Samstag, 27. September 2014

Wie errechnet sich eigentlich die Bruttokaltmiete?

Werden dort reale Zahlen mit Nachforderungen oder aber Abschlagsmieten genommen?


Da ich einerseits die Auskunft bekommen habe, ich dürfte unserer Mieterhöhung keinesfalls zustimmen, weil wir schon jetzt einige Euro über der zugelassenen Bruttokaltmiete lägen, andererseits aber auch mitbekomme, dass das gleiche Jobcenter Mietverträge bewilligt, die auf Zahlen basieren, bei denen für die kalten Betriebskosten noch nicht einmal ein Drittel der real anfallenden Kosten bei Mietbeginn zugrunde gelegt werden, habe ich mir fest vorgenommen, genau dieses Argument zu nennen, sollte man uns auffordern auszuziehen, nur weil wir für die kalten Betriebskosten halbwegs realistische Beträge als Abschlag bezahlen, die irgendwann im Laufe unseres Mietvertrages einmal angepasst worden sind, als die Kaltmiete noch so niedrig war, dass das auch kein Problem darstellte.

Damit möge sich, bevor ich mir so etwas klaglos gefallen lasse, dann erstmal das Sozialgericht beschäftigen.

Während ich darüber nachdachte, kam mir in den Sinn, wieso eigentlich unsere Bruttokaltmieten trotz Anhebung der Kaltmieten so niedrig ausgefallen sein könnten, als dieses Institut für den Kreis Plön die Statistik angefertigt hat.

Zahlen vielleicht viele Haushalte so wenig Abschlag und was hat dieser Verein denn eigentlich bei den Bruttokaltmieten veranschlagt ... den Abschlag plus der Nachzahlung oder nur den reinen Abschlag, der ja viel niedriger angesetzt werden kann als die wirklichen Kosten, wenn denn unter diesen Umständen die Jobcenter ohne zu meckern den Rest bezahlen.

Ich will deshalb mal googeln, was ich da so finde oder ob ich darüber was finde. Links folgen unten.

PS: Als ich vorhin versucht habe was zu kopieren, hat sich so ein Textbruchstück hier aufgehängt ... Auch hier ist es möglich - wie die Bezeichnung "er .. ich kriege das nicht wieder weg .. bitte ignorieren, wenn Ihr weiterlest.

LG
Renate


Dieser Link sagt nichts darüber aus, wie sie auf diese Werte gekommen sind.
Der Link lohnt sich zu lesen. Man erkennt dabei zwar nicht, wie im Kreis Plön nun ein Mietspiegel für die angemessenen Bruttokaltmieten für Sozialwohnungen zustande kommt, aber man erkennt daran genau, wie schwierig sowas überhaupt zu ermitteln nicht ... einmal was ist eine Sozialwohnung und zum anderen, welche Zahlen nimmt man denn nun überhaupt dafür konkret.

Ist auf jeden Fall interessant.
...


Dieser Link aus der Stadt Hamm sagt was darüber aus, wie es dort ist .. dort geht man von tatsächlichen Kosten, nicht von Abschlagszahlungen der kalten Betriebskosten aus .. kopieren geht nicht .. Ihr findet diese Textpassage auf Seite 4 unter der ersten Tabelle.

Interessant ist bei diesem Link auch, dass dort gesagt wird, dass Betriebskostennachzahlungen übernommen werden müssen, sofern die Mieter nichts davon gewusst haben, dass sie unangemessen hoch sind.

Wenn man also beim Abschluss eines Mietvertrages weiß, dass der Abschlag viel zu niedrig ist und es zu überhöhten Nachzahlungen kommt, dann muss man damit rechnen, dass das Jobcenter nicht zahlt und man auf den Kosten sitzen bleibt .. wenn nicht, dann müssen sie zahlen.
....

Hier eine pdf über die Mietwerterhebung im Kreis Plön .. dann schaun wir doch mal nach, ob da was Konkretes drin steht.

Nö .. eigentlich steht da nichts Konkretes drin, welche Zahlen sie eigentlich genommen haben ... sie haben Mieter und Vermieter befragt, um an die Zahlen zu kommen .. was sie gefragt haben, das geht daraus nicht hervor.

 Für uns persönlich also abwarten und falls sie uns schreiben, wir müssen die Kosten senken, werde ich als erstes fragen, warum sie neue Mietverträge bewilligen, die offensichtlich gefaked sind, weil feststeht, wie viele Nebenkosten pro Quadratmeter Wohnfläche mindestens tatsächlich anfallen werden und alte Mieter, wo das bereits mal angepasst wurde, dann so unter Druck setzen, die sogar viel weniger Kaltmiete bezahlen.

LG
Renate

Auch hier ist es möglich - wie die Bezeichnung „er

Bilanz - mein Leben in einem kapitalistischen Land - Teil 8

Drei halbwegs glückliche Jahre mit relativ kleinen Problemen


Als wir im Oktober 2000 in Boksee einzogen, war unser Enkel Raphael schon einige Tage alt und trotz einiger Probleme, die gut zu der Hauptüberschrift dieser Biografie passen, dass ich die Auswüchse des Kapitalismus von meiner Jugend an bis heute gut kennengelernt habe, steckten wir die aufgrund des doch in dieser Zeit recht harmonischen Familienlebens recht gut weg.

In der Zeit von Oktober 2000 bis Mai 2003 hatten wir einen sehr guten Kontakt zu unserer Tochter Esther und so viel Freude an unserem Enkel Raphael, der täglich bei uns war, dass ich über 20 kg an Gewicht verlor. Eine Weile hatte ich sogar vor, mit Vanessa und Esther gemeinsam auf Chiwa so leicht wie ich nun geworden war, den Staffelritt in Nehmten mitzureiten, aber das sollte nicht sein, was ich gleich in den Erzählungen über die Pferde berichten werde. Vanessa kam uns zwar ohne ihren Mann besuchen, aber sie kam und wir lernten auch noch unseren Enkel Marc von ihr kennen, der am 17.4.2002 auf die Welt kam. Auch Manuel tauchte plötzlich wieder auf und suchte Halt, denn seine Beziehung zu Sonja war nach 8 Jahren in die Brüche gegangen. Seine neue Freundin Anni war zwar etwas verhalten, aber anfänglich meistens nett und nicht gerade feindselig, was sich erst viele Jahre später ändern sollte und den Grund dafür kenne ich bis heute nicht.

Marius entwickelte sich in Boksee und auch später nach unserem Umzug nach Nettelsee ebenfalls sehr gut. Weil er in meinen Augen immer etwas zu kurz gekommen war, schenkte ich ihm den ersten PC und damit begann er, mit Freunden Netzwerk zu spielen, gründete sein erstes Forum über Gothic und fand recht viele recht gute Freunde. Endlich gehörte auch mein Kleiner zu einer Gruppe dazu, der als Kind aufgrund seiner Körperbehinderung ja oft gehänselt worden war. Das freute mich sehr und sein Selbstbewusstsein wuchs.

So in ein harmonisches Familienleben eingebettet ließen sich die normalen Alltagsprobleme für uns gut lösen. Auch mein Ex-Mann war in dieser Zeit vernünftig. Ich habe nicht bemerkt, dass er mich betrogen hätte oder finanziell egoistisch gewesen wäre. Er verhielt sich wirklich verantwortungsbewusst und war damals auch lange nicht mehr gewalttätig gegenüber mir oder meiner Mutter.

Mit einem Gefühl hatte ich mich allerdings nicht getäuscht. Der Bauer, von dem wir alles gemietet hatten, war wirklich ein Ekel vor dem Herrn. Schon einige Tage, nachdem wir umgezogen waren, sprachen uns die ersten Nachbarn auf der Straße an und berichteten uns, was dieses Ehepaar mit diversen Vormietern von uns veranstaltet hätte. Das galt für Mieter von Wohnungen auf dem Hof genauso wie für Einsteller von Pferden oder Mieter von Lagerraum in den diversen Schuppen dieses Hofes. Das Dach war undicht und auf dem Boden nasses Kaff. Ständig waren unsere Fenster beschlagen und die Wohnung feucht, aber man gab uns die Schuld, wir würden die Wäsche nicht richtig trocknen. Der uns versprochene Garten wurde nie freigeräumt, sondern für Baumaterial als Lagerfläche genutzt, das dem Hausbau des Sohnes diente, der auf dem Nachbargrundstück ein Haus baute. Die Abmachungen wegen der Pferde klappten ebenfalls nicht und selbst mein Ex hatte keine Freude daran, in seinem gemieteten Bastelraum zu schrauben, weil ständig dieser Bauer auftauchte und ihn grundlos angriff. Der Mann kam sogar ohne anzuklopfen zu Weihnachten in eine Feier gestoben oder stand morgens genauso ohne zu klopfen mitten in unserem Schlafzimmer und dergleichen.

Unsere Pferde brachten wir deshalb schon recht bald zu einem anderen Bauern, wo wir zunächst eine Sommerweide pachten konnten, aber da bekam Chiwa das erste Mal Hufrehe, weil es eine Feuchtweide mit Sumpfschachtelhalmanteilen war, wovon ich damals überhaupt keine Ahnung hatte. Im Winter gingen wir dann mit den Pferden dort weg nach Klein-Barkau und dort hatte sie nach der überstandenen Hufrehe dann einen fast tödlichen Unfall an einem Maschendraht, riss sich eine Schlagader in der Fesselbeuge und das Bein bis auf den blanken Knochen auf und überlebte nur knapp. Mein schöner Traum, gemeinsam mit meinen Töchtern nun richtig schlank geworden den Staffelritt in Nehmten reiten zu können, zerplatzte durch diesen Unfall wie eine Seifenblase. Für mich war das ein sehr schöner Traum, fast so schön wie der, den ich später hatte, einmal im Leben gemeinsam mit meinen Kindern eine Musikshow reiten zu können. Ich werde das sicherlich nicht mehr erleben, denn inzwischen bin ich für solche Träume zu alt geworden.

Als Raphael ein Jahr alt war, begann meine Tochter Esther, sich ein wenig Geld als Kellnerin in einer Kieler Szene-Kneipe zu verdienen, in der auch Raphaels Papa Robert einen Job als Koch fand. Meine Arbeitszeit im Call-Center überschnitt sich mit ihren Arbeitszeiten. Deshalb gab ich meinen Nebenjob auf und kümmerte mich verstärkt um meinen Enkel. Heute wird mir von meinen eigenen Kindern oft vorgeworfen, ich wäre zu faul zum Arbeiten gewesen. So ein Unsinn. Ich habe in dem Call-Center so wenig verdient, dass ich den Lohn für einen Einsatz fast komplett für das Benzin ausgab, um hin und zurück zu fahren. Meine Tochter hatte mehr davon, als Kellnerin zu jobben und sie brauchte das Geld auch dringender als ich.

Mein Ex-Mann bekam im Alter eine neue Chance. Er konnte zunächst in Lütjenburg ein Jahr als Anleiter für arbeitslose Jugendliche arbeiten, später in Kiel für die DAA und noch eine Weile später sogar eine Werkstatt einrichten, wo er mit den jungen Arbeitslosen Oldtimer restaurieren konnte. Er war sehr stolz darauf, was er tat, denn er wurde genauso gut oder schlecht bezahlt wie die ausgebildeten Sozialpädagogen und Psychologen dort. Darüber werde ich später aber noch mehr berichten.

Einen kleinen Haken allerdings gab es bei diesen Jobs. Diese Einsätze waren immer zeitlich befristet, denn unbefristete Jobs bedeuten Kündigungsschutz und den bekommt man heute doch kaum noch. Und in einer der Phasen, wo mein Ex nur vorübergehend arbeitslos war, habe ich dann nichtsahnend Wohngeld beantragt und angegeben, dass der kleine Raphael ja meistens bei uns war. Meine Tochter hatte inzwischen einen neuen Partner, denn ihre Beziehung zu Robert hatte nicht gehalten. Es war anfänglich eine seltsame Liebschaft, denn ihr heutiger Ehemann wollte zuerst keine feste Beziehung. In meinen Augen nutzte er sie einfach aus. Das sagte ich ihm auch ins Gesicht, als meine Tochter einen schlimmen Reitunfall hatte und wir beide stundenlang darauf warteten, dass sie wieder zu sich kam. Ich hatte ihren komischen anonymen Freund angerufen, dessen Telefonnummer an ihrem Kühlschrank klebte beziehungsweise hatte ich vermutet, dass es seine Nummer sei und hatte damit recht. So kam er in die Klinik und wir beide ins Gespräch.

Eine Frau müsse autark sein, er hätte nicht vor, Kinder zu ernähren und derlei Dinge erzählte er mir, alles Dinge, die mir absolut nicht gefielen. Ich äußerte, ich sei nicht autark, aber autonom und was der Unterschied sei, das würde ich ihm schon beibringen, wenn er mein Kind nicht anständig behandeln würde. Heute ist sie seine Ehefrau und damals zog sie kurz nach diesem Gespräch wirklich bei ihm ein und er stellte meinen Enkel seiner Mutter und seiner Oma vor, die einen Bauernhof in Schwentinental hatten. Er hat weder sie noch meinen Enkel anständig behandelt. Seine Oma wollte gern meine Rolle übernehmen und nun selbst auf Raphael aufpassen, wenn meine Tochter arbeitete, ihre Ausbildung zur Erzieherin und Western-C-Trainerin machte und oft noch ausging und wirklich wenig Zeit für den Kleinen hatte. Das fand ich falsch, denn die Hauptbezugsperson für Raphael war definitiv ich und dann erst meine Tochter, die auch mit dem Wechsel zu dieser Oma ihres neuen Partners nicht mehr Zeit für ihren Sohn haben würde und könnte, denn sie steckte mitten in diversen Prüfungen. Man sollte einem Kind, das fast 3 Jahre alt ist, nicht in diesem Alter mit voller Absicht die Bezugsperson entziehen, nur weil eine alte Frau so gern noch einmal eine Aufgabe am Ende ihres Lebens hätte. Das war sehr egoistisch und in keiner Weise an das Kind gedacht.

Es würde zu weit führen, die genauen Umstände zu erläutern. Es gab noch einen Besuch von einem Freund meines heutigen Schwiegersohnes in meinem Stall unter dem Vorwand, ein Quarter Horse bei uns unterstellen zu wollen. Später hieß es, ich hätte unter anderem bei diesem Gespräch gesagt, meine Tochter sei früher auf den Strich gegangen. So ein Unsinn. Sie hat so etwas nie getan und ich habe so etwas auch nie gesagt und auch ganz sicher nicht angedeutet. Ich vermute, dieser Mann wurde mir geschickt, um meine Tochter auf mich raufzuhetzen, damit sie ihren Sohn zu Jans Oma bringen und Nixe in deren Stall stellen sollte.

Plötzlich im Mai 2003 war Nixe nicht mehr auf ihrer Weide in Wellsee. Wir hatten inzwischen die Wohnung in Boksee gegen eine in Nettelsee getauscht und den Stall in Klein-Barkau, wo Chiwa den schlimmen Unfall hatte und noch viele andere Missstände waren, gegen eine Pachtweide mit Offenstall in Kiel-Wellsee getauscht, wo sich Nixe, Reno und Chiwa sehr wohl fühlten und wir uns mit den Verpächtern auch sehr gut verstanden und viele schöne Sommerparties gefeiert haben. Meine Familie war immer noch eine Familie gewesen, aber von Stund an war sie es nicht mehr.

Es gab etwas, dass Esthers heutiger Ehemann von mir wusste, und das war die Äußerung des Arztes, der meine Tochter Vanessa behandelt hatte, als sie noch mit Marc hochschwanger schwer verletzt ins Krankenhaus eingeliefert worden war. Sie sagt bis heute, sie sei die Treppe runter gefallen. Der Arzt, der sie behandelte, nahm mich aber zur Seite und fragte mich, ob ich auch denken würde, dass sie von ihrem Ehemann geschlagen und dabei möglicherweise die Treppe runter gestoßen worden sein könnte. Er hätte ihr bereits eine Psychologin geschickt, aber sie würde dabei bleiben, nur gefallen zu sein und so sei es nicht möglich, meinen Schwiegersohn wegen schwerer Körperverletzung seitens der Ärzte anzuzeigen.

Tja, so wie Vanessa damals aussah, habe ich das auch für möglich gehalten und mache das auch heute noch, zumal ich das unbeherrschte Wesen meines Schwiegersohns ja gut kenne. Und mit so etwas lief mein heute zweiter Schwiegersohn dann zum anderen und erzählte ihm das, so dass der auch erfuhr, wie oft meine Tochter heimlich ihre Familie besuchen kam.

Diese Aktion bewirkte, dass mein Schwiegersohn Timo Vanessa das Versprechen abnahm, nie mehr Kontakt zur eigenen Mutter zu haben. Sie hält sich daran, bis heute. Esther kam zurück, Vanessa nie mehr und meine Ehe, die in der Zeit von 2000 bis zu diesem Ereignis tatsächlich besser war als jemals zuvor, hat das natürlich nicht ausgehalten.

Meine Mutter auch nicht. Ihr brach aus heiterem Himmel kurz danach die Wirbelsäule und sie starb mir im Sommer 2003 fast. Ich besprach mit ihrem Arzt dann, alle Medikamente abzusetzen und setzte auf reine Ernährungslehre und kriegte meine Mama wieder halbwegs zugange.

Ich habe auch dafür gesorgt, dass sie ab und zu Vanessa sehen konnte, die konsequent nie mehr zu uns nach Hause kam und meiner Mutter so das Gefühl vermittelte, weil sie bei mir lebte, nun ihre Lieblingsenkelin kaum noch sehen zu dürfen. Aber in ein Altersheim wollte meine Mutter auch nicht.

Tut ein Mensch mit Herz so etwas einem Familienmitglied an? Was man mir antat, davon will ich nicht reden, denn meine Mama tat mir leid und auch wenn es mir jedes Mal das Herz zerriss, nicht dabei sein zu können, habe ich diverse Treffen zwischen Mama und Vanessa arrangiert, die für mich alles andere als gut gewesen sind, weil die Kluft in unserer Familie mit jedem dieser herzlosen Aktionen größer und meine Ehe schlechter wurde.

Ich will mit dem Sommer 2003, als meine Mutter allmählich begann, von den tot gesagten wieder aufzustehen und meine Tochter Esther zum ersten Mal wieder mit Raphael im Spätsommer zu Besuch nach Nettelsee kam, dann im nächsten Teil weitermachen. Es war ein Anfang, der mich damals glücklich machte und dennoch der Anfang vom Ende dessen, was einmal meine Familie gewesen ist. Meine Mama bekam damals die erste Pflegestufe, die Pflegestufe 1. Gleichzeitig zog man uns einen Großteil dieses Geldes dafür wieder ab, dass sie hilflos ja nun laut Sozialamt nur ein Haushaltsmitglied sein konnte. Das nennt sich in Deutschland nämlich Sozialstaat. Ich bin nicht grundlos politisch aktiv und habe dieser Biografie nicht grundlos einen politisch gefärbten Titel gegeben, denn die Politik in diesem Land ist auch nicht schuldlos daran, dass so viele Familien zerbrechen, und zwar am Geldmangel, weil hierzulande jede Solidarität mit der Familie nach sich zieht, selbst auch ganz schnell zum Sozialfall zu werden und das will niemand und macht den Menschen nicht zu Unrecht angst. Warum, auch das werdet Ihr an meinem eigenen Schicksal noch sehr gut nachlesen können.

Der eigentliche Grund, mir Raphael wegzunehmen, war nämlich genau betrachtet ein finanzieller. Weil ich nichtsahnend Wohngeld beantragt hatte, wurde Esther, die bei ihrem Lebensgefährten als Mieterin lebte und nicht als seine Partnerin und ihr Mutter-Kind-Bafög als Mietanteil beisteuern musste, vom Bafög-Amt benachrichtigt, wo ihr Sohn seinen Hauptwohnsitz denn nun hätte. Für meinen heutigen Schwiegersohn war es damals finanziell besser, weil er das Geld brauchte, meinen Enkel zu seiner Oma zu bringen, die kein Wohngeld beantragt hatte, um anschließend zu behaupten, ich hätte ja gelogen. Muss man nur aus Geldmangel einem unschuldigen Kind sowas antun und ausnutzen, dass dessen Mutter einen abgöttisch liebt? Ist das Liebe, und zwar sowohl zu dieser Frau und erst recht zu deren Sohn? Ich bin weißgott auch schon in finanziellen Schwierigkeiten gewesen, aber so habe ich in meinem Leben noch nie gehandelt, nur um mehr Geld zu haben.

Hätte ich das geahnt, hätte ich auch kein Wohngeld beantragt, aber würde ein diesem Land mal ein Politiker befähigt sein zu denken, würden viele solcher Handlungen, die nur aus Geldnot entstehen, auch gar nicht erst passieren.

Das Bedingungslose Grundeinkommen würde nicht mehr kosten als die Sozialleistungen, die jetzt der Staat ausgibt und viele solcher Probleme würden sich in Nichts auflösen, denn es würde sich wieder lohnen, mit der Familie zusammenzuleben und zusammenzuhalten. Unser aktueller Hartz-IV-Staat allerdings trennt die Menschen durch die Bedarfsgemeinschaften und auch schon die Haushaltsgemeinschaften waren etwas Trennendes, die es früher bei der Sozialhilfe gab. Und das sind sie auch noch heute.

Also dann bis demnächst mit der Fortsetzung im Spätsommer 2003.

LG
Renate




Die anderen bereits veröffentlichen Teile von Bilanz findet Ihr am Ende der Seite "Über uns" vor den Geschichten aus Jürgens Leben... hier der Link dorthin:


Post ans Jobcenter wegen Mieterhöhung ab 1.11.14

Sind nun sehr gespannt, was sie darauf antworten werden


Ich werde bei der Kopie ans Jobcenter von heute einen recht großen Teil von Details durch Ixe ersetzen, weil wir gestern bei der Verhandlung abgesprochen haben, dass ich diese Details hier nicht mehr bloggen werde.

Ich war aber der Ansicht, dass sowohl die Leistungsabteilung als auch unser Fallmanager sie im Einzelnen wissen sollten um zu begreifen, in was für Schwierigkeiten einen viele Vorschriften bringen können, die die Mitarbeiter der Jobcenter leider zu beachten haben und auch nichts dafür können.

Nun gilt es abzuwarten, ob sie uns sofort auffordern, uns eine günstigere Wohnung zu suchen und ob sie auch wirklich die höhere Miete jetzt übernehmen, für deren Höhe wir ja nun wirklich selbst garantiert nichts mehr können, da wir uns ganz nach Vorgabe des Jobcenters dagegen mit Händen und Füßen gewehrt haben.

Siehe unten bis auf die intimeren Details, die ich ausgeixt habe.

LG Renate

Abs.: Renate Hafemann und Jürgen Gilberg
Breslauer Str. 1 – 3, 24211 Preetz

27.09.14

Jobcenter Kreis Plön

Leistungsabteilung Behler Weg 23

sowie Kopie für Herrn Nxxxx Lütjenburger Str. 9 – 10

24306 Plön

Mieterhöhung laut Beschluss auf der Gerichtsverhandlung vom 26.09.14 beim Amtsgericht Plön

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir möchte Ihnen mitteilen, dass das Amtsgericht Plön gestern bei der Gerichtsverhandlung bezüglich der gegen uns gerichteten fristlosen Kündigung sowie Räumungsklage folgendes bestimmt hat:

Wir haben ab 1. November 2014 die erhöhte Miete von insgesamt 541,53 Euro zu bezahlen, da die Richterin der Ansicht war, Wohnraum sei heute nun einmal so teuer und günstigere Sozialwohnungen als diese hier gäbe es im Kreis Plön nicht.

Die neue Miete setzt sich wie folgt zusammen:

Kaltmiete 309,53 Euro
Nebenkostenvorauszahlung 152,00 Euro
Heizkostenvorauszahlung 80,00 Euro

Zusammen 541,53 Euro

Ansonsten gab uns das Gericht in allen weiteren Punkten recht.

Wir werden nicht zwangsgeräumt, weil wir keine Mietschulden hatten, da die bisherige Miete vom Jobcenter immer pünktlich bezahlt wurde.
Wir müssen auch keine erhöhte Miete ab 1.1.2014 nachzahlen, da der Vermieter damals die Frist zur Klage über die erhöhte Miete versäumt hat.
Wir wurden auch nicht zwangsgeräumt, weil wir xxxx ..... (sagen wir mal statt dessen uns wegen mancher Dinge hier tierisch aufgeregt haben und die Richterin die Gründe dafür auch gut verstanden und gebilligt hat) ... xxxx.

Da der Vermieter aber mit der Klage einen Antrag gestellt hatte, hilfsweise, wenn er uns nicht zwangsräumen lassen könnte, dann die Miete um 20 % zu erhöhen, wurde dem wie gesagt ab 1.11.14 entsprochen, aber nicht ab 1,10.14 (was bei Zustellung der Klage am 26.07.14 machbar gewesen wäre).

Das ist jetzt also nicht unsere Schuld und mehr konnten wir nicht tun.

Diese zusätzlichen Mietkosten sind deshalb auf unseren Bedarf ab November 2014 hinzuzurechnen und nicht von uns selbst zu tragen.

Wir möchten anmerken, dass wir hier nach wie vor einen Raum von ca. 19 Quadratmetern als Büro nutzen. Vielleicht lässt sich ja diesbezüglich etwas arrangieren, um uns einen Umzug, den unsere alten Möbel sicherlich zum größten Teil nicht mehr überleben würden, zu ersparen.

Wenn die Unterlagen vom Gericht kommen, reichen wir sie nach. Das kann einige Wochen dauern.

Mit freundlichen Grüßen

Bohneneintopf

Heute gibt es was Suppiges


Habe einen dreiviertel Liter Wasser mit 1 Teelöffel Salz zum Kochen aufgesetzt. Da hinein habe ich dann etwas Olivenöl, 1 Würfel Fleischbrühe, 1 Würfel Kräuterlinge (von Aldi) und zusätzlich etwas getrocknete Petersilie sowie Bohnenkraut getan. Dann habe ich 6 Möhren in Scheiben geschnitten dazu gegeben, anschließend 2 große gewürfelte Kartoffeln und 1 sehr lange dicke Porreestange in feinen Streifen. Dazui kam dann eine große Dose grüne Bohnen. An Fleischbeilage gibt es dieses Wochenende was geteilt (Rest morgen zu Kartoffeln, Soße und Rotkohl), und zwar habe ich zwei Würstchen in Scheiben geschnitten mit rein getan und 8 kalte Minifrikadellen von Aldi geviertelt.

Guten Appetit
Renate

Hartz IV - deshalb werden die Nachteile von Bedarfsgemeinschaften immer größer

Es liegt nämlich auch an der Prozentrechnung bei Erhöhungen


Beim Hartz IV haben Einzelhaushalte Vorteile gegenüber Bedarfsgemeinschaften.

Dass das jedes Jahr krasser wird, zeigt ein ganz kleines Beispiel, das wieder ganz aktuell ist.

Es gibt im Januar ja wieder mehr Geld.

Eine Einzelperson kriegt 8 Euro mehr und 2,3 % auf den bisherigen Stromanteil, falls sie Warmwasser über Boiler machen muss.

Jürgen und ich sind ein Paar.

Wir kriegen pro Person nur 7 Euro mehr und auch jeder 2,3 % auf den bisherigen Stromanteil, der bei Paaren ja niedriger ist als bei Einzelpersonen.

Andere Mitglieder in Bedarfsgemeinschaften kriegen noch weniger mehr .. weil es alles prozentual ausgerechnet wird.

Im Laufe der Jahre wird sich so schleichend die Situation von Gruppen gegenüber einzeln lebenden Hartz-IV- oder Sozialhilfe-Empfängern immer weiter verschlechtern.

Weil es prozentual ausgerechnet wird, was man mehr kriegt.

Das ist sowas von ungerecht, aber es ist nunmal so.

Dabei könnte der Staat unter Garantie am Wohnraum sparen, wenn er sich anders verhalten würde, denn viele Menschen leben doch nur deshalb nicht offiziell zusammen, weil es so gemacht wird, dass man Bedarfsgemeinschaften schlechter stellt als Einzelpersonen.

Ob es sich für den Staat wirklich rechnet, am Regelsatz zu sparen, sei deshalb dahin gestellt.

LG
Renate
 


Hartz IV: Zwang, alle Rechtsmittel auszuschöpfen

Was das heißt und was bei einem BGE anders wäre


Jürgen und ich haben es im Laufe unseres Zusammenlebens jetzt in Bezug auf unseren Hartz-IV-Bezug zum dritten Mal erlebt, dass uns die Auflage, als Hartz-IV-Empfänger alle Rechtsmittel ausschöpfen zu müssen, um Kosten zu sparen, Geld zu bekommen, das einem zusteht oder Unterlagen zu besorgen, die einem zustehen, in wirklich unsere Existenz bedrohende Schwierigkeiten und auch menschliche Nöte, die viel Streit verursacht haben, gebracht hat.

Das wäre im Falle eines Bedingungslosen Grundeinkommens in Deutschland sicherlich ganz anders gelaufen.

Fall 1.

Als ich mich von meinem Ex-Mann trennte, hatte er einen recht gut bezahlten Job und schuldete mir deshalb ca. 600 Euro Unterhalt. Meine Mutter lebte noch, kriegte erstens Sozialhilfe und zweitens Pflegegeld Stufe 1, um mich für die Pflege zu bezahlen, das anrechnungsfrei war, ich fand einen Nebenjob, mit dem ich ca. 200 Euro im Monat dazu verdienen konnte und mein Mann hatte Leiharbeit,davon ca. 800 Euro netto im Monat und ca. 300 - 400 Euro davon gingen für Fahrkosten, Handy, Kartenausdruck und Anschaffung sowie Unterhalt eines Autos für diesen Job drauf.

Es blieben uns so ca. 450 Euro von Jürgen übrig, abzüglich meiner Fahrkosten noch ca. 100 Euro von meinem Nebenjob, die 600 Euro Unterhalt und soweit ich mich entsinne 220 Euro Pflegegeld, wobei wir Mama als Haushaltsmitglied davon wieder mit ca. 100 Euro unterstützen mussten, also noch 120 Euro Rest.

Summe: 1270 Euro ca. zum Ausgeben für Miete, Essen und alles andere, aber ohne Fahrkosten, weil die schon abgerechnet waren. Das ging also.

Dann kürzte mein Ex mir nach 2 Monaten den Unterhalt auf 400 Euro, weil er es nicht schaffte, das zu bezahlen. Rest 1070 .. aber ohne die Fahrkosten, um zur Arbeit zu kommen. Das ging immer noch.

Dann kürzte mein Ex mir aber nach weiteren 2 Monaten den Unterhalt komplett .. verblieben uns also nur noch 670 Euro, um unsere Miete zu bezahlen und zu leben. Das ging nicht mehr.

Wir mussten deshalb also ergänzende Hartz-IV-Leistungen beantragen, und dann ging der Ärger los, denn ich bekam die Auflage, meinen Ex-Mann auf Unterhalt zu verklagen. Jürgen und ich haben ihm das ganz vernünftig und freundlich erklärt, dass es nicht anders ginge, weil wir sonst vom Jobcenter kein Geld bekommen würden, es sei nicht persönlich gemeint. Jürgen hat ihm vorgeschlagen, da mein Mann nicht mehr zahlen konnte, weil er seinerseits Gehaltspfändungen von alten Gläubigern beim Arbeitgeber bekommen hatte, er solle das so wie er selbst machen und angeben, dass er vorrangige Unterhaltsverpflichtungen hätte ... das wäre bei ihm früher auch so gelaufen und seine Frau hätte immer zuerst Geld bekommen und die sonstigen Gläubiger seien dann eben leer ausgegangen.

Mein Mann nahm diesen vernünftigen Vorschlag aber nicht an, sondern sagte uns volle Breitseite den Kampf an. Dabei wurde meine gesamte Familie mit reingezogen. Ich habe heute deshalb außer zu meinem Jüngsten, und auch das selten, zu keinem meiner Kinder mehr Kontakt.

Meine Familie ... sogar mein durchaus nach unserer Trennung nicht böswillig gesonnener Ex ... gaben mir Halt, als meine Scheidung lief. Danach war ich zuweilen so fertig mit den Nerven, dass ich nicht selten darüber nachgedacht habe, mir einfach das Leben zu nehmen, weil der Verlust meiner Kinder zu viel für mich war .. und auch heute eigentlich noch ist, auch wenn ich gelernt habe, irgendwie damit zu leben.

Geld habe ich dennoch nie bekommen. Ich fand nichtmal einen Rechtsanwalt, der bereit war, meine Unterhaltsklage für mich durchzuziehen, weil es dem, den ich zuerst hatte, zu viel Arbeit für das bisschen Geld war, das man bei Prozesskostenhilfe kriegt und ich einen weiteren nicht fand. Nur mit viel Mühe fand ich zuletzt einen Scheidungsanwalt, der mir klipp und klar sagte, die lukrative Scheidung würde er für mich durchziehen, aber nicht eine Unterhaltsklage, bei der er mit so viel  Arbeit minus machen würde.

Aber dem Jobcenter war dadurch, dass ich mich bemüht habe, meine Rechtsmittel voll auszuschöpfen, dann Genüge getan und wir haben unseren Hartz-IV-Zuschuss bekommen.

Was uns deshalb menschlich passiert ist, interessiert diesen Staat nicht. Der hilft nicht, wenn man seine Rechtsmittel nicht voll ausschöpft und sich bei Unterhaltsansprüchen auch mit der eigenen Familie und Menschen, die man liebt, anlegt.
....
PS: Betrifft Sozialhilfe für Beerdigungskosten .. auch wenn weder Kinder noch Kinderpartner eine Beerdigung der Oma bezahlen müssen, wenn noch eine Tochter da ist, musste ich damals allen ein Formular bringen, das sie für das Sozialamt ausfüllen mussten. Was an Beziehung damals noch nicht ganz kapputt war, ging nach dem Tod meiner Mutter mit diesem Formular endgültig in die Brüche, auch wenn keins meiner Kinder und Kinderpartner was bezahlen musste, weil ich vorm Sozialgericht Kiel dann gewonnen habe, dass ich alleine für diese Kosten verantwortlich bin .. ich musste also auch da klagen. Der Streit deshalb, wo mich der Tod meiner Mutter schon sehr mitgenommen hat, ging auch weit über meine Kräfte hinaus und ich habe auch damals oft überlegt, ob Selbstmord nicht für mich die beste Lösung wäre, weil ich das psychisch nicht habe verkraften können, was ich damals aushalten musste. In der Kirche saß meine ganze Familie auf der anderen Seite und einer meiner Söhne kam gar nicht ... Jürgen und ich standen nur mit einigen Freunden alleine auf einer Seite des Grabes .. meine Kinder auf der anderen Seite, als man meine Mutter in die Erde versenkte .. ich werde das nie vergessen .. und wieder ging es ums Ausschöpfen von da sogar nur vermeintlich möglichen Rechtsmitteln, denn dieses Formulare ausgefüllt zurück zu verlangen, war sogar rechtlich unzulässig.
....

Fall 2.

Der nächste Fall ereilte mich über meinen Nebenjob in einer Gärtnerei. Ich fand diesen Nebenjob, als ich noch keine Hartz-IV-Ansprüche hatte, weil mein Ex-Mann mir ja 600 Euro Unterhalt bezahlte. Ich brauchte von meinem Chef zu Beginn dieser Tätigkeit nicht unbedingt eine Lohnabrechnung oder sonstige Belege wie Nachweise über Zeiten, wo ich nichts verdienen konnte.

Das änderte sich schlagartig, als ich Hartz IV dazu bekommen habe. Ich kriegte mein Geld immer in bar ausgezahlt, direkt an dem Tag, wenn ich Einsatz hatte. Mein Chef war nicht bereit, mir eine Zweitquittung für das Jobcenter darüber auszustellen. Eine Quittung ging ja immer an seine Unterlagen. Er war auch nicht bereit, dieses Geld auf mein Konto zu überweisen. Ich musste also Lohnabrechnungen vorlegen, aber die kamen nur schleppend, oft erst nach vielen Monaten. Dann aber bekam ich im Dezember Bescheid, die Gärtnerei hätte erstmal geschlossen. Ich konnte erst im April darauf wieder anfangen, dort zu arbeiten und Geld zu verdienen. 4 Monate zog mir das Jobcenter jeden Monat 200 Euro fiktives Einkommen ab, weil ich von meinem Chef weder die Lohnabrechnungen für einige zurück liegende Monate vorlegen konnte noch einen Nachweis darüber, dass wir 4 Monate lang geschlossen hatten. Dann konnte ich noch bis Juni wieder arbeiten und verletzte mich dann recht fies beim Aufladen eines großen Baums auf den Hänger eines Kunden, so dass ich lange Zeit nicht mehr richtig laufen, mich nicht hinknien und so weiter konnte, also nicht arbeitsfähig war. Lohnfortzahlung habe ich aber keine bekommen. Ich habe auch immer noch keine Lohnabrechnungen bekommen, auch nicht den Nachweis darüber, dass wir im Winter geschlossen hatten und ebenso keinen Nachweis darüber, dass ich keine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall kriege.

Das Jobcenter zog Jürgen und mir aber dennoch jeden Monat 200 Euro fiktives Einkommen ab. Ich hatte zwar so keine Fahrkosten, aber dennoch ein Minus von ungefähr 100 Euro, die fehlten. 100 Euro gingen ja immer ca. für Fahrkosten drauf, wenn ich wirklich gearbeitet habe.

Ich durfte nach Absprache mit meinem Fallmanager deshalb diesen Job fristlos kündigen. Er hat das auch an die Leistungsabteilung weitergegeben und war so nett, selbst mit meinem Chef zu telefonieren, dass ich wirklich nicht mehr dort arbeiten würde. Dennoch zog mir die Leistungsabteilung wegen fehlender Unterlagen weiterhin jeden Monat 200 Euro ab. Ich habe natürlich auch keine Abmeldebescheinigung von dieser Firma bekommen, als ich gekündigt hatte. Hatte also außer der mündlichen Auskunft meines Fallmanagers keinen wirklichen Beleg darüber.

Ich musste meinen Chef beim Arbeitsgericht Kiel auf Ausstellung der Unterlagen verklagen. Das dauerte bis zum Dezember. Die ganze Zeit zog man mir immer noch jeden Monat 200 Euro fiktives Einkommen ab. Ich war ja verpflichtet, alle Rechtsmittel auszuschöpfen, um die fehlenden Unterlagen zu besorgen.

Ich glaube übrigens nicht, dass so ein Rechtsstreit und der Zwang, fristlos zu kündigen, gut für mich war. Wenn das Jobcenter das alles hätte etwas lässiger sehen können, hätte ich wieder gesund geworden, da weiter arbeiten können .. aber einfach anzugeben, wie viel man verdient, also bar .. ohne Zettelage .. nein das geht bei denen nicht.

Mit meiner Arbeit war dieser Mann nämlich immer zufrieden .. der war halt nur ein Büro-Chaot, für den Abrechnungen ein Graus waren.
...

Fall 3:

Der nächste Fall, wo wir wieder alle Rechtsmittel ausschöpfen mussten, war der wegen unserer Mieterhöhung. Die war von einer schriftlichen Zustimmung abhängig, die wir aber nicht geben durften, denn dann hätten wir den Anteil der nun höheren Miete selbst bezahlen müssen.

Das kann sich ein Hartz-IV-Empfänger aber nicht leisten.

Unser Vermieter reagierte aber nicht freundlich auf die von uns ja nur komplett richtige Angabe, er müsse unsere Zustimmung zur Mieterhöhung vor dem örtlichen Amtsgericht einklagen, es ginge nicht anders.

Der nahm das sehr persönlich.

Wir wären hier um Haaresbreite deshalb zwangsgeräumt worden, haben vor Gericht zwar gewonnen, dass das alles nicht unsere Schuld war .. müssen nun die Mieterhöhung nicht ab 1.1.14, sondern erst ab 1.11.14 bezahlen und werden dann dennoch vor dem Problem stehen, dass uns vermutlich das Jobcenter auffordern wird, uns eine neue und günstigere Wohnung zu suchen .. die es hier in der Umgebung aber so gut wie nicht gibt.

Der Stress deshalb hat für uns von Januar bis jetzt gedauert, hat uns beide den letzten Nerv gekostet und unseren Vermieter vermutlich auch.

Mit Pech bei einer anderen Richterin hätte uns auch passieren können, dass wir obdachlos geworden wären. Hat doch was. Dass wir keine großen Chancen sehen, so einer Miererhöhung zu entgehen, haben wir dem Jobcenter gleich gesagt .. das interessiert aber nicht, man muss seine Rechtsmittel eben ausschlöpfen, um Kosten zu sparen.

Vom Jobcenter und auch dem Sozialamt kommt für Leistungsempfänger immer nur eins .. schöpfen Sie alle möglichen Rechtsmittel aus ... aber dann auch, Rechtsauskünfte könnten sie nicht geben .. und selbst klagen tun sie auch nicht. Das muss der arme Hilfeempfänger dann nämlich selbst erledigen, sonst kriegt er eben einfach kein Geld und basta!
.....

Fazit:

Hätten wir in Deutschland das BGE in einer Höhe, von der ein normaler Mensch auch leben kann, hätten wir beide uns sicherlich keinen einzigen dieser Rechtsstreitigkeiten angetan.

Dann hätte ich heute noch eine Familie, nie über Selbstmord nachgedacht und unsere Nerven wären sicherlich auch nicht ganz so strapaziert worden.

Den Job in der Gärtnerei hätte ich wohl nicht mehr, weil ich den wegen des Gesundheitszustands meiner Mutter nach ihrem Oberschenkelbruch hätte aufgeben müssen .. aber nicht, weil ich nicht die geforderten Zettel bekommen habe und auch nicht im Streit mit meinem durchaus eigentlich netten Chef, der nur ein doch sehr schlechtes Verhältnis zu Büroarbeiten hatte.

Na ja .. ein BGE wird es in Deutschland wohl nie geben, denn heute wählen die Leute die AfD und die Piraten kennt kaum mehr einer, die sind sang- und klanglos einfach so untergegangen, obwohl sie die einzigen waren, die mal eine Idee hervorgebracht haben, die was gebracht hätte in diesem Staat.

LG
Renate

Freitag, 26. September 2014

Ab 2015 2 % mehr Regelsatz

Die genauen Zahlen im Link



Für Jürgen und mich sind das 2 x 7 Euro und bissel mehr für warmes Wasser über Strom .. na ja besser als nichts.

LG Renate