Mittwoch, 5. Juni 2013

Der vierte Jobcenter-Termin seit Anfang März .. langsam wird es teuer!


Früher mal hatten wir in Preetz ca. alle 3 bis 6 Monate einen Termin beim Jobcenter wahrzunehmen, und den konnten wir zu Fuß wahrnehmen, denn es gibt ja ein Jobcenter in Preetz, nur neuerdings nicht mehr für Leute, die älter als 50 Jahre alt sind.

Als wir unsere letzte Fallmanagerin, die wirklich toll war, verloren, erzählte sie uns, es solle für uns ältere Leute dort in der Ecke midnmang 50plus ja alles viel besser werden.

Also wir können das definitiv nicht bestätigen.

Anfang hatten wir monatelang nach dem Aussteuern aus dem Jobcenter Preetz gar keinen Ansprechpartner. Dann traf zunächst ich unseren neuen Fallmanager bei midnmang 50plus. Der war nett, aber anschließend über ein halbes Jahr krank und wir hatten gar keinen Ansprechpartner.

Jürgen bekam einen Termin bei seiner Vorgesetzten, die ihm die Maßnahme über 6 volle Monate einbrachte, die unseren kleinen Firma nur geschadet hat, aber nichts eingebracht außer gähnender Langeweile und mir eine Strafanzeige wegen Beleidigung, weil ich die Nerven verlor und die Frau alte Hexe und blöde Kuh genannt habe, da sie Jürgen aus der Maßnahme, wo sie gar nichts gelernt oder getan haben, nicht wieder raus lassen wollte und auch meine Klage vorm Sozialgericht uns nichts half.

Anfang März nun hatte Jürgen nach dieser unseeligen Maßnahme einen Termin bei unserem ersten Fallmanager. Der war wieder nett und Jürgen hat sogar einen Zettel mitbekommen, dass er die Fahrkosten einreichen darf .. die wurden sogar ca. 2 Monate später dann an uns überwiesen.

Bereits Ende März dann kriegten wir Bescheid, wir hätten nun als Selbständige einen neuen Fallmanager, der hätte uns das auch mitgeteilt, wir hätten aber nicht mit ihm die Anlage EKS (das ist die Einkommensvoreinschätzung für das folgende Halbjahr) besprochen und würden wohl unser Geld am Ersten nicht pünktlich kriegen, aber damit wir es überhaupt kriegen, sollten wir doch bitte nach Lütjenburg zur Vertretung für Selbständige kommen.

Die Frau war nett .. die Fahrstrecke weit ... Geld kam natürlich später als am Ersten .. Geld für die Fahrt nach Lütjenburg haben wir nicht erstattet bekommen.

Wir kriegten aber den Namen des Fallmanagers Plön für Selbständige genannt, haben uns also bei dem gemeldet. Nach zig Änderungen hatten wir dann endlich einen Termin am 30.5.13.

Ich habe ja immer berichtet, dass ich von dieser Stelle grundsätzlich keine Post bekommen habe, nur immer Jürgen, warum auch immer. Ich vermute schlicht, es lag in irgendeiner Form an diesem Fallmanager, weil er möglicherweise mit dem Computersystem des Jobcenters noch nicht zurecht kommt.
Normalerweise kriege ich die Post vom Jobcenter und glaube nicht, dass es am Briefträger lag.

Der gute Mann meinte, unsere Firma hätte sich ja nicht weiter entwickelt und sei nicht trägfähig. Er erzählte auch was davon, wenn es denn vorwärts ginge, dann sei das was anderes.

Dabei stimmt das nicht. In meinen Augen geht es bei uns durchaus vorwärts.

Ich habe bisher 3 Halbjahre genau abgerechnet und in jedem unsere Umsätze gesteigert, im letzten sogar erheblich, obwohl Jürgen von den 6 Monaten an 5 Monaten in diesem Halbjahr ja diese blöde Maßnahme mitmachen musste, ich also fast alleine davor war deswegen.

Nun ja ... immer die Ruhe.

Wir sind jetzt also wieder bei einer Fallmanagerin mit der Vorgabe, unsere Tätigkeit sei ja nicht mehr als ein Nebenjob.

Die Frau kenne ich.

Es ist die Frau, die mal meine erste Fallmanagerin in Preetz war .. wohl versetzt worden nun für die älteren Semester über 50 ... die war sehr nett.

Ich weiß noch, als mein Folgefallmanager bei unserem Umzug krank war und wir fast nicht hätten umziehen können, weil alle Unterlagen bezüglich der Mietsicherheit und des Umzugsautos nicht bearbeitet worden waren, da alles bei ihm im Mail-Postfach lag und nicht abgeholt worden war, habe ich sie angerufe und sie half uns sofort.

Wir konnten dann doch noch hierher umziehen, standen ja damals kurz vor der Obdachlosigkeit und das war sehr wichtig für uns.

Ich hoffe, sie ist auch jetzt nett.

Wir haben nämlich schon wieder einen Jobcenter-Termin ... am 17.6.13, gut organisiert hintereinander und es ist auch Post für uns beide gekommen, sogar für mich .. lach .... ich trag das ja alles mit Humor.

Aber langsam wird es teuer.

Ich hoffe, wir können die Frau behalten und in Ruhe unsere kleine Firma aufbauen, denn ich bin sicher, unsere Umsatzzahlen für das kommende Halbjahr werden noch besser sein als beim letzten.

Das ist doch eine Steigerung.

Hoffentlich kriegen wir dann nicht wieder den Fallmanager für Selbständige .. ich will den nicht wieder haben, sondern einfach mal meine Ruhe und was für unsere Firma tun können.

LG
Renate

Trauriger Fund bei ebay

Ich schaue ja gelegentlich nach Weideland, das Jürgen und ich gern pachten würden, um mit unseren Pferden wirklich frei und unabhängig zu sein. Auch wenn wir uns in unserem aktuellen Pensionsstall halbwegs wohl fühlen, nicht alles ist dort so, wie wir es selbst machen würden und das war auch noch in keinem Pensionsstall so. Eigenes Weideland pachten zu können, ist nur nie einfach, wenn man es in der Nähe der Wohnung sucht.
Dabei entdeckte ich heute, dass meine Tochter neue Einsteller sucht. Nicht teuer für das, was sie anbietet, 195 Euro für einen schönen Platz in einem Westernreitstall mit C-Trainerin, Reithalle, Trailplatz, Reitplatz, nicht weit weg eine Badestelle für Pferde, tolle Reitwege. Viel Schönes für wenig Geld, wenn ich bedenke, dass wir 140 Euro für viel weniger bezahlen und da schon haben handeln müssen und viel dafür helfen, dass es pro Pferd 20 Euro günstiger wurde.

Oben seht Ihr übrigens Max uns Reno aus einer Zeit, als beide noch meiner Tochter gehörten und nicht verkauft waren, was ich ja erfuhr, als meine Mama im Sterben lag.
Als ich den letzten persönlichen Kontakt zu Esther hatte, hatte sie von dieser Dreiergruppe rechts die Filia verkaufen müssen und Hopi und den kleinen Sunny noch behalten können.
Links den kleinen Quarter-Mix Jumper hatte Esther noch behalten können, aber unsere dicke Nixe rechts, das einzige Pferd, auf dem ich jemals habe reiten können, leider auch verkaufen müssen.
Wenn ich es richtig verstanden habe, war einer der Hauptgründe, dass Nixe, Reno, Max, Filia und Rika verkauft werden mussten, der schwere Unfall der kleinen Quarter-Mix-Stute Nova, die sich hier noch von einem Sehnenanriss erholen musste, als wir meine Tochter das letzte Mal besuchen konnten.
Das ist Rika. Ich habe sie nicht mehr wirklich kennengelernt, denn Esther kaufte sie erst als Schulpferd dazu, als Jürgen und ich mit Chiwa und Prima vom Hof gejagt worden waren und ich zu meiner Tochter kaum noch Kontakt haben konnte. Sie war als erste fort, als Esther die 5 Schulpferd hat verkaufen müssen, das hat sie mir damals noch am Telefon erzählt.
Jumper und Nixe, die Ihr hier seht, waren auf jeden Fall im letzten Sommer noch auf dem Hof. Jürgen und ich haben sie dort gesehen.
Reno .. oben ... haben wir schon im letzten Sommer nicht mehr auf dem Hof gesehen, aber mein Sohn Marius sagt immer, er sei noch als Pensionspferd bei Esther auf dem Hof, es sei wohl Zufall gewesen und er vielleicht gerade unterwegs.
Nun ich hoffe das.
Nixe, Reno, Filia und Max sollten ja noch als Pensionspferde geblieben sein.

Bei Esther hätten sie es gut. Ich habe nie etwas an der Art, wie sie Pferde hält, zu bemängeln gehabt. Sie macht es so, wie ich es auch machen würde und in meinen Augen deshalb fast perfekt.

Aber sie schreibt, dass sie nur 8 Pferde auf dem Hof haben möchte, um eine überschaubare Herde und Gemütlichkeit für sich und die Einsteller zu gewährleisten, und nun neue Einstellpferde sucht.

Wenn sie also Sunny, Hopi, Jumper und Nova noch als eigene Pferde haben sollte und neue Pferde sucht, dann können Nixe, Reno, Filia und Max nicht mehr alle bei ihr sein.

Welche Pferde nun nicht mehr da sind, weiß ich nicht. Meine Familie hat mich ja bis auf meinen Jüngsten komplett verstoßen und er darf mir sicher auch nicht alles erzählen, was ich gerne erfahren würde.

Bin traurig .. es müssen welche von Esthers Pferden fort sein. Meine Tochter liebt Pferde wie ich. Sie wird totunglücklich sein.

Aber ich war das auch, als unsere Herde zerbrach und musste lernen, damit zu leben.

Trotzdem bin ich heute sehr traurig.

LG
Renate







Auswirkungen der Senkung des Leitzinssatz durch die EZB auf Hartz IV und Sozialhilfe


Am Ende dieses Beitrags werde ich Euch einige Links zum besseren Verständnis dessen anhängen, was ich jetzt mit eigenen Worten erzählen werde. 

Schon von Beginn an sind die Regelsätze von Hartz IV und Sozialhilfe seit der Zusammenlegung nicht mehr an die Inflationsrate angeglichen worden. Durch die momentan schon länger recht hohe Inflationsrate werden auf diese Weise Menschen, die wirklich arm sind, immer ärmer.

Anfang Mai nun hat die Europäische Zentralbank (EZB) beschlossen, noch einmal die Leitzinssätze zu senken, um die Wirtschaft in ganz Europa anzukurbeln.

Das ist generell sehr positiv zu sehen und müsste kein Nachteil für die meisten Menschen in Deutschland sein, wenn denn dabei berücksichtigt würde, auch die Regelsätze der Empfänger von Arbeitslosengeld II und Sozialhilfe zügig an die neuen Preise anzupassen.

Kredite sind aktuell so günstig wie nie. Das gilt für alle Möglichkeiten zu investieren, egal ob man sich einen lang gehegten Wunsch mit einem besonders günstigen Kredit erfüllt, etwas Notwendiges wie ein anderes Auto, die defekte Waschmaschine oder längst nicht mehr brauchbare Möbel über so günstige Kredite finanzieren kann.

Das wird auch die Wirtschaft ankurbeln, mehr Umsatz bringen, neue Arbeitsplätze schaffen und insgesamt dazu führen, dass es weniger Menschen geben wird, die noch Hartz IV oder Sozialhilfe beziehen werden.

Aber alle werden auch dadurch nicht das Glück haben, aus der Armut rauszukommen.

Die Preise werden aber durch diese Maßnahme steigen.

Es sollte also bei solchen Überlegungen auch Berücksichtigung finden, an die Ärmsten der Armen zu denken und an die Notwendigkeit zu denken, endlich einmal die Regelsätze an die ständig steigenden Preise anzupassen.

Kurz vor Weihnachten hatten wir eine Preiserhöhung von ca. 10 % auf alle günstigen Grundnahrungsmittel, die man billiger ohnehin nicht mehr kaufen konnte. Vor ein paar Wochen sind alle günstigen Milchprodukte schon wieder um ca. 10 % gestiegen, die Stromkosten sind extrem gestiegen, aber die Regelsätze wurden für Einzelpersonen um gerade mal 8 Euro im Monat erhöht und noch weniger bekommen weitere Mitglieder von Bedarfsgemeinschaften pro Kopf mehr.

Das fängt es doch nicht ansatzweise auf!

Sorgen macht sich Angela Merkel beim Gedanken an die Senkung des Leitzinssatzes allerdings nur um die Sparer und Leute, die nun weniger Zinsen bekommen .. an die Armen denkt sie dabei keinen Augenblick. Das ist nicht fair.




LG Renate

Dienstag, 4. Juni 2013

Fotos vom Anweiden letzte Woche

Als es am Pfingstwochenende hieß, dass wir nun beginnen, die Pferde anzuweiden, hatten wir darum gebeten, Chiwa noch im Auslauf zu lassen, damit es für sie mit ihrer Neigung zu Hufrehe am ersten Tag nicht zu viel würde. Schnell wurde noch Blanka gefüttert und wir haben gefrühstückt, dann ging es am Pfingstsamstag los, damit auch Chiwa zu den anderen auf die Weide konnte.
Als Prima uns sah, kam sie sofort mit den beiden Ponys Cora und Bibi angerannt.
Die beiden Hafis Dana und Hanna hatte sie anfangs noch nicht in ihre Herde integriert, sondern schien vielmehr die beiden Shettys wie Fohlen vor allen Dingen vor der nach wie vor ziemlich aggressiven Hanna zu beschützen. Das macht sie übrigens auch noch heute, nur beschützt sie Dana inzwischen auch vor ihr.
Dann ließen wir Chiwa mit auf die Weide. Auch wenn unsere Kleine inzwischen ihren 20. Geburtstaghat feiern konnte, merkt man ihr das in solchen Situationen nicht an. Sie freute sich wie ein Fohlen und tobte genauso begeistert wie die jungen Pferde herum.
Wenn die beiden Hafis zu aufdringlich wurden, sorgte Prima wie oben zu sehen ab und zu für etwas Ordnung.
Wenn Pferde spielen, kann ich mit Begeisterung stundenlang zuschauen.
Nach einer Weile kehrte dann Ruhe in der Herde ein und die Pferde begannen, gemütlich gemeinsam zu grasen.
So eine Ponyherde aus überwiegend Fohlen zu beschützen kommt Primas ausgeprägtem Mutterinstinkt total entgegen.
Boomer genießt die Stunden im Stall immer sehr. Er wäre sicher froh, wenn wir mehr als eine Etagenwohnung hätten.
Ceron, Leander und Carlos hatten schon einige Stunden grasen dürfen, als wir kamen und mussten nun in den Stall, damit Ciaro und Nadinah auch noch ein Weilchen auf die gleiche Weide konnten, um die ersten frischen Halme zu genießen.
Auch bei den zwei sieht man deutlich, wie begeistert sie vom Anweiden sind.
Das waren die Fotos vom Anweiden am Pfingstsamstag. Es geht weiter mit Bildern von einem Showtag in dem Stall in Nettelsee, in dem momentan Stute Allegra von ihrer Reitbeteiligung betreut wird, die auch zu unserer Herde dazu gehört. Allegra durfte da nämlich mitmachen.

Also bis bald mit mehr Pferdefotos.

LG
Renate














Wurstgulasch mit Nudeln


Heute hatten wir zum Mittagessen Wurstgulasch mit Nudeln. Also Nudeln in Salzwasser gar kochen. 1 Glas Champignons in Scheiben mit Flüssigkeit in eine Pfanne tun, etwas Olivenöl und Rapsöl dazu geben, 1 Paket passierte Tomaten dazu, dann noch 6 klein geschnittene Roma-Tomaten, 1 gehackte Zwiebel, 1 gewürfelte rote Paprikaschote sowie 10 Würstchen in Eigenhaut in Scheiben geschnitten und 4 Streifen sauer eingelegte Gurkensticks in kleinen Stücken. Alles gut durchkochen lassen und zu den Nudeln servieren. Dazu passt je nach Geschmack noch Parmesamkäse.
 
Die Portion war für 2 Leute sehr reichlich, habe noch eine zweite zum Aufwärmen übrig behalten.

Zum Nachtisch hatten wir nach wie vor .. war so viel ... Rhabarber-Kompott mit Milch.

Guten Appetit
Renate

Liebe Frau Merkel-Teil 3

Diesen Bericht habe ich gerade gelesen und bin mehr als schockiert.


Da frage ich mich doch allen Ernstes, WAS HABT IHR GELERNT aus der Flutkatastrophe von 2002? Meiner Meinung nach weniger als NICHTS! In den letzten 11 Jahren scheint ja nichts Wesentliches passiert zu sein. Es gibt immer noch keine ausreichenden Überflutungszonen, um solche Katastrophen abzuwenden. Ist ja auch irgendwie klar. Denn damit lässt sich kein Geld verdienen, sondern DAS kostet Geld. Aber mal ganz ehrlich, kostet die Existenzvernichtung eines Menschen unter dem Strich weniger? Wohl kaum.


LIEBE FRAU MERKEL; DIE DEUTSCHE WIRTSCHAFT FUNKTIONIERT NUR ÜBER DIE KLEINEN UND MITTLEREN UNTERNEHMEN! ALLES ANDERE IST LANGFRISTIG GESEHEN BULLSHIT! Aber da Sie, Frau Merkel, da SIE ja nicht denken können noch die deutsche Wirtschaftsgeschichte beherrschen, sind meiner Meinung nach zu blöd, um diesen Staat zu führen. Sie haben die absolute Ahnung von GAR NICHTS !!!!!!

Ich schäme mich übrigens, bei dieser POLITISCHEN Richtung ein Deutscher zu sein.

POLITIK SCHEINT NUR NOCH EIN ERHALTEN DER PRIVILEGIEN ZU SEIN UND NICHTS, ABER AUCH EIN GAR NIX MIT DEM WOHL DES VOLKES ZU TUN ZU HABEN:

VERÄCHTLICHE GRÜßE AN SIE

JÜRGEN

Wünsche für das Wahlprogramm der Parteien zur Bundestagswahl


Motivieren statt sanktionieren!


Wir hätten noch einen Wunsch beziehungsweise eine Idee für alle Parteien, die den Menschen helfen könnte, wenn sie in das eine oder andere Wahlprogramm aufgenommen würde.

Wie wir schon oft dargelegt haben, sieht die Praxis für Menschen, die ihr Einkommen mit ergänzenden ALG II-Leistungen aufstocken müssen, leider oft so auf, dass die Werbungskosten für viele Tätigkeiten nicht in ausreichender Höhe anerkannt werden und die minimalen Freibeträge, die den Menschen zustehen, leider oft nicht nur auffressen, sondern sogar überschreiten können.

Heute wird Menschen, die solche Tätigkeiten nicht annehmen wollen, so lange mit Sanktionen, die sie dann auch noch weit unter den Hartz IV-Satz bringen, gedroht und angeheizt, bis auch der Letzte in reiner Verzweiflung Tätigkeiten annimmt, die ihn gegenüber den Empfängern von reinen Hartz IV-Leistungen sogar noch schlechter stellen.

Die Praxis der Sanktionen wird von immer mehr Menschen in Frage gestellt. Inzwischen stellen sich sogar die ersten Mitarbeiter der Jobcenter in diesem Punkt auf die Seite der Menschen und outen sich, indem sie diese Praxis offenlegen, selbst wenn es sie den eigenen Job kostet.

Mein Mann Jürgen und ich haben da eine viel bessere Idee, wenn es denn schon sein muss, dass es so viel unterbezahlte Arbeit oder in unseren Augen unsinnige Weiterbildungen und Bewerbungsaktivitäten auf Stellen, auf die man keine Chance hat, sie zu kriegen, gibt.

Wir beide haben zum Beispiel hier in Preetz freiwillig die Möglichkeit genutzt, einen 1-Euro-Job zu machen. Wir empfanden diese Möglichkeit, uns ein wenig dazuzuverdienen, als keine schlechte Idee, und zwar deshalb, weil wir diesen 1-Euro-Job zu Fuß erreichen konnten.
Das war ein Job in der Nähe unserer Wohnung, den man in einer halben Stunde Fußweg gut erreichen konnte, 30 Wochenstunden Arbeitszeit, CD-Redycling. Man konnte auf diese Weise je nachdem, ob einige Urlaubs- oder Feiertage dabei waren, ca. zwischen 100 und 120 Euro im Monat über einen Zeitraum von leider nur 3 Monaten dazu verdienen, der anrechnungsfrei war.

Wir haben bei diesem Job viele andere Preetzer kennen gelernt, die aus den unterschiedlichsten Gründen lange arbeitslos waren. Die meisten davon machten den 1-Euro-Job genauso wie wir gern und freiwillig und hatten extra darum gebeten, wieder die Chance auf etwas Zuverdienst zu erhalten.

Es gab auch ein paar Leute, die man dazu gezwungen hatte, die dann nicht motiviert waren, nicht mitmachten, oft krank geschrieben waren und nur unter Protest kamen. Das war aber die Ausnahme. Die meisten Leute freuten sich, einmal für diese 3 Monate, denn länger durfte man leider nicht mitmachen und das auch nur höchstens 1 x im Jahr, wenn überhaupt, nicht ganz so bettelarm zu sein.

Warum also gibt man nicht Menschen, die gern arbeiten möchten, viel häufiger die Chance, sich in Form von ein paar Prämien wirklich netto etwas über dem Hartz-IV-Satz dazuzuverdienen statt sie durch Sanktionen in Lebensgefahr zu bringen?

Wir sind sicher, dass der überwiegende Teil der Menschen bei einer Politik in diese Richtung dann auch gern Weiterbildungen machen würde, sich laufend bewerben würde, für wenig Geld arbeiten würde.

Das müsste in der praktischen Umsetzung dann so aussehen:

Sankionen abschaffen und das Minimum Hartz IV wirklich jedem Menschen zusichern.

Die Kosten für den Arbeitsweg und andere Werbungskosten wirklich voll anerkennen und nicht den Leuten alles kürzen und streichen, damit vor der Arbeit für alle Leute, egal ob der Job zu Fuß erreichbar ist oder nicht oder andere Kosten anfallen, zunächst einmal gleiche Bedingungen geschaffen werden.

Das heißt auch, dass nicht nur bei Weiterbildungen, sondern auch der Arbeit an sich z. B. mindestens 20 Cent pro tatsächlich gefahrenen Kilometern und nicht pro km einfache Strecke anerkannt werden müssen und auch andere Kosten für das Autofahren anerkannt werden sollten, denn ein Auto braucht nicht nur Benzin und Versicherung, das kostet auch Steuern und verursacht Kosten für die Anschaffung, Reparaturen und Wartung.

Auch sich auf einen Minijob zu bewerben, kostet Geld. Nicht nur schriftliche Bewerbungen kosten Geld, sondern auch die per e-mail und vor allen Dingen oft Telefonate, wenn man Firmen über Handy-Nummern anrufen muss und so weiter. Nur Kosten für Vorstellungsgespräche zu erstatten, die man erst vor dem Hinfahren beantragen muss und sonst die Kosten nicht wieder kriegt, ist Humbug. Kosten nur für Vorstellungsgespräche für sozialversicherungspflichtige Jobs zu erstatten, ist ebenfalls Humbug. Das geht alles an der Realität vorbei.

Warum also zahlt Ihr den Menschen, die belegen können, dass sie sich fleißig bewerben und vorstellen, dafür Prämien, und zwar so viel, dass es sich auch lohnt und das monatlich und nicht nur einmal im Jahr?

Ihr könntet auch Menschen, die freiwillig an Euren Kursen teilnehmen, dafür Prämien bezahlen und noch etwas, Ihr könntet diese Weiterbildungsmaßnahmen so gestalten, dass sich Menschen auch aktiv etwas suchen können, das ihnen auch nutzt. Könnt Ihr Euch nicht denken, dass die meisten Menschen selbst am besten wissen, durch welche Weiterbildungen ihre Chancen auf einen Wiedereinstieg in den Job steigen?

Eure Kurse sollten insgesamt weniger Beschäftigungs- und Einschüchterungstherapie sein und dafür Hilfen, um im Job wieder up to date zu sein, das würde helfen. Dazu zählt auch die Möglichkeit, trotz ARGE zu studieren, wenn man zu alt für Bafög geworden ist.

Warum lasst Ihr den Menschen, die freiwillig bei einem Minijob abends an einer Kasse stehen, nachts in einer Tankstelle arbeiten oder sonstige Minijobs und andere schlecht bezahlte Jobs machen, etwas mehr als das bisschen an Freibetrag?

Warum lasst Ihr nicht den Menschen, die freiwillig Leiharbeit machen und alle Nachteile, die diese Jobs mit sich bringen, auf sich nehmen, ebenfalls so viel übrig, dass es sich jedenfalls lohnt, solche Tätigkeiten auszuüben?
Warum lasst Ihr nicht Kindern ihr kleines Taschengeld, das sie sich mit Jobs wie Zeitungen austragen und dergleichen verdienen und überhaupt das Kindergeld ganz?

Überlegt Euch doch mal, wie Ihr die Millionen von Aufstockern motivieren statt demotivieren könnt, denn dann braucht Ihr Eure Sanktionen, um sie zu malträtieren, nicht mehr, weil garantiert die meisten Menschen freiwillig etwas finden würden, um durch Prämien ihre miserable Lage jedenfalls ein wenig zu verbessern.

Sicher wird es auch danach noch einige Menschen geben, die sich diese Prämien nicht freiwillig verdienen werden, weil sie tatsächlich zu faul für alles sind .. aber wir sind sicher, so viele sind das nicht.

Die meisten Menschen, die wir kennen, arbeiten gern und wären ganz sicher bereit, für ein bisschen mehr Geld alles mögliche zu tun, wenn man ihnen nur die Chance dazu gäbe.

Denkt doch mal darüber nach.

LG
Renate und Jürgen
(Wir haben gemeinsam darüber gesprochen, deshalb unterschreiben wir hier mal gemeinsam)