Mittwoch, 26. Dezember 2012

59 Jahre Erinnerung an Weihnachten

Teil 4 - Wie man Weihnachten ohne Familie übersteht

Nach dem nur noch als schrecklich und verlogen zu bezeichnenden Weihnachtsfest 2006 musste ich sehen, wie ich aus Nettelsee weg kam und wo ich meine Pferde Prima und Chiwa unterbringen konnte. Oben auf dem Foto sind sie noch in Nettelsee.
Es war meine Mutter, die Esther überredet hat, mir zu helfen .. oder genau genommen den beiden Pferden, damit sie nicht sterben müssen. Esther hat dann ihren heutigen Mann überredet, wie und womit, ich habe keine Ahnung .. vielleicht sollte ich darüber auch besser nicht nachdenken oder das laut sagen, was mir als Argument dazu in den Sinn kommt. Esther hat es getan und damit geschafft, dass ich soweit auf die Beine kam, den Pferden später selbst weiter helfen zu können und dafür sollte ich ihr dankbar sein. Es wird nicht leicht gewesen sein, das bei diesem Mann zu erreichen, dazu kenne ich meinen Schwiegersohn von Esther zu genau und sein egoistisches Wesen ebenfalls.

Ich lernte irgendwann im Februar oder März 2007 über das Internet Jürgen kennen, den ich nun ja bald heiraten werde. Um wieder Vertrauen in einen anderen Menschen haben zu können, habe ich die Erkenntnis, dass mein eigener Mann mich so sehr hasst, dass er mir den Tod wünscht, weil ich für ihn keinen finanziellen Nutzen mehr habe, sicher gebraucht. Am 27.4.07 traf ich Jürgen das erste Mal persönlich und es war Liebe auf den ersten Blick und am 1. Mai, als dann nach ein paar Wochen der Eingewöhnung bei Esther Chiwa und Prima in die Herde gelassen wurden und Jürgen seine Stute Prima, die heute ihm gehört, zum ersten Mal sah, war das auch Liebe auf den ersten Blick.
Als Chiwa und Prima hier von Nettelsee nach Klausdorf gingen, um endlich mit Nixe und Reno wieder gemeinsam zusammen zu sein, da dachte ich noch, alles könnte gut werden, einfach ohne einen Mann, der mich nie geliebt, sondern nur erbarmungslos ausgenutzt hat. Ich sollte mich aber irren.
Mein kleiner Enkel Raphael mit Chiwa und Prima nun auf Esthers Hof in Klausdorf. Ich habe schon 2007 nicht mehr mit ihm Weihnachten feiern können, dann bereits da war alles in meiner Familie nur noch ein Scherbenhaufen aus hinterhältigen Intrigen gestrickt, die mir den Boden unter den Füßen weg gezogen hatten. Wie und wer diese Intrigen wirklich gesponnen hat, ich werde es nie genau wissen, es wird mir auch zunehmend egal. Wer nicht schuld daran war, weiß ja wo ich wohne und kann kommen und darüber reden.
Nixe war auch mein Pferd, eben unser Pferd, und das einzige Pferd, auf dem ich jemals reiten gelernt habe so alt und unsportlich, wie ich nunmal war, als wir Pferde kauften, einmal ein Weihnachtsgeschenk für uns drei Frauen gewesen, für Esther, Vanessa und mich und jeden in der Familie, der sonst noch hätte etwas mit ihr machen wollen. Ich habe gestern erfahren, sie ist noch auf dem Hof und Vanessa hat sie und Reno nicht bekommen, weil meine Kleine Wert darauf legte, dass Nixe und Reno nach ihrem Verkauf auf dem Hof bleiben sollten, was sich ihre Schwester Vanessa nicht würde leisten können, denn einen Geschwisterpreis gibt es dort wohl genauso wenig wie einer für die eigenen Mutter längerfristig drin gewesen ist und ich vermute, das ist nicht die Schuld von Esther.
Reno damals. Ich habe Reno seit über 2 Jahren nicht mehr gesehen, nicht einmal mehr über den Zaun. Aber ich habe gestern als eines meiner schönsten Weihnachtsgeschenke erfahren, dass er noch auf Esthers Hof und gesund sein soll. Ich hab den Reno nie wirklich reiten können, aber immer besonders geliebt und als ich ihn gehen ließ, hatte ich so ein komisches Gefühl, warum auch immer. Es war sicher mein untrüglicher Instinkt darin, dass Esther nicht genug Einfluss haben würde, um wirklich für die Tiere sorgen zu können so wie sie es sicher von ihrem Wesen her gern gewollt hätte.
Nicht Weihnachten, aber Ostern war für meine Mutter und mich 2007 noch einmal genauso wie mein Geburtstag und der meiner Mutter ein Familienfest, sogar zum Teil gemeinsam mit Jürgen und Katrin, der Frau, die mein Ex anfänglich als die Vorzeige-angeblich-einzige-Frau für seine Kinder unter seinem Harem ausgesucht hatte. Tja ... da dachte ich immer noch, irgendwie kommt das mit der Familie wieder ins Lot, wo ich meinen schrecklichen Ehemann endlich los war.
Reiten lernen mit Jürgen, das bei meiner eigenen Tochter .. ich hätte mir damals nur noch gewünscht, dass auch Vanessa und Janin und Marc wieder da wären, dann wäre alles für mich perfekt gewesen, weg von diesem Mann und in Liebe mit meinen Kindern und Enkeln, die Pferde alle zusammen bei meiner Tochter und in Sicherheit. Ich hätte ihr so gern geholfen, die Arbeit auf dem Hof besser zu schaffen und der Jürgen auch, aber das wollte ihr Mann ja nicht.
Gerade Esther hat immer gesagt, dass ihre Oma einmal 100 Jahre alt werden würde, aber in erster Linie meine beiden Töchter Vanessa und Esther oder besser gesagt, ihre beiden herzlosen Ehemänner haben ganz sicher den Grundstein dafür gelegt, dass meine Mama dieses biblische Alter nicht hat erreichen können, sondern mit 91 Jahren in dieser Sozialsiedlung starb, arm und ohne Balkon, ohne Garten und oft schlecht ernährt, weil uns immer das Geld gefehlt hat, gesund einzukaufen und anständig zu essen. Auch das Licht, das sie in unserem Garten in Nettelsee noch hatte, haben ihr die Spaziergänge im Rollstuhl mit Jürgen und mir ganz sicher nicht ersetzen können. Ich bin sicher, ihre Nieren hätten länger durchgehalten, wenn man meiner Mutter im Alter nicht die Wurzeln weg genommen und sie mit uns zusammen in diese Sozialwohnung gezwungen hätte und ihr auch nicht mehr ermöglicht, jedenfalls sowas wie Weihnachten und andere Familienfeste mit ihre geliebten Enkeln und Urenkeln verbringen zu können.
Dieser Familienausflug in den Zoo Hagenbeck war so ziemlich das Letzte an Familienleben, was meine Mutter noch halbwegs harmonisch hat erleben dürfen und es lag nicht an mir, dass es anders wurde.
Ein Foto von Jürgen und mir, von Katrin 2007 gemacht, der damaligen offiziellen Freundin meines Ex, heute auch seine Ex und genauso enttäuscht von ihm wie ich es bin. Sie hat es nicht böse gemeint, sie ist genauso unschuldig in diese Familie geschliddert wie ich einmal und hat sich genauso wie ich danach wieder einen neuen Halt für ihr Leben suchen müssen.
Weihnachten 2007 stand mir nach dem Fest eine Gerichtsverhandlung bevor, in der es um die Räumungsschutzklage ging, dass wir nicht mit meiner gelähmten Mutter zum 1. Januar 2008 mitten im Winter aus der Wohnung mussten.
Durch die Intrigen war die ganze Familie gegen uns aufgebracht, wir hatten sonstwas erlebt, das ich in diesem kleinen Bericht gar nicht alles erzählen kann. Am 1.9.07 keinen Unterhalt mehr von meinem Mann, am 1.10.07, als endlich das Geld kam, plötzlich kein Bankkonto mehr über meinen Sohn, so dass die Überweisung des Jobcenters ins Leere ging und mein Vermieter zum 2. Mal seine Miete nicht bekommen hat und einen Grund hatte, uns fristlos zu kündigen.
Man hatte mir mein Forum gelöscht, meinen e-mail-Account und auch das Konto, Hilfe bei Freunden suchen, so auch kaum möglich.
Mein Vermieter, Familienrichter und natürlich mit den Richterm des Amtsgerichts Plön befreundet, wollte das Haus, in dem wir wohnten, schon lange verkaufen und hat es inzwischen auch getan, so dass jetzt meine ehemaligen Nachbarn aus den beiden Wohnungen im Mittel- und Dachgeschoss um ihre Wohnung bangen, aus der man sie raus klagen will. Es kam ihm absolut recht.
Ich hatte noch ein Ass im Ärmel, denn wir hatten jahrelang den Strom für eine Wohnung über uns und auch den im Keller und im Treppenhaus sowie das Wasser für das ganze Haus bezahlt, weil hier vieles nicht richtig abgerechnet worden war. Aber mein Vermietet tat sich mit meinem Ex zusammen, der vorher immer auch natürlich für diesen Familienrichter schwarz gearbeitet hatte, erschien bei der Verhandlung als Zeuge vor Gericht, um eine falsche Aussage zu machen. Meine Anzeige gegen beide Richter, unseren Vermieter und auch den Amtsrichter und meinen Ex, die kam angeblich nie bei der Staatsawaltschaft Kiel an .. tja, so verschwinden Akten, wenn sie nicht erwünscht sind.
Ich erreichte allerdings, dass der Termin für die Zwangsräumung aus unserer Wohnung auf den 1. Mai 2008 verschoben wurde und hoffe, so würden wir zur Not mit meiner Mutter sogar auf einem Campingplatz überleben können und noch was für den nächsten Winter finden. Ich fand denn zum 1. April 2008 die Sozialwohlung, wo wir heute leben.
Weihnachten 2008 stellte sich meine ganze Familie wie tot, niemand ging ans Telefon, antwortete auf e-mails oder meine Post, in der ich um Hilfe bat. Wir waren ganz alleine auf der Welt und hatten einfach nur große Angst davor, womöglich alle auf der Straße zu sterben.
Jürgen, der früher schon einmal obdachlos im Winter war, hat gesagt, meine Mutter hätte das ganz sicher nicht überlebt. Es hat keinen der Menschen, die sie geliebt und ihr Leben lang umsorgt hat, interessiert. Niemand war da.
Und zumindest Esther und auch Manuel hatten eigene Häuser und hätte wenn schon nicht Jürgen und mich, ganz sicher meine Mutter aufnehmen können, die alt, gelähmt und hilflos war. Sie schwiegen aber auch bezüglich meiner Fragen, ob sie nicht zumindest meiner Mutter helfen könnten.
Als wir umzogen, half uns als Einziger Manuel, mein Großer.
Er sagte lapidar auf meine Frage, warum niemand da gewesen sei, sie seien alle sicher gewesen, Jürgen macht das schon und kümmert sich um uns. Schon toll, so eine Familie, nicht wahr?
Meine Mutter hatte also am meisten Hilfe in einem Mann, der ganz neu in mein Leben gekommen war, nicht in den Menschen, für die sie ein Leben lang da gewesen ist und die sie alle bis in ihren Tod vor einem Jahr so geliebt hat.
Im Sommer war Manuel dann auch da und hat uns zu seiner Hochzeit eingeladen. Meine Töchter sprachen beide nicht mit uns, weil ihre Männer dabei waren und die Enkelkinder trauten sich das nicht, das hat man ihnen angemerkt, sie schauten immer unsicher zu uns herüber.
Ich habe mich sehr bemüht, auf dieser Hochzeit zu lächeln statt laut zu weinen und meine Mutter ebenfalls.
Ich habe vermutet, dass der Grund für diese Hochzeit der Wunsch nach einem Kind war. Meine Mama und ich haben das Enkelkind von Manuel und Anni, obwohl wir zu dieser für uns einfach furchtbaren Hochzeit gegangen und alles, was da lief, lächelnd ertragen haben, um den beiden dieses Fest nicht zu verderben, nie zu sehen bekommen.
Mama, Jürgen und ich, mehr oder weniger wie Verstoßene in einer Ecke, auch wenn unser Sohn uns hat dabei haben wollen. Er hat aber nicht geschafft, dass die Familie uns auch anständig behandelt und deshalb war diese im Prinzip wunderschöne Hochzeit für uns einfach schrecklich.
Menschen, die nicht erlebt haben, wie das ist, von der eigenen Familie verstoßen zu werden und die eigenen Enkel und Urenkel nicht mehr sehen zu dürfen, können sich vermutlich nicht vorstellen, was es für ein Gefühl ist, sich zu freuen, sie jedenfalls von Weitem zu sehen, aber nicht mit ihnen sprechen zu dürfen.

Es folgt nun die Beschreibung von Weihnachten 2008. Anfänglich hatten wir die Hoffnung, dieses Fest nun zumindest noch gemeinsam mit Anni und Manuel sowie Marius und seiner inzwischen Ex-Freundin Imke feiern zu können. Es gab ein Adventskaffeetrinken zu Hause bei Marius und Imke.
Wir hatten vieles, was sich bei Imke und Marius abgespielt hatte, nicht mitbekommen, denn Marius hatte sich monatelang bei uns nicht gemeldet. Er hatte nach den Interventionen meines Schwiegersohnes von Esther zuerst unser Konto gekündigt, was uns die Räumungsklage eingebracht hatte. Mein Konto lief aufgrund unserer Schulden seit Jahren genauso wie das Telefon auf seinen Namen. Mein Mann hatte auf jeder Telefonrechnung aufgrund seiner ständigen Anrufe bei Sex-Holines jedem in der Familie außer Marius, bei dem ich von Anfang an alles in dieser Art mit einer Sperre versehen hatte, weil ich dazu gelernt hatte, Tausende Euro an Telefonschulden gemacht und jedem von uns damit die Möglichkeit genommen, jemals wieder einen Telefonanschluss bei der Telekom haben zu können von den Schufa-Einträgen ganz zu schweigen.
Später hat er den Kindern erzählt, er hätte es ja gar nicht nötig gehabt, solche Teleonate zu führen, denn die Frauen seien ihm ja alle nachgelaufen und er wäre bei anderen Frauen doch so gut angekommen.
Nun Marius hatte in seinem Zimmer nur Internet und es waren Telefonate, was ich raus bekommen habe und meine Mutter und ich haben diese Gespräche nicht geführt, warum auch? Und seit ich mit Jürgen zusammen lebe, ist so etwas auch ohne Sperre nie mehr bei uns passiert.
Na ja, wir konnten bei unserem Umzug das Telefon nicht kündigen und Marius nicht erreichen und auf diesem Adventskaffeeklatsch gab es Streit, weil Marius uns vorwarf, ihm Schwierigkeiten wegen der Teleangelegenheiten gemacht zu haben und Jürgen hat gesagt, wer hat wohl wem Schwierigkeiten gemacht, denn Marius hätte uns einfach das Bankkonto gekündigt und uns damit fast obdachlos gemacht ohne nachzudenken und sich auch nie gemeldet und auch wenn er wegen des Liebeskummers irgendwo bei Freunden gewohnt hätte, er hätte sich doch mal melden können, denn schließlich hat er gewusst, was bei uns los gewesen ist.
Na ja .. Manuel und Anni kamen dann damit, wir hätten den Kleinen ja in Schwierigkeiten gebracht. Ich hab zu Hause geheult und Jürgen hat gesagt, Weihnachten sagt er ab, er will keinen von meinen Kindern mehr hier sehen, wenn sie so mit uns umgehen, denn das hätten wir wirklich nicht verdient.
Die Stimmung hier zu Weihnachten war entsprechend. Hier sind noch ein paar Bilder von diesem Adventskaffee, zu dem wir ohne zu ahnen, was da ablaufen würde, gut gelaunt noch hin gegangen sind.
Tja .. nebenan in seinem Zimmer saß der neue Partner von Marius Ex, wie er drauf war, keine Ahnung, so wie er auf den Bildern aussieht, sicher nicht gut. Es wäre, wenn mein Ex-Mann mir denn Unterhalt bezahlt hätte anstatt mir die Anwältin auf den Hals zu hetzen, die eine langjährige Jugendfreundin meines Schwiegersohns von Esther war und ich statt lauter Problemen mit dem Jobcenter Geld gehabt hätte, für mich normal gewesen, Marius egal ob er es versäumt hat daran zu denken oder nicht, diese Telefonrechnungen abzunehmen, die nun entstanden waren, weil wir sie nicht hatten kündigen können und er es nicht getan hatte. Es ging aber nicht, denn Jürgen war Leiharbeiter und wir machten Monat für Monat durch die nicht übernommenen Fahrkosten für diesen Job minus und hatten unzählige Klagen auch aufgrund ständiger Rechenfehler seitens der ARGE laufen. Auch mein Job, den ich bereits im Frühling 08 fristlos gekündigt hatte, weil die Firma mir nie eine Lohnabrechnung ausgestellt hatte, wurde seitens des Jobcenters laufend mit 200 Euro monatlichem fiktivem Einkommen angerechnet, die ich gar nicht verdiente, weil meine Klage vor dem Arbeitsgericht gegen meinen ehemaligen Arbeitgeber damals noch nicht bearbeitet worden war, dass ich endlich Papiere und Unterlagen bekommen würde, die ich dem Jobcenter vorlegen könnte, damit man mir das endlich nachzahlt. Ich konnte Marius nicht helfen. Mein Ex-Mann, der in 2008 sowohl bei meinem Großen als auch meiner jüngeren Tochter viel gearbeitet und sich so was dazu verdient hat, was die  ARGE ganz sicher nicht wusste, denn seinen Job hatte er ja inzwischen aufgrund von wieder Unterschlagung verloren, dachte nicht daran, Marius zu helfen.
Aber Jürgen und ich bekamen die Vorwürfe für alles um die Ohren gehauen. Ich konnte Jürgen verstehen, als er sagte, Weihnachten mit dieser Familie, das wäre zumindest momentan ganz sicher kein Weihnachten und abgesagt hat, obwohl es im Nachhinein sicher ein Fehler war. Anni war immer eine nachtragende Person, auch wenn sie mir danach noch eine Weile schrieb.

Einfach Geld, genug Geld, um zu sagen, Musel Mama bezahlt das, Du hattest nicht die Nerven vor Deinem Liebeskummer, und nichts davon wäre passiert. Und wenn Mama Geld gehabt hätte, hätte Mama das ganz sicher bezahlt, denn dass das Telefon und auch mein Bankkonto auf Marius lief, war doch nur die Schuld meines Ex-Mannes, der es hatte soweit kommen lassen. Die Kinder haben in solchen Sachen oft geholfen, aber selbstverständlich war für mich dann auch, dass es keine Konsequenzen für sie hatte.

Der Jüngste musste es nun ausbaden, weil ich keine Mittel mehr hatte und der Große, der seinen Vater hat super bei sich verdienen lassen, gab mir und Jürgen auch noch die Schuld. Das war nicht fair.

Weihnachten 2009 war nicht besser. Im November war ich Oma von unserem Enkel Jarvin von Manuel und Anni geworden. Ich bemerkte das zufällig über einen Schnuller auf dem Jappi-Profil meines Ex-Mannes, den ihm seine neue Freundin Babs geschenkt hatte. Ich wunderte mich und fing an nachzufragen und stellte fest, dass es nicht Esther, Vanessa oder Marius waren, die mich nun wieder zur Oma gemacht hatten, sondern Manuel, der den ganzen Sommer über mehrfach bei uns immer alleine ohne Anni zu Besuch gewesen war, immer abgewürgt hatte, dass ich gern mit meiner Mutter und Jürgen einmal zu ihm nach Hause ihn auch besuchen gekommen wäre und mir nichts davon gesagt hatte, dass seine Frau schwanger war und nun auch Mutter geworden war. Als ich mich darüber aufregte, hat er dann gesagt, sie hätten ja überlegt, uns zu Weihnachten 2009 mit Jarvin zu besuchen, der dann schon ca. 6 Wochen alt gewesen wäre, aber weil ich ja nun wegen dieses Verschweigens wütend geworden sei, sei ja ich schuld, dass ich das Kind nun nicht zu sehen bekommen würde.

Meine Mutter wurde immer wieder noch damit konfrontiert, dass es immer hieß, sie könnte man auch nicht besuchen, weil ja ich hier leben würde. Der Konflikt für meine Mutter, die hilflos auf mich als ihre Pflegekraft angewiesen war, darunter leiden zu müssen, dass man mich ständig angriff, das die eigenen Kinder, muss unerträglich gewesen sein. Warum hat man mir und auch ihr so etwas angetan, sie brauchte mich doch. Ich habe sie oft mit den Kindern telefonieren lassen und musste immer wieder miterleben, dass sie bettelte, sie sollen doch zu Besuch kommen, sie könnte doch nicht weg und sich anhören musste, dass sie meinetwegen nicht kommen könnten, weil sie mich hassen würden. Ist sowas nicht besonders schön an Weihnachten?

Ich fand dieses Foto von Jarvin auf der Seite der Klinik, wo er geboren wurde, im Internet.

Meine Mutter hat Jarvin bis zu ihrem Tod nicht selbst zu sehen bekommen, nur noch ein aktuelles Foto, als Manuel sie kurz vor ihrem Tod alleine ohne seinen Sohn noch einmal hier besuchen kam. Ich habe Jarvin auch noch nie auch nur sehen dürfen.
Wie wir uns Weihnachten 2009 nach so einer Nachricht gefühlt haben, das kann sich sicher jeder vorstellen. Ich zumindest fühlte mich verraten und verkauft und sage ganz offen, niemals hätte ich gedacht, dass meine eigenen Kinder mich im Alter, verstoßen und verlassen, so behandeln würden. Ich habe meine Kinder nie geschlagen, ich habe gearbeitet, damit ich ihnen so gut wie möglich ein halbwegs schönes Leben gestalten konnte, ich habe meine Freizeit mit Leidenschaft mit der Familie verbracht, ich habe meinen Mann nie betrogen und war eine treue Ehefrau und liebevolle Mutter, ich habe an allem Anteil genommen, was sie gemacht haben und war stolz auf jeden ihrer Erfolge. Ich habe ihre Begabungen und Interessen gefördert, so gut ich immer konnte und mich gefreut, wenn ihnen etwas gelungen ist und immer Interesse daran gehabt, was sie tun und ich zeige ihnen bis heute, dass ich auf sie warte.
Aber eins mache ich nicht mehr, ich verstecke mich nicht und ich sage, was passiert ist, und das in aller Deutlichkeit.
Ich habe mein Leben lang versucht ihnen beizubringen, dass Ehrlichkeit im Leben besser ist, auch wenn ihr Vater eine gegenteilige Auffassung vom Leben hatte und sie sollen lernen, dass ich das ernst gemeint habe. Ich sage jetzt auch ehrlich, was sie ihrer Oma angetan haben, das nicht mehr gutzumachen ist und was sie mir antun, was sie noch wieder gut machen könnten, denn noch lebe ich und könnte ihnen vergeben.
Und wer mich um Vergebung bitten würde, auch im Namen meiner Mutter, würde sie erhalten und das auch im Namen meiner Mutter, von der ich weiß, sie hätte ihnen auch vergeben, egal was war, weil sie ihre Enkel über alles geliebt hat.
Weihnachten 2010 hatte sich meine Mutter im September das Bein gebrochen gehabt und war lange in Krankenhaus gewesen. Nach mehr als 6 Wochen unendlicher Leiden, in denen sie in der Reha-Klinik in Middelburg nicht eins meiner Kinder besucht hatte, wo sie von Vanessa, Esther und Marius in Preetz dann allerdings schon Besuch gehabt hatte, aber nicht oft, hatten Jürgen und ich sie nun wieder zu Hause. Sie konnte nicht aufstehen, denn in der Klinik hatte man sie aus dem Bett fallen lassen, mit einem schweren Trümmerbruch Krankengymnasik unter vermutlich Höllenqualen mit ihr gemacht, ihr über einen Dauerkatheter eine entsetzlich schmerzhafte Blasenentzündung angezüchtet, die Weihnachten 2010 noch nicht weg war .. sie schrie, wenn sie einmal musste. Sie litt aufgrund von wochenlang verabreichter Opiate, um sie im Krankenhaus ruhig zu stellen, die dennoch nicht geholfen hatten, denn sie hatte dort wochenlang jede Nacht stundenlang um Hilfe geschrien, auch unter einer nach wie vor chronischen Verstopfung, woran wir auch arbeiteten. Jürgen und ich mussten sie zu zweit im Bett hin und her ziehen und es fehlte uns an Schlaf und Mama auch, weil ihre nächtlichen Albträume entsetzlich waren. Ich erfuhr, was sie im Dritten Reich bei Folterungen durch die Nazis mitgemacht hatte und begriff vieles und auch, warum meine Mutter ihr ganzes Leben lang nie in der Lage gewesen war zu arbeiten und unter Menschen zu gehen und psychisch immer gestört gewesen und auf die Familie bezogen gewesen ist. Man hatte sie als junge Frau immer wieder mit dem Kopf in einen Wasserbottich getaucht um zu erfahren, was mein Großvater mit einem der Hitler-Attentate zu tun hatte, den sie nie verraten hat. Aber sie hat die Folterungen auch nie verkraftet. Das war für Jürgen und mich Weihnachten 2010. Miterleben, wie meine Mama sich quälte, litt, an entsetzliche Dinge erinnerte und dass nur Marius zumindest anrief und uns dann im Januar auch besuchen kam, weil er direkt zu Weihnachten nicht die Zeit hatte. Weihnachten war telefonieren mit den anderen Kindern und hoffen, sie erbarmen sich, aber sie taten es nicht.
Dieses Foto schoß Marius von seiner Oma, als er uns im Januar nach Weihnachten besucht hat.
Und nun Jürgens und mein Weihnachten 2010 mit meiner totkranken Mama, die das nächste Jahr nicht mehr überleben sollte, was ich täglich befürchtete und meine Kinder wieder und wieder am Telefon bat, doch ihren Hass aufzugeben und endlich Gnade walten zu lassen und meine Mutter bei uns besuchen zu kommen.
Jürgen und ich haben versucht, Weihnachten für sie trotzdem ein bisschen schön zu machen, so gut es irgendwie ging. Meine Mutter hat so gekämpft und hatte so viel Hoffnung. Wir haben später eine Anzeige von meinem Schwiegersohn wegen Hausfriedensbruch bekommen, als er raus fand, dass wir Esther einfach mit meiner Mutter auf dem Hof besucht haben, als meine Mama im Rollstuhl im Sommer nach draußen konnte und wir haben auch heimlich Vanessa mit ihr in der Praxis, wo sie arbeitet, besucht.
Seht Ihr, wie glücklich es meine Mama gemacht hat, ihre Enkelin einmal an der Hand halten zu dürfen? Ich werde nie damit fertig werden, wie grausam meine eigenen Kinder waren, aus Angst oder vielleicht nichtmal das, nur Feigheit vor ihren Ehepartnern, die was dagegen hatten. Weil es vielleicht ein paar fiese Debatten gegeben hätte, die doch durch diese Feigheit einfach zu umgehen waren, einer alten Frau kurz vor ihrem Tod einfach ein Nein zu entgegnen.

Weihnachten denke ich an solche Dinge mit Wut, und ich denke, diese Wut habe ich zu recht im Bauch.

Janin und Marc waren leider erst bei Mamas Beerdigung dort, definitiv zu spät, sie hätte früher kommen sollen, als meine Mutter noch lebte. Wir waren auch in Heidmühlen bei Manuel, aber es war niemand dort, aber wir haben versucht, ihn einfach mit Mama zu besuchen, Mama Jarvin zu zeigen und gehofft, irgendwie alles wieder in Ordnung zu bringen. Der Kampf gegen Familienmobbing ist ein Kampf, der grausamer ist als alles, was man sich vorstellen kann. Weihnachten 2010 war er noch nicht möglich, denn Mama war damals gerade soweit, dass es uns möglich war, sie gemeinsam mit letzter Kraft in diesem Toilettenstuhl vom Bett bis ins Wohnzimmer zu bringen, damit sie so gemeinsam mit uns Essen konnte und auf diese Weise ein wenig weniger Probleme mit ihren Ausscheidungen hatte, die aufrecht loszuwerden ein wenig einfach für sie war.

Es ist eine Qual ohne gleichen, alte und kranke Menschen mit einem Dauerkatheter zu traktieren und ihnen eine Krampfblase anzuzüchten, sie mit Opiaten zu quälen, die süchtig machen und dem Darm lähmen und zu monatelanger Verstopfung führen, die wir bei Mamas Tod dann endlich seit einigen Monaten wieder im Griff hatten, aber es hat mehrere Monate gedauert, bis das soweit war.

Aber von meinen Kindern habe ich mir anhören dürfen .. außer von Marius, der es verstand ... es sei doch besser, Mama in ein Pflegeheim zu bringen, wo diese Methoden, mit alten Menschen umzugehen, an der Tagesordnung sind, denn dort ist keine Zeit, alte Menschen in Windeln zu wickeln und mit ihnen regelmäßig zur Toilette zu gehen, dafür ist viel zu wenig Pflegepersonal da.

Ich habe viele schlimme Weihnachten erlebt, aber dieses war wohl bisher das schlimmste von allen.

Weihnachten 2011 lebte meine Mutter nicht mehr, denn sie hat uns am 29.9.11 für immer verlassen müssen.

Im Sommer davor war Jürgens älteste Tochter Nicole bei uns aufgetaucht, nach 18 Jahren. Er hatte seinen Enkel Gabriel und seinen Schwiegersohn kennen gelernt, wir waren mit den drei ein paarmal unterwegs gewesen, zuletzt gemeinsam mit meiner Mutter bei den Karl-May-Festspielen in Bad Segeberg. Es war für Mama noch ein schöner Tag gewesen und sie erzählte mir tagelang von dem großen Adler, der über ihren Kopf hinweg geflogen war und von Manuel, der uns kurz zuvor leider alleine noch besucht hatte, bevor sie starb.

Kurz vor Weihnachten 2011 hatte Nicole Geburtstag. Sie hat monatelang mir ihrem Vater WOW gespielt. Er hat an ihren Geburtstag, zu dem sie uns auch nicht eingeladen hatte, so dass ich gar nichts davon wusste, sonst hätte ich sicher daran gedacht, vergessen, nicht daran gedacht, ihr zu gratulieren. Ich verstehe das. Schließlich war sie 18 Jahre lang weg, an dem ihr Vater nichts mehr mit ihrem Geburtstag zu tun hatte. Sie maulte plötzlich, beleidigte alle seine Spieler-Freunde und löschte sich aus seiner Freundesliste. Da fiel Jürgen ein, Nicole hat Geburtstag. Er hat ihr noch mehrfach geschrieben, es kam keine Reaktion mehr. Ich hatte ein Schiff für den kleinen Gabriel besorgt, bei ProCell, wo ich damals einen 1-Euro-Job machte. Ich habe es im Sommer darauf dem kleinen Sohn unserer neuen Stallbetreiberin geschenkt.
Jürgen hat sich sehr darauf gefreut, jedenfalls eins seiner beiden Kinder wieder gefunden zu haben. Er hat ihr nichts getan, es war nur eine kleine Unaufmerksamkeit und weg war sie.

Als meine Mutter starb, erzählte mir Esther, dass sie meine Pferde Nixe und Reno verkauft hat. Es war ein weiterer Schock für mich. Ich erfuhr, dass Vanessa sich ein neues Pferd gekauft hat und verstand nicht, warum sie denn nicht jedenfalls die beiden übernommen hätte, wenn denn ihre Schwester sie hatte verkaufen müssen und statt dessen ein anderes Pferd angeschafft hat.

Mein Jüngster hat mir den Grund an diesem Weihnachten erklärt.

Warum er sich voriges Jahr nicht mehr meldete, nachdem er auf der Beerdigung meiner Mutter noch da war, weiß ich inzwischen.

Kein Geld. Ich hatte ihm ganz wenig Geld geben können, als Mama gestorben war, aber nicht viel, denn mein Pflegegeld war ja nun weg gefallen und ich hatte keine Ahnung, wie es weitergehen würde. Bafög war wieder nicht pünktlich gekommen. Ihm hat keiner geholfen und ich habe es nicht können. Seine Wohnung war weg, er hat Hartz IV beantragen und damit sein Studium abbrechen müssen, mit dem er ein Jahr darauf fertig gewesen wäre.

Inzwischen studiert er wieder, hat ganz von vorne anfangen müssen und hat kein Bafög mehr beantragt, sondern einen recht guten Nebenjob bei der Telekom gefunden, besser als der vorher in einem der ausbeuterischen Verleih-Call-Center.

Ich freue mich, dass er durch gekommen ist.

Ich weiß nicht genau, wie er Weihnachten 2011 gekämpft hat, vermutlich genauso verbissen ums Überleben wie Jürgen und ich.

Jürgen und ich verdanken es drei Freunden, dass wir überhaupt irgendwie überlebt haben und auch unsere beiden Pferde im Dezember 2011 nicht haben sterben müssen.

Es haben uns drei Freunde geholfen, mit denen wir damals nur Kontakt über das Internet hatten, zwei davon den Pferden, damit ihr Stall bezahlt wurde und der Bauer sie nicht an den nächsten Pferdeschlachter verkaufen konnte und eine, indem sie uns kurz vor Weihnachten etwas Geld für etwas zu Essen schickte und uns noch wichtiger den Tipp gab, wo wir einen Job finden.

Und die nächste Attacke, die mein Schwiegersohn beim Sozialamt gegen unsere Prima gestartet hatte wegen der Beerdigungskosten meiner Mutter vereitelte ihm unsere Fallmanagerin, die genau geprüft hat, dass weder Prima noch Chiwa so viel Wert hätten, dass sie an einen Schlachter verkauft werden müssen, denn das verstößt gegen das Tierschutzgesetz und ein Pferd, das nichts wert ist, muss kein Harz-IV-Empfänger deshalb sterben lassen, weil eine Beerdigung durch den Staat bezahlt werden muss.

Ja, der Geist der Weihnacht schickte uns über das Internet drei Engel, die uns geholfen haben.

Mit dieser Hilfe haben wir Zeit gewonnen und Arbeit gefunden und bis heute überlebt.

Und in diesem Jahr kam mein Kleiner zu Besuch.

Immerhin ein Anfang, wieder eine Familie zu haben, vielleicht jedenfalls.

Er hat sich zwei kleine Katzen angeschafft, einen besseren Nebenjob gefunden und bezahlt sein Studium selbst.

Und mein Ex wohnt nicht mehr neben meiner Tochter, sondern irgendwo sonst, aber auch nicht bei der Frau, die er angeblich liebt.

Zumindest mein Jüngster hat sich entschieden, mit uns und nicht mit dieser Frau zu feiern.

Von mir aus hätte er auch mit und seinem Vater feiern dürfen. Ich will ja gar nicht, dass sie ihren Vater hassen, ich will nur nicht seinetwegen von ihnen gehasst werden, denn ich habe meinen Kindern nie etwas Böses getan.

Weihnachten .. wenn es doch wieder ein Fest der Liebe werden könnte, mit allen unseren 6 Kindern und allen Enkeln.

Aber sie sollen aus Liebe kommen und nicht deshalb, weil wir sie wieder wie früher mit Luxus kaufen können.

Ich würde mir gar nicht wünschen, im Lotto zu gewinnen und zu erleben, dass meine Kinder dann plötzlich womöglich da wären und Jürgens Kinder vielleicht auch.

Tja ... das waren meine Erlebnisse in 59 Jahren Weihnachten.

LG
Renate





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