenfuß ist extrem schwer auf der Weide loszuwerden. Man kann es mit Kalkstickstoff probieren, aber selbst da geht oft das Gras dann ein und der Hahnenfuß kommt wieder, wenn man Pech hat. Generell kann Kalk aufbringen gut sein, muss aber bei sehr saurem Untergrund nicht immer was bringen. Ich weiß das von einer Weide, die wir früher gepachtet hatten und wo wir in ca. 2 Jahren zumindest den Hahnenfussanteil trotz Kalkstickstoffeinsatz und so nicht sehr haben minimieren können.
Das ist Ochsenzunge. Ich glaube, sie ist nicht giftig, aber Pferde fressen sie nicht. Ich hatte früher in Depenau auf einer Weide sehr viel von dem Zeug. Man kriegt es kaum weg, denn es hat meterlange Pfahlwurzeln. Reißt man einen aus, teilt man damit die Pflanze nur und es kommt gleich ein ganzes Büschel wieder. Genauso ist es mit Abmähen. Also am besten in Ruhe lassen. Es sieht nur häßlich aus und die Pferde fressen es nicht, aber der Versuch, das Zeug zu bekämpfen wirkt meistens nur wie Pikieren und man teilt dabei die Pflanze auch noch, was man ja nicht will.


So .... wusste ich es doch, dass auf dieser Weide irgendwo ein Nest mit Jakobskreuzkraut gewesen war, da ist es also. Es war dort das einzige, ich habe am nächsten Tag um den Reitplatz rum aber ein zweites Nest gefunden und auch schon alles ausgerissen und werde die Tage auch weiter suchen, denn wir haben ja noch mehr Weiden, wo sich welches verkrochen haben könnte.
Jürgen hält hier eine Pflanze falsch rum in der Hand.





Noch mehr optische Eindrücke von der sehr giftigen Pflanze, die Pferde zwar auch so leicht nicht fressen, aber wenn sie es doch tun, die dann stark und dauerhaft die Leber schädigt. Und wie Ihr unten sehen könnt, bildet die dichte Gruppen, wenn erst einmal irgendwo eine davon Fuß gefasst hat, vermehrt sich also sehr stark. Und zwar durch Aussaat nach der Blüte. Deshalb sollte man Jakobskreuzkraut vor der Blüte versuchen weg zu kriegen.
Ich zeige Euch nachher über einen Link mal die Blüten, an der man es noch besser erkennt, habe aber bei uns lieber vorher alles ausgerissen, da es sich auf unserem Weideland ja nicht vermehren sollte.


Unser Boomer war begeistert. Ich glaube, man könnte ihm "such Jakobskreuzkraut" beibringen, dann würde er loslegen und es erschnüffeln.



Fast Feierabend für den Tag ... am nächsten ging es dann weiter und noch sind wir auch nicht damit durch, denn wir haben ja etliche Weiden, wo sich noch welches verstecken könnte.
Nun noch Äppel sammeln und dann ab nach Hause, Kaffee trinken.




So ... zum Schluss noch zwei Links, der zweite ist aus dem ersten und ich finde den so gut, dass ich ihn extra verlinken und Euch bitten möchte, Euch das mal selbst alles genau durchzulesen. Sind auch super Bilder drin, auch von verwandten und teils auch hochgiftigen Arten.

Link 1 über Jakobskreuzkraut

Link 2 über Jakobskreuzkraut

LG
Renate








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