Freitag, 15. Juni 2012

 Eigene Pferde - Unsere Stolzen Freunde - Teil 10

Ein Sommer in Boksee, Im See endet leider in Chiwas erstem Hufrehe-Schub

Die Situation war ziemlich verfahren. Also hängten wir überall im Dorf Zettel auf, dass wir Weideland suchen würden und bekamen schließlich einen Anruf von einer Familie in Boksee, Im See, die uns nur über den Sommer ein Stück Weideland anboten. Wir sagten sofort zu und zogen Zäune. Der Preis war günstig, die Leute sehr nett und das Gras so hoch wie im Schlaraffenland, so viel hatten unsere Pferde vorher noch nie auf einmal fressen können. Dass das der Grund für Chiwa Monate später kommenden ersten Hufrehe-Schub war, glaube ich allerdings nicht, aber dazu später.
Zunächst einmal war es Juni 2001 und wir waren heilfroh, dass zumindest unsere Pferde erstmal in Sicherheit vor diesem Bauern waren, wo unsere Familie allerdings noch recht lange hat wohnen müssen, bis wir eine andere Wohnung fanden.

Diese Fotos, wo meine Mutter, mein Ex-Mann Hansi, mein Enkel Raphael und ich die Pferde in Boksee, Im See, besuchen gingen, habe ich in den ersten Wochen unseres Aufenthalts dort gemacht und unsere Pferde genossen einfach das gute Essen.
Ich glaube, einige erste Fehler in ihrer Ernährung machten wir bereits gleich zu Anfang. Meine beiden Töchter meinten, ich soll den Pferden bei dem vielen Gras kein Kraftfutter geben und ab und zu ein kleines arabisches Brot aus der Bambule, einem Kieler arabischen Szene-Lokal, in dem meine kleine Tochter neben der Schule als Kellnerin jobbte, wäre doch genug. Statt des normalen Salzleckers kauften meine Mädchen den Pferden einen Mineralleckstein, der die Mineralstoffe aus dem Kraftfutter ersetzen sollte. Das arabische Fladenbrot war natürlich Weißbrot .. und insgesamt war das definitiv alles grundfalsch, ganz abgesehen davon, dass wir später die zunächst nur wie auf den Bildern hier gezeigte Weide, die weiter oben lag, erweiterten und weiter in Sumpfland vordrangen, von dem ich heute weiß, dass es mit Sumpfschachtelhalm durchsetzt ist. Im Wald wuchsen außerdem Eichen und ich werde später erzählen, wie es dazu kam, dass die Pferde kurz vor Chiwas erstem Hufreheschub auch Zugang zu diesem eigentlich ausgezäunten Waldstück hatten.
Erstmal haben wir einen herrlichen Sommer mit viel Kontakt zu allen unseren Kindern und damals beiden Ekeln Janin und Raphael genossen. Mir tat das alles so gut, dass ich spontan ohne jede Diät 20 kg abgenommen habe und damals plante, im Frühling 2002 den Mai-Staffelritt auf dem Gut Nehmten auf Chiwa mitzureiten, wofür mir nur noch 10 kg Gewicht abzunehmen fehlten. Das hätte ich sicher geschafft, denn dieser Ritt mit meinen Töchtern gemeinsam wäre für mich das Erlebnise schlechthin gewesen, was ich mir auf meine alten Tage so sehr gewünscht habe.
Meine Mutter mit Vanessa und Janin auf Chiwa. Sie war damals noch vollkommen fit, nur etwas tüdelig, weshalb wir sie mitgenommen hatten. Ich bin sicher, mit einer intakten Familie wäre meine Mutter sicher 100 Jahre alt geworden und würde heute noch leben. Leider hat ihr vieles, was später passiert ist, wortwörtlich das Herz und auch das Rückgrat gebrochen und ich habe sie dann über einen Zeitraum von 11 Jahren tot pflegen müssen.
Ab und zu haben wir auch Silas besucht, der damals in Wakendorf stand und noch Vanessa und Janin alleine gehörte. Später wurde er ja leider verkauft, aber ich glaube, es geht ihm bei den neuen Besitzern gut.



Das war ein schöner Ausflug mit der ganzen Familie außer Manuel zum Eselpark in Nessendorf, auch im Sommer 2001. Der weiße Hund gehörte damals Esther und heißt Edward. Sie hat ihn leider nicht immer behalten können, was mir unendlich leid getan hat. Aufgrund unseres geplanten Auszugs konnte ich den Hund damals auch nicht bei uns aufnehmen.

Besuch bei Vanessa und Janin, was wir damals noch oft gemacht haben, wenn ihr Mann zur Arbeit war. Ich denke heute immer, er hat es nicht gewusst. Schade ist sowas, wenn eine Frau sich gegen einen Mann nicht durchsetzen kann und so sollte Liebe nicht aussehen. Vanessa hat ihre Oma unendlich geliebt, das weiß ich .. mich vielleicht auch, das weiß ich nicht so genau. Immerhin hat sie, als meine Mutter im Sterben lag, noch ein paarmal ins Krankenhaus kommen können.
Die Ausritte mit den Enkeln und Kindern damals waren wunderschön und ich werde diesen Sommer sicher immer als einen sehr glücklichen in Erinnerung behalten. Man kann leider vergangene Zeiten oft nicht wieder zurück holen und muss sich damit begnügen, sich zu sagen, dass man das Glück hatte, es einmal erlebt zu haben und die Erinnerung eben etwas ist, was wir bis in den Tod im Gedächtnis behalten dürfen.

Na ja ... der Sommer ging irgendwann vorüber und wir wussten damals auch schon, wo es im Winter hin gehen sollte, nämlich nach Klein Barkau. Und der Sommer ging 2001 leider sehr schnell vorüber, weil es im September begann, wochenlang ohne aufzuhören zu regnen, was dieses tief gelegene Land in einen Sumpf verwandelte und uns zwang, schon im September unseren Aufbruch zu planen.

Vorher passierte aber noch folgendes. Die Rinder auf der Nachbarweide waren wie schon häufiger zuvor wieder einmal nachts ausgebrochen und hatten auch zum wiederholten Male unsere E-Zäune dabei zerlegt und unsere Pferde waren wieder nachts irgendwo rumgelaufen und konnten sonstwas dabei gefressen haben, und ich vermute, auch die dann schon herunter gefallenen Eicheln im Wald. Außerdem verletzte sich Chiwa in dieser Nacht an der Fesselbeuge, wird irgendwo fest gehangen haben, als die Kühe durch die Zäune gingen.
Als ich die folgenden Bilder machte, wusste ich noch nicht, dass sich bei Chiwa ein Hufrehe-Schub anbahnte, aber heute mit der entsprechenden Erfahrung als Admin eines Forums über Hufrehe sehe ich an Chiwas Haltung auf den Fotos, dass da der bevorstehende Ausbruch der Hufrehe schon zu erkennen ist.

Auf den beiden Fotos oben sieht man den Beginn der Hufrehe an Chiwa leicht vorgestellten Vorderhufen und unten an ihrem angespannten Gesichtsausdruck.

Man erkennt auch auf dem oberen Foto, auf dem Esther Chiwa führt, den Beginn der Hufrehe an ihrer Kopfhaltung, denn Pferde, die Hufrehe bekommen, halten immer den Kopf tief, wenn sie laufen.
Wie krank Chiwa war, bemerkten wir erst, als sie begann zu liegen, und holten den Tierarzt. Der meinte aufgrund der zurück liegenden Verletzung in der Fesselbeuge, sie hätte eine Belastungsrehe. Das glaube ich heute nicht mehr, es hat sich lange vorher angebahnt. Wir sollten einen Schmied holen, aber hatten vorher doch immer die Hufe alleine bearbeitet und kannten keinen. So fanden wir eine Hufheilpraktikerin nach Straßer namens Lioba, die noch neu war und begeistert von ihrer Chefin Hiltrud Straßer. Sie erklärte uns, der Tierarzt würde gegen diese Art der Hufbearbeitung sein, aber nur das würde bei Hufrehe helfen. Ich glaube heute nicht mehr, dass es Chiwa geholfen hat, sondern es hat ihr erst richtig geschadet, aber das werde ich dann später im folgenden Teil erklären.
Ich schließe diesen Teil mit einer zunächst traurigen Geschichte über meine älteste Tochter Vanessa ab, die damals mit meinem Enkel Marc recht hoch schwanger war und uns beim Umzug in den Winterstall helfen wollte, als Chiwa wieder in der Lage war zu laufen. Sie kam aber nicht und über einen Anruf bei ihrem Chef erfuhren wir, dass sie im Krankenhaus läge. Angeblich die Treppe runter gefallen. Der Arzt meinte, sie sei mißhandelt, geschlagen und vermutlich die Treppe runter geworfen worden. Ich weiß es nicht, halte es aber für möglich und kenne den Mann, der das gemacht haben könnte, da genauso aufbrausend wie krankhaft eifersüchtig auf jeden Menschen, der Vanessa zu nahe kommt und sei es ihre eigene Familie, gut genug, ihm so etwas zuzutrauen, auch wenn meine Tochter sagt, das sei nicht wahr und schwört, sie sei nur die Treppe runter gestürzt, was aber diese Verletzungen nicht hervor gerufen haben kann, sagte der Arzt.
Na ja, egal was passiert ist, Vanessa und Marc haben es beide überlebt und sind heute gesund.
Wir kamen ohne zu ahnen, warum Vanessa nicht kam, dann in Klein Barkau an und ich beende diesen Teil meiner Pferdegeschichte damit, Euch noch unsere Pferde auf dem Winterhof in Klein Barkau zu zeigen und zuletzt Chiwa mit der Hufheilpraktikerin zu einer Zeit, als ich noch dachte, diese Behandlung würde ihr helfen, wieder schnell gesund zu werden.

Anfangs ging es Chiwa noch relativ gut, aber mir fehlte die Erfahrung, ihre Leiden so gering wie möglich zu halten, also nahm das Unglück für unser armes kleines Pony dann seinen Lauf. Ich werde bald berichten, wie es dann weiter ging.

LG
Renate





Link zu Eigene Pferde - Teil 9 .. und von dort kommt Ihr immer weiter zurück, wenn Ihr wollt.

Keine Kommentare:

Kommentar posten

Dein Kommentar wird nach Prüfung durch einen Moderator frei gegeben.