Donnerstag, 26. Dezember 2013

Noch hängen viele Texter am unteren Ende der Lohnskala

Viele unserer Kollegen arbeiten zu Weihnachten offenbar mehr als ihre Auftraggeber


Es ist Weihnachten und die Text-Portale haben die Abgabe- und Annahme-Termine über die Feiertage ausgesetzt, ebenso die Auszahlung der Honorare, weil die Büros auch frei machen.

In den letzten Monaten waren immer etliche tausend Aufträge in den entsprechenden Auftragspools, zu denen Jürgen und ich Zugang haben. Es machte den Eindruck, dass Texter doch gebraucht und gesucht werden.

Wir haben zwar von keinem der Portale sowas wie Weihnachtsgeld bekommen, aber von einem immerhin eine Rundmail, dass die Wortpreise 2014 ein wenig angehoben worden sind. Das war ja schonmal ganz nett. Das andere Portal zahlt ohnehin mehr, und das auch nach dieser sozusagen "Lohnerhöhung" der Konkurrenz nach wie vor.

Aber ich beobachte nun über Weihnachten .. auch ich habe auch an den Feiertagen ein paar Aufträge bearbeitet, wenn auch weniger als an normalen Arbeitstagen ...dass doch nach wie vor wir Texter mehr arbeiten müssen, um auch nur ansatzweise über die Runden zu kommen als unsere Auftraggeber, die es sich offensichtlich erlauben können, an Weihnachten einfach frei zu machen und mal die Seele baumeln zu lassen.


Wie leicht sich fertige Texte in Blogs und Websites einbinden lassen, habe ich schon oft erlebt, wenn ich welche abgebe und zuweilen nur Minuten später dann online wiederfinde. Die Mehrarbeit entfällt auf uns Texter, aber wir bekommen den viel niedrigeren Lohn dafür.

Das Verhältnis von Angebot und Nachfrage fällt also offensichtlich immer noch zu unseren Ungunsten aus.

Innerhalb von wenigen Tagen sind die Auftragspools fast leer gefegt. Auch die blödesten Texte mit den unmöglichsten Briefings werden  noch von jemand geschrieben, und das direkt an den Weihnachtstagen, der vermutlich dringend Geld braucht. Und so etwas können nur Menschen, die hochqualifiziert sind, das kann ich beurteilen, denn es gibt Aufträge, da gehe ich nicht ran, obwohl ich sicherlich alles andere als auf den Kopf gefallen bin.

Tja .... so hart ist unser täglich Texter-Brot zu verdienen, wie man an den Feiertagen wieder einmal sieht.

Es wird im neuen Jahr wieder anders sein, wenn sich unsere Auftraggeber satt und zufrieden und ausgeruht wieder daran machen, die Auftragspools mit neuen Wünschen zu füllen und dann sicherlich auch wieder einmal auf den einen oder anderen Text länger warten müssen.

Nun ja .. ich persönlich habe noch 7 unbearbeitete Texte liegen, die ich gemütlich abarbeiten werde und auch noch ein paar Taler nicht angefordert, die bereits bezahlt worden sind. Bis zum Neuen Jahr wird das reichen.

Es gibt viele Jobs, die noch schlechter bezahlt werden als texten, dennoch ist es auch in unserem Beruf so, dass die Menschen, die wirklich die Arbeit machen, am wenigsten Geld dafür bekommen, aber das ist in anderen Branchen ja leider in Deutschland nicht anders.

LG
Renate

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